1. Startseite
  2. News
  3. Nvidia: Shield Android TV Box für 4K Streaming und Gaming angetestet

Nvidia: Shield Android TV Box für 4K Streaming und Gaming angetestet (Bild 1 von 9)Bildquelle: notebookinfo.de | rk
Fotogalerie (9)
Nvidia Shield Android TV: Die 4K Streaming Set Top Box und Gaming Konsole ist ab 1. Oktober für 200 Euro auch in Deutschland erhältlich.

Ab 200 Euro ist die Nvidia Shield Android TV Box Anfang Oktober auch in Deutschland verfügbar. Diese Variante kommt mit einem Shield Controller und 16 GB Speicher zum Kunden. Damit macht die Android TV basierte Box gleich klar, worum es ihr geht: Gaming. Serienjunkies und Spiele-Messies können auch eine Shield Pro-Variante mit interner 500 GB Festplatte für 300 Euro kaufen, zwei USB 3.0 Ports und ein microSD-Slot (bis zu 128 GB) sorgen jedoch für einfache Erweiterbarkeit des internen Flashspeichers. Nvidia spricht bei der Vorführung der Konsole in Berlin vom "Kampf ums Wohnzimmer" und will vor allem über die Performance von Shield punkten.

Die Shield Android TV Hardware - Nvidias Tegra X1 als mobiler Superchip

Im März 2015 wurde die Shield Konsole vorgestellt. Nvidia CEO Jen-Hsun Huan gab stolz bekannt, dass der Tegra X1 Chip in der Konsole zusammen mit 3 GB Arbeitsspeicher die Performance einer Xbox 360 verdopple. Dem Octa-Core Prozessor mit vier Cortex A57 und vier Cortex A53 CPU Kernen wurde eine Maxwell Grafikeinheit mit 256 Shader Units zur Seite gestellt. Shield beherrscht die Wiedergabe von 4K Videos (3.840 x 2.160 Pixel) mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde und dürfte sich hinsichtlich der Grafikpower in Android Games vor allen mobilen Android Geräten positionieren. Doch Shield konkurriert nicht nur mit den kleinen und handlichen Kollegen Apple TV und Amazon Fire TV - auch die Playstation und Xbox One dürfen sich, obwohl sie mehr Power liefern, warm anziehen. GameStream und Geforce Now heißen die Zauberfeatures, welche die reine Geschwindigkeit des Tegra Prozessors nicht mehr ganz so wichtig erscheinen lassen. Doch vorerst zurück zur Hardware:

Neben den zwei USB 3.0 Ports und dem microSD Slot finden sich noch weitere Anschlüsse. Zu nennen wären da Gigabit-Ethernet, microUSB 2.0 und HDMI 2.0 mit HDCP 2.2 Unterstützung. Damit können TVs und Receiver mit 4K Inhalten bei 60 Bildern pro Sekunde und 7.1 Surround Sound mit 24bit und 192 KHz angebunden werden. Drahtlos kommuniziert die Konsole über WLAN-ac mit 2x2 MIMO Technik auf 2,4 und 5 GHz Bändern, über Bluetooth 4.1 Low Energy und sie besitzt auch einen Infrarot Empfänger für Fernbedienungen von Drittanbietern.

Die schicke Nvidia Fernbedienung ist leider nicht mit im Lieferumfang enthalten und kostet 50 Euro extra. Sie ist aus Aluminium gefertigt und bietet neben Android TV-Steuerungen, Touch-Lautstärke-Einstellung und einem Button für die Sprachsuche auch das dafür nötige Mikrofon und einen microUSB Ladeport. Wie erwähnt funktioniert die Shield Konsole aber auch mit Logitech Harmony Fernbedienungen oder aber ganz einfach per App auf dem Smartphone als Steuerung. Ob die Android TV Remote App dann auch Private Audio, also Tonausgabe über die Headsetbuchse des Smartphones unterstützt, haben wir noch nicht rausgefunden. Nvidias Fernbedienung kann das auf jeden Fall. Die Akkulaufzeit von 4 Wochen wird dadurch natürlich herabgesenkt.

Der Shield Controller im Bundle erlaubt 40 Stunden Gameplay und arbeitet laut Nvidia mit extrem geringer Latenz über eine Wifi Direct Verbindung. Vom Layout her haben wir zwei Analogsticks, ein Steuerkreuz, A-B-X-Y Buttons in Rautenform und vier rückseitige Tasten wie bei vielen modernen Controllern. Zusätzlich verbirgt sich ein Mikrofon im Shield Controller für Sprachsteuerung, es gibt eine Lautstärkekontrolle per Touch sowie Androidtasten und über eine 3,5mm Klinkebuchse kann ein Headset angebunden werden. Steckt man nur Kopfhörer ein, wird das Mikrofon im Controller genutzt. Bis zu vier Shield Controller können an die Konsole gekoppelt werden und per microUSB Kabel darf das Gamepad auch am PC genutzt werden. Androidgeräten außerhalb der Shield Familie und dem Tegra 7 Note Tablet fehlen leider die Treiber für den Shield Controller. Auch am PC funktioniert er nur in Verbindung mit der Geforce Experience Software. Warum Nvidia sich bei dieser und auch anderen Gelegenheiten lieber auf die Exklusivität der Hardware für die eigenen Geräte zurückzieht, erschließt sich uns nicht so recht.

