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Nvidia stellt Turing-GPU-Architektur vor, deutet GeForce RTX 2080 an (Bild 1 von 3)Bildquelle: Nvidia
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Turing: Nvidia ruft mit seiner neusten Chiparchitektur die nächste Revolution auf dem GPU-Markt aus, die unter anderem Echtzeit-Ray-Tracing im Alltagseinsatz möglich machen soll.

Nvidia hat in der vergangenen Nacht endlich für mehr Klarheit bezüglich seiner nächsten Grafikprozessorgeneration gesorgt. Der CEO des US-Chipspezialisten, Jen-Hsun "Jensen" Huang, betrat die Bühne der Technologiekonferenz Siggraph und enthüllte dort die GPU-Architektur "Turing" als Nachfolger für "Pascal" (u.a. GeForce GTX 10 Serie). Neue Grafikkarten für PC-Spieler gab es allerdings nicht zu sehen, da Nvidia zunächst ausschließlich die professionelle Grafikkartenreihe Quadro RTX auf Basis von Turing ankündigte. Nach der Siggraph-Keynote hat Nvidia dann aber ein Video veröffentlicht, in dem unmissverständlich die baldige Präsentation einer neuen GeForce-Generation angedeutet wird.

Offizielles Teaser-Video bestätigt GeForce RTX Bezeichnung
In dem YouTube-Video gibt Nvidia mit diversen kleinen Hinweisschnipseln schon jetzt preis, dass die kommenden Turing-basierten GeForce Grafikkarten nicht etwa als GeForce GTX 11, sondern vielmehr als GeForce RTX 20 beziehungsweise 2000 Reihe bezeichnet werden. Das Flaggschiffmodell wird also mit allergrößter Wahrscheinlichkeit GeForce RTX 2080 heißen.

Wie durch die offizielle Vorstellung der Quadro RTX Reihe nun abschließend geklärt, steht das neue Kürzel „RTX“, mit dem Nvidia das bekannte „GTX“ im Namen seiner kommenden GeForce-Generation ersetzen wird, für die Implementierung von speziellen Recheneinheiten in Turing-GPUs, die die Echtzeitberechnung von Ray-Tracing-Effekten möglich machen. Dazu unterstützt Nvidia auch den von Microsoft früher in diesem Jahr angekündigten Software-Standard DirectX Raytracing DXR.

Das Video von Nvidia nennt den 20. August 2018 als Termin für die Enthüllung der angedeuteten Neuigkeiten für PC-Spieler. Das ist der kommende Montag, für den Nvidia bereits zuvor ein Event zum Auftakt der Gamescom 2018 in Köln angekündigt hatte. Das US-Unternehmen wird an dem Tag ab 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit die sogenannte "GeForce Gaming Celebration" abhalten, die alle Interessierten via Livestream von Zuhause aus mitverfolgen werden können und die die GeForce RTX 2080 sowie deren Vorzüge für PC-Spiele im Mittelpunkt haben dürfte.

Nähere Angaben zur kommenden GeForce RTX 20 Reihe lassen sich anhand der aktuell von Nvidia bereitgestellten Informationen nur bedingt machen. Klar ist wie bereits erwähnt, dass die Turing-Architektur im Vergleich zu Pascal nicht einfach mehr Leistung in einem effizienter gefertigten Paket bietet, sondern zusätzlich sogenannte Tensor- und Ray-Tracing-(RT)-Kerne beinhaltet. Gerade aufgrund der RT-Cores bezeichnet Nvidia die neue Grafikchipgeneration als den größten Fortschritt seit der Vorstellung von GPUs mit CUDA-Kernen im Jahr 2006. Um die Ray-Tracing-Funktionen von Turing nutzen zu können, benötigt es allerdings spezielle Software-Unterstützung. Gut möglich also, dass zum anstehenden Gamescom-Event auch erste Spieletitel gezeigt werden, die mit Nvidia-exklusiven Raytracing-Effekten aufwarten können.

Quadro RTX Reihe mit viel Speicher
Die neue Quadro RTX Reihe für den professionellen Markt setzt sich aus den Grafikkartenmodellen Quadro RTX 5000, 6000 und 8000 zusammen. Das Flaggschiffe Quadro RTX 8000 und 6000 bringen eine GPU mit gewaltigen 4608 Shadereinheiten - inklusive Tensor- und Raytracing-Cores – mit, die jedoch auch sehr große 754 mm² misst. Die Speicherbestückung fällt ebenfalls üppig aus: Die Quadro RTX 8000 kommt mit 48 Gigabyte, die Quadro RTX 6000 mit 24 Gigabyte Videospeicher daher, und zwar GDDR6-Speicher von Samsung mit bis zu 7000 Megahertz Taktfrequenz. Bei der Quadro RTX 5000 verbaut Nvidia hingegen einen kleineren Turing-Grafikchip, der "lediglich" 3072 Shadereinheiten integriert, sowie 16 Gigabyte GDDR6-VRAM. All diese technischen Neuerungen in Kombination mit dem Marktsegment, in dem die Quadro-Familie traditionell spielt, führt schließlich dazu, dass Nvidia für die Quadro RTX 8000 einen Preis von 10000 US-Dollar, für die Quadro RTX 6000 von 6300 US-Dollar und für die Quadro RTX 5000 von 2300 US-Dollar aufruft. Verfügbar werden die Profi-Grafikkarten aber erst gegen Ende des dritten oder Anfang des vierten Quartals 2018 sein.

Die bekannten technischen Details der Quadro RTX Modelle lassen die Vermutung zu, dass Nvidia – schon allein aus Fertigungs- und Kostengründen - bei der kommenden GeForce RTX Reihe zunächst den größten Turing-Grafikchip außen vor lassen und stattdessen auf eine leicht modifizierte Version der GPU der Quadro RTX 5000 mit ihren 3072 Recheneinheiten setzen wird. Welche Performance von einer solchen Grafiklösung in Spielen ohne spezielle Raytracing-Effekte zu erwarten ist, kann im Moment aber leider nicht eingeschätzt werden, da noch nicht einmal die Taktraten bekannt sind, mit denen die beiden vorgestellten Turing-GPUs arbeiten. Glücklicherweise wird die Technologiebranche schon nächste Woche diesbezüglich mehr erfahren. Vielleicht erwähnt Nvidia auf dem Gamescom-Event ja neben den neuen Desktop- auch neue Notebook-Grafikkartenmodelle für PC-Spieler.

Quelle: Nvidia #1, #2, #3, YouTube (Nvidia GeForce)