1. Startseite
  2. News
  3. Sammelklage: Druck auf Apple wegen aktueller MacBook-Tastatur steigt

Sammelklage: Druck auf Apple wegen aktueller MacBook-Tastatur steigt (Bild 1 von 1)Bildquelle: Apple
Fotogalerie (1)
Butterfly-Effekt: Die Tastaturen der MacBook und MacBook Pro Modelle, die seit Anfang 2015 respektive Ende 2016 verkauft werden, bieten flache Tasten mit neuem, Kontroversen aufwerfendem Mechanismus.

Apple sieht sich in den USA mit einer Sammelklage wegen dem Tastatur-Design, das beim 12 Zoll MacBook (2015 und später) und den letzten beiden MacBook Pro Generationen (seit Ende 2016) zum Einsatz kommt, konfrontiert. Die klagenden Verbraucher bemängeln, dass einzelne Tasten aufgrund fundamentaler Konstruktionsprobleme der Tastatur zum Teil schon nach kurzer Nutzungszeit nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren könnten.

Die Sammelklage folgt auf eine lange Liste von Nutzerbeschwerden über verschiedene Foren hinweg, breites Aufsehen erregende Artikel von The Outline und Apple Insider sowie dem Start einer Petition, die Apple dazu auffordert, die besagten, vermeintlich zu fehleranfälligen MacBook-Modelle zurückzurufen.

Apple hatte 2015 zusammen mit dem kleinen, kompakten 12 Zoll MacBook eine neue Tastatur vorgestellt, die dank des sogenannten „Butterfly“-Mechanismus deutlich flachere Tasten mit geringerem Tastenhub aufwies als alle bisherigen Notebook-Keyboards des kalifornischen Herstellers. Die zweite Generation dieser Tastatur kommt seit Ende 2016 auch bei allen MacBook Pro Modellen zum Einsatz. Apple versprach sich von dem neuen Design höhere Zuverlässigkeit und besseres Feedback.

Die Anwaltskanzlei der Kläger schreibt in einem Statement jedoch, die Tastatur neuerer MacBook-(Pro)-Modelle mit Butterfly-Mechanismus werde in einer Art und Weise produziert, die dazu führen könne, dass schon geringe Mengen an Staub oder Schmutz rundum beziehungsweise unter einer Taste in einer Nichtregistrierung des Tastendrucks resultiere. Darüber hinaus erfordert die Reparatur defekter Tasten laut diverser Nutzerangaben sogleich den Austausch der gesamten Tastatur; ein Prozedere, für das Apple offenbar bis zu 700 US-Dollar berechnet, sofern die Garantiezeit des betreffenden Notebook bereits abgelaufen ist. In vielen der bekannten Fälle scheint das Tastaturproblem allerdings selbst nach einer so teueren Reparatur - ob nun vom Kunden oder von Apple aufgrund von Kulanz oder Garantieansprüchen bezahlt - wieder aufgetaucht zu sein.

Die Kläger argumentieren außerdem, dass die Tastatur die wichtigste Eingabemethode bei einem Laptop ist, und ein MacBook oder MacBook Pro mit mangelhafter Tastatur daher nicht für grundlegendste Aufgaben zu gebrauchen sei. Hätten sie - die Kläger - also vor dem Kauf des Geräts über die problematische Tastatur von Apple Bescheid gewusst, hätte dies ihre Kaufentscheidung nachhaltig beeinflusst.

Da sich Apple selbst noch nicht zu den Problemen mit der MacBook-(Pro)-Tastatur geäußert hat, ist trotz all der Berichte im Netz und der Sammelklage nach wie vor unklar, wie gravierend die Ausfallrate bei dem beanstandeten Tastatur-Design tatsächlich ist. Neben den vielen negativen Berichten gibt es andererseits durchaus Nutzer, die bislang offensichtlich sehr zufrieden mit einem der betreffenden Notebook-Modelle sind. Der Autor dieses Textes nutzt beispielsweise selbst seit Ende des vergangenen Jahres ein MacBook Pro 15 Zoll mit Touch Bar von Mitte 2017 und ist damit bislang sehr zufrieden.

Sofern sich Nutzer eines MacBook oder MacBook Pro Modells mit Butterfly-Keyboard durch eine oder mehrere nicht reagierende Tasten gegängelt sehen, kann eventuell auch die von Apple in einem Support-Dokument beschriebene Reinigung der Tastatur mit einem Druckluftspray Abhilfe schaffen.

Quelle: Girard Gibbs LLP, The Outline #1, #2, Apple Insider