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  3. Lauschangriff: Chaos Computer Club analysiert den Bundestrojaner

Auch unbeteiligten Dritten soll der angebliche Bundestrojaner mangels verschlüsselter Kommunikation einen Vollzugriff auf den „infizierten“ Rechner vermitteln. Laut CCC überwacht er nicht nur, wie vom Innenministerium versprochen, die Telekommunikation sondern bietet die Möglichkeit sämtliche Daten zu durchwühlen.

Die Software erlaubt es über das Mikrofon im Rechner mitzuhören, über die Kamera zu filmen oder die Tastatureingaben zu notieren. Zudem ließen sich die Rechner manipulieren und fernsteuern – damit könnten zum Beispiel falsche Beweise platziert werden.

Um einer flächendeckenden Überwachung vorzubeugen, sollte der Trojaner für jeden Zielrechner neu programmiert werden, auch das ist anscheinend nicht geschehen. Damit würden die expliziten Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts mehrfach verletzt werden. Weiterhin kommuniziert der Trojaner über einen Server in den USA, damit außerhalb deutschen Rechtsraumes.

Die Untersuchung „offenbart wieder einmal, dass die Ermittlungsbehörden nicht vor einer eklatanten Überschreitung des rechtlichen Rahmens zurückschrecken“ so der CCC. Die heimlich eingebauten Funktionen würden einen „klaren Rechtsbruch“ bedeuten. Das Bundesverfassungsgericht stellte schon 2008 fest, dass diese Spähsoftware erheblich in die Grundrechte und den unantastbaren Kernbereich privater Lebensgestaltung eingreift. Wie oft der unbestätigte Bundestrojaner vom Innenministerium, von der Polizei oder den Nachrichtendiensten tatsächlich eingesetzt wurde, ist nicht bekannt. Das Bundeskriminalamt selber dementiert den Einsatz der Software.

Quelle: Chaos Computer Club

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