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MacBook Pro: Akkulaufzeit der Premium-Laptops weiter in der Kritik, Apple reagiert (Bild 1 von 1)Bildquelle: Apple
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Akkulaufzeit der MacBook Pro Reihe: Apples Phil Schiller kann die Testergebnisse von Consumer Reports nicht nachvollziehen, verspricht aber eine Überprüfung.

Apple hat die kritische Berichterstattung rund um die neue MacBook Pro Generation noch nicht ausgestanden. Nach den vom Unternehmen vermutlich erwarteten negativen Stimmen aus bestimmten Presse- und Kundenkreisen wegen einer zu geringen Schnittstellenvielfalt und einigen bewusst in Kauf genommenen Ausstattungslimits zugunsten eines flachen, leichten Designs beschäftig mittlerweile insbesondere die Akkulaufzeit aller Modellvarianten (13 Zoll mit und ohne Touch Bar sowie 15 Zoll mit Touch Bar) die Gemüter.

Unmittelbar nach dem dem Marktstart der Premium-Notebooks waren bereits erste Meldungen im Netz aufgetaucht, denen nach die neue MacBook Pro Reihe bei Weitem nicht die von Apple versprochenen Laufzeiten erreiche. Dies wurde zwar in Foren kontrovers diskutiert, konnte aber zunächst nicht durch fundierte Tests belegt werden. Das Fass zum Überlaufen in dieser Angelegenheit brachte dann aber kurz vor Weihnachten die US-Publikation Consumer Reports, die ihre Tests der neuen Apple-Notebooks veröffentlichten, sich darin über inkonsistente Ergebnisse bei den Laufzeitmessungen beschwerten und der MacBook Pro Generation deshalb auch eine Empfehlung verwehrten.

Der Artikel von Consumer Reports und die darin enthaltene Kritik an der neuen MacBook Pro Reihe wiegt für Apple doppelt schwer. Zum einen hat die Publikation, die mit der Stiftung Warentest hierzulande grob vergleichbar ist, eine große Reichweite in den USA, was bedeutet, dass spätestens in diesen letzten Tagen sehr viele US-Verbraucher von den "Problemen" mit den aktuellen Premium-Laptops von Apple erfahren haben dürften. Zum anderen erscheint der Umstand fast schon peinlich, dass ausgerechnet die neuen, von Apple so euphorisch angepriesenen MacBook Pro Modelle keine Empfehlung von Consumer Reports erhalten konnten, obwohl die Publikation bei allen vorherigen Profi-Notebooks von Apple kein einziges Mal auf eine solche verzichtet hatte.

Um gegenüber Apple fair zu bleiben, muss an dieser Stelle auch deutlich erwähnt werden, dass die Akkulaufzeitmessungen von Consumer Reports zahlreiche Fragen aufwerfen. Schon allein das von der Publikationen angegebene Ergebnisspektrum deutet auf Unstimmigkeiten während des Testprozesses hin. So gab Consumer Reports beispielsweise an, dass das 13 Zoll MacBook Pro mit Touch Bar in einem Testlauf satte 19,5 Stunden durchhielt, in einem weiteren dann aber nur noch 4,5 Stunden. Hierzu ist anzumerken, dass das zweite Ergebnis zwar tatsächlich ungewöhnlich schlecht ist, das erste Ergebnis allerdings nahezu utopisch gut. Die Laufzeitmessungen beim 13 Zoll Modell ohne Touch Bar (unseren Test gibt's hier) sowie beim 15 Zoll Modell mit Touch Bar wiesen ähnliche Streuungen auf, was Consumer Reports schlussendlich auch zur Nichtempfehlung der Geräte bewegte.

Getestet wurde die Akkulaufzeit der MacBook Pro Reihe von der Publikation durch das Aufrufen unterschiedlicher Webseiten im Browser Safari in Dauerschleife und bei standardisierter Bildschirmhelligkeit. Dabei sollen sowohl macOS 10.12.1 als auch macOS 10.12.2 zum Einsatz gekommen sein. Die aktuellere der beiden macOS Sierra Versionen wurde erst vor wenigen Wochen veröffentlicht und soll laut einiger Nutzerberichte Verbesserungen bei der Akkulaufzeit der MacBook Pro Modelle mitgebracht haben. Apple hat dies aber niemals kommentiert oder gar bestätigt. Einzige "offizielle Reaktion" auf die Diskussion um die Akkulaufzeit der Notebooks ist das Entfernen der Restlaufzeitangabe in macOS 10.12.2, die sich Nutzer davor durch Anklicken des Batteriesymbols rechts oben in der Menüleiste von macOS anzeigen lassen konnten.

Dass der Consumer Reports Artikel allerdings selbst für Apple nichts ist, was so einfach missachtet werden kann, zeigt die Reaktion von Apples Marketing-Chef Phil Schiller, der sich über Twitter in die Diskussion einschaltete. Schiller gab dabei zu verstehen, dass ein Team von Apple mit Consumer Reports zusammenarbeiten wolle, um die Laufzeitmessungen der Publikation besser nachvollziehen zu können beziehungsweise einem möglichen Problem dabei auf die Spur zu kommen. Laut Schiller entsprächen die Testergebnisse von Consumer Reports aber eindeutig nicht dem, was der Hersteller selbst in umfassenden Labor- und Feldtests mit der neuen MacBook Pro Reihe ermittelt habe.

Apple verspricht für die gesamte aktuelle MacBook Pro Line-up rund 10 Stunden Akkulaufzeit beim Surfen über WLAN oder bei Wiedergabe eines Films über iTunes.

Quelle: Consumer Reports, Phil Schiller (Twitter), MacRumors Forums

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