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  3. Notebook aufrüsten Teil 3: Grafikkarte austauschen

GPU: Gesteckt oder verlötet?
Bis heute findet sich in vielen Notebooks keine gesteckte Grafikkarte. Stattdessen ist die GPU komplett auf dem Mainboard verlötet. Ist das bei Ihrem Notebook der Fall, müssen Sie auf den Austausch verzichten. Die beiden großen Grafikkarten-Hersteller Nvidia und ATI (2006 von AMD aufgekauft) haben jedoch Standards entwickelt, die den Austausch von Grafikkarten in Notebooks ermöglichen. ATI setzte anfangs auf den Standard „AXIOM“. Wesentlich weiter verbreitet ist aber Nvidias Standard „MXM“ (Mobile PCI Express Module). In entsprechenden Notebooks ist die Grafikkarte dann in den MXM- oder AXIOM-Port eingesteckt. Hier kann Sie, meist nach Lösen einer Schraube, herausgenommen und gegen eine passende Alternativkarte ausgetauscht werden.

Nvidia und ATI haben diese Standards ursprünglich allerdings nicht entwickelt, um Endverbrauchern den Austausch der Grafikkarte zu erleichtern: Der Grund war vielmehr der, dass Notebook-Hersteller ihre Geräte kostengünstiger produzieren können. Das verdeutlicht ein genauerer Blick auf die Technik: Allein der MXM-Standard kennt vier verschiedene Typen (MXM-I, MXM-II, MXM-III, MXM-HE) in drei verschiedenen Abmessungen.

Standard ermitteln, Grafikkarte kaufen
Zunächst müssen Sie also herausfinden, ob Ihr Notebook einen dieser Standards unterstützt. Ist das der Fall, muss der Typ ermittelt werden. Wenn das Handbuch zu Ihrem Notebook und die Website des Herstellers darüber keine Auskunft geben, hilft eventuell eine Internetrecherche mit der genauen Modellbezeichnung Ihres Notebooks, kombiniert mit „MXM“. Im äußersten Fall können Sie Ihr Notebook natürlich auch aufschrauben, um festzustellen, ob und wenn ja, in welchem Slot die Grafikkarte untergebracht ist.

Haben Sie herausgefunden, über welchen Grafikkartenslot Ihr Notebook verfügt, besteht die nächste Herausforderung darin, eine passende Grafikkarte zu bekommen. Auf dem deutschen Markt werden solche Grafikkarten faktisch nicht angeboten. Bezogen werden können sie über den oben genannten Link. Eine alternative Quelle ist das Online-Auktionshaus Ebay, wo zahlreiche Händler aus Hongkong und Taiwan aktiv sind. Der Kauf in Asien hat allerdings den Nachteil, dass Sie eine etwas längere Lieferzeit einplanen müssen und mögliche Garantieansprüche nur schwerer durchzusetzen sind.

Grafikkarte austauschen
Liegt die neue Grafikkarte vor Ihnen, sind die größten Hürden bereits genommen. Sie können nun Ihr Notebook öffnen, die Heatpipe demontieren, die Verschraubung der ursprünglichen Grafikkarte lösen und sie aus dem Slot ziehen. Anschließend wird die neue Grafikkarte eingesetzt. Sehr wichtig ist es, auf eine ausreichende Kühlung zu achten: Sorgen Sie für einen guten Kontakt der neuen Grafikkarte zur Heatpipe, verwenden Sie Wärmepads aus Kupfer und vergessen Sie nicht, Wärmeleitpaste zu verwenden. Nach dem Zusammenschrauben und Einschalten sollte Ihr Notebook dann mit einer schnelleren Grafik und einer verbesserten Darstellung glänzen. Bitte beachten Sie bei der Planung in jedem Fall, dass beim Öffnen des Notebooks die Garantie des Herstellers erlischt.

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