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Langsame iPhones: Apple sieht sich in den USA mit Klagen konfrontiert (Bild 1 von 1)Bildquelle: notebookinfo.de
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Altersschwacher Akku als Problem: Apple hat jüngst bestätigt, die maximale CPU-Leistung bei älteren iPhones via Software-Funktion zu senken, um das Gerät vor Fehlfunktion zu schützen.

Nach Apples offizieller Bestätigung, die maximale CPU-Leistung einiger älterer iPhone-Modelle mit altersschwachem Akku via Software zu reduzieren, um die Geräte unter anderem vor plötzlichem Abschalten zu schützen, reichen in den USA mehr und mehr iPhone-Nutzer Klagen gegen den kalifornischen Konzern ein. Zuletzt waren es fünf Personen, die in New York City, USA juristische Schritte gegen Apple einleiteten, welche schlussendlich gar in einer nationalen Sammelklage resultieren könnten. Laut USA Today wird Apple im Prinzip in allen bislang eingereichten Klagen vorgeworfen, absichtlich ältere iPhones zu verlangsamen, um Nutzer somit zum Kauf eines neueren Modells zu bewegen.

Bei der in New York eingereichten Klageschrift geben gemäß bekannt gewordener Details alle fünf Kläger an, sie hätten sich ein neues iPhone-Modell nur deshalb zugelegt, weil ihr altes iPhone nach einem Update auf eine neue iOS-Version eine drastisch verschlechterte Nutzererfahrung geboten habe. Weiter heißt es, die Kläger hätten aufgrund mangelnder Kommunikationsbereitschaft von Apple nicht gewusst, dass ein altersschwacher Akku für die verschlechterte Performance verantwortlich gewesen sein könnte und ein schlichter Akku-Tausch womöglich sämtliche Performance-Probleme aus der Welt geschafft hätte. Auch bei anderen gegen Apple eingereichten Klagen wird vergleichbar argumentiert.

Es wird interessant sein, zu beobachten, wie zum einen Apple auf die Klagen reagieren wird, und zum anderen Gerichte das Verhalten von Apple sowie die Argumentation der Anwälte der Kläger bewerten werden. Im Hinblick auf die Gesamtproblematik ist es allerdings auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass Apple unabhängigen Expertenmeinungen nach mit der eingestandenen Performance-Limitierung älterer iPhone-Modelle im Prinzip das Richtige tut, um die Geräte vor verschiedenen Fehlfunktionen zu schützen. Solches Fehlverhalten kann beispielsweise eine unzuverlässige Akkustandanzeige, eine drastisch verminderte Akkulaufzeit oder das plötzliche Abschalten des Geräts sein. All dies kann bei iPhones allein durch einen zu schwachen Akku verursacht werden, der in bestimmten Szenarien nicht länger die benötigte Maximalspannung liefern kann. Dank Apples Software-Regulierung, die das Unternehmen erstmals mit iOS 10.2.1 im Vorjahr einführte, werden derlei Probleme verhindert.

Außerdem zu beachten ist bei alldem, dass Apples Software-Regulierung nicht für ein insgesamt sehr langsam und träge arbeitendes iPhone verantwortlich sein sollte. Der Hersteller selbst spricht explizit von verminderter maximaler CPU-Performance in besonders rechenintensiven Situationen, was sich beispielsweise mit Benchmark-Apps nachvollziehen lässt. Die allgemeine Nutzererfahrung sollte davon allerdings nicht - oder höchsten sehr gering - negativ beeinflusst werden.

Ein großes Problem stellt für Apple nichtsdestotrotz das intransparente eigene Verhalten gegenüber den Kunden in dieser Angelegenheit dar. Der Konzern hätte im vergangenen Jahr mit dem Verteilungsbeginn von iOS 10.2.1 Nutzern ja auch einfach mitteilen können, welche Maßnahmen mit dem Update ergriffen wurden, um iPhones vor potentieller Fehlfunktion zu schützen. Der Hersteller bestätigte und erläuterte die reduzierte Top-Performance von einigen iPhone-Modellen allerdings erst dann, als in den letzten Wochen auf Reddit und dem Geekbench-Blog fundiert nachgewiesen wurde, dass die maximale CPU-Performance einiger älterer iPhones mit iOS 10.2.1 im Vergleich zum Auslieferungszustand deutlich abgenommen hat.

Laut Apple greift der „Software-Schutz“ für ältere iPhones bei den Modellen iPhone 6, 6 Plus, 6s, 6s Plus und SE sowie seit iOS 11.2.0 auch bei der iPhone 7 Reihe. Wer nach längerer ausgiebiger Nutzungsdauer seines iPhones also feststellt, dass die CPU-Benchmarkwerte nicht mehr dem entsprechen, was das Gerät eigentlich zu leisten im Stande sein müsste, kann den Akku bei Apple oder einem vom Hersteller autorisierten Händler überprüfen und gegebenenfalls gegen einen neuen Akku (89 Euro plus Versand direkt bei Apple) austauschen lassen. Durch den Akkuwechsel muss das iPhone dann wieder seine ursprüngliche Performance-Werte liefern. Falls dem nicht so ist, funktioniert irgendetwas anderes nicht mehr korrekt bei dem Gerät, oder es könnte auch ein Software-Bug für die Trägheit verantwortlich sein.

Quelle: USA Today, Reuters

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