Android TV, Netflix mit 4K, Google Cast und riesige Festplatten

In jedem Fall bietet Nvidia optisch ansprechende und solide Hardware. Auch die Android TV Oberfläche sieht sehr aufgeräumt aus und lässt sich flüssig bedienen. Für den amerikanischen Markt hat das Unternehmen mit "Why Shield is better" eine vergleichende Werbung gestaltet und sticht die Konkurrenz in Sachen Anschluss- sowie Appvielfalt und auch Performance aus. Vor allem für 4K-Inhalte trennt sich die Spreu vom Weizen, nur Amazons Fire TV beherrscht die UHD-Signalausgabe über HDMI 2.0 - allerdings nur mit einer Bildwiederholrate von 30 FPS. Leider fehlt ausgerechnet Amazons Instant Video Unterstützung, zumindest für die Kodi App ist uns auch ein Plugin bekannt, welches Amazon Prime Zugang ermöglicht. Mit Kodi oder Plex als Medienzentrale und einer geräumigen NFTS-Festplatte am USB-Anschluss ist man mit Shield allerdings nicht nur auf Streaming angewiesen. Hochauflösende MKV-Files von externer Quelle werden zum Beispiel problemlos abgespielt. Über IPTV steht zudem eine enorme Anzahl an Fernsehsendern zur Verfügung, die Kollegen von MobileGeeks haben dahingehend jüngst ausführlich recherchiert.

Eine der größten Quellen für hochauflösende Inhalte sind allerdings auch die Nutzer selber. Nicht wenige Camcorder oder Actioncams wie die GoPro nehmen in 4K auf, viele Smartphones beherrschen 4K und digitale Fotos kommen schon seit Ewigkeiten in weit höheren Auflösungen als 8 Megapixel. Von der Festplatte, einem Stick oder drahtlos per Google Cast kann man diese Inhalte über Shield ganz einfach auf den großen Schirm werfen. Warum Apple TV daher trotzdem nur 1080p Anbindung bietet, wirft Fragen auf. Selbst wenn die Durchdringung von Endgeräten derzeit noch zu wünschen übrig lässt, in zwei oder drei Jahren sieht das anders aus womit Shield als zukunftsicherer gilt. Es gibt mit Geforce Now sogar noch einen vielversprechenderen Ausblick.

Nvidia Geforce Now Cloud Gaming als die Zukunft für Spielekonsolen

Serien, Filme, Youtube Streams und selber erstellte Inhalte sind mittlerweile gebräuchlich auf mobilen Endgeräten, Shield kann sich aber auch mit dem Heim-PC oder gar einer Nvidia Grid Serverfarm verbinden, um Spiele in noch besserer Optik auf den Fernseher zu bringen. Die kleine Boxselber verbraucht bei fordernden Android Games nur bis zu 20 Watt, den Leistungshunger moderner Games stillt dann entweder die Nvidia Geforce GTX Grafikkarte im Heimrechner oder aber ein Verbund von Nvidia GPUs, deren Berechnungen in Echtzeit über das Internet gestreamt werden. Geforce Now nennt sich dieses als Grid zur CES 2013 vorgestellte Cloud Gaming nun. Die Eingaben wandern über den Shield Controller drahtlos zur Konsole, von dort über eine Internetleitung mit vorzugsweise 50 Mbit/s oder mehr Bandbreite zur GPU-Farm in Frankfurt, wo dann das Bild gerendert und über das Netz auf den Bildschirm geschickt wird. "Konsolenspieler werden keine Latenz bemerken", behauptet Nvidia und wir können das als normale Gamer bestätigen. E-Sportler und Hardcore Gamer könnten das natürlich anders beurteilen.

Letztere werden von Geforce Now jedoch auch noch nicht angesprochen, vorerst finden sich überwiegen ältere Spieletitel wie Alan Wake, Batman Arkham Cityoder The Witcher 2 in der Bibliothek. Für 9,99 Euro im Monat erhält man Zugang zu den etwa 50 Spielen, die Vielfalt wird natürlich noch ausgebaut. Einige aktuelle Toptitel wie beispielsweise The Witcher 3: Wild Hunt sind auch aufgeführt - kosten allerdings einmalig dann genauso viel wie bei anderen Plattformen. Im Falle von The Witcher 3 erwirbt man für rund 60 Euro neben dem Geforce Now Zugang aber auch eine reguläre Lizenz für den PC Download über die entsprechende Plattform.

Wo liegt dann der Vorteil von Shield Android TV? Es ist sofort startklar. Keine 50 GB Downloads, Patches, Treiberanpassungen... Nach nur 30 Sekunden ist man im Spiel, weswegen Grid nun auch Geforce Now heißt. Für die HD-Auflösung von 1.280 x 720 Pixel sollte man schon 10 Mbit/s Bandbreite bieten können, für FullHD bei 60 FPS empfiehlt Nvidia mindestens 30 Mbit/s. Meldet man sich vom Gaming on Demand Spiele Service ab, werden alle Savegames für 5 Jahre bei Nvidia gespeichert. Man kann natürlich auch PC Spiele per GameStream auf den Fernseher streamen, dass man keinen High-End PC oder ein starkes Notebook für FullHD Gaming in guter Optik braucht, ist jedoch ein weiterer Vorteil von Shield Android TV. Ob und wann die Nvidia Konsole mit 4K-Gaming auch die Xbox One und Playstation 4 aussticht, können wir nicht sagen. Dieses optische Upgrade könnte aber durchaus noch in den Lebenszyklus dieser beiden Spielekonsolen fallen. Vorort haben wir Geforce Now zumindest kurz testen dürfen und bemerkten keine Ruckler oder Latenzen. Wir sind natürlich gespannt auf einen ausführlicheren Test.

Kommentieren
Mit dem Absenden erklären Sie Ihr Einverständnis mit den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung.