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iPhone 6 Plus: Apple initiiert kostenpflichtiges Reparaturprogramm (Bild 1 von 1)Bildquelle: notebookinfo.de
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Touch Desease: Apples iPhone 6 Plus weist eine Konstruktionsschwäche auf, die nach einiger Zeit zum Touchscreen-Ausfall führen kann.

Apple hat für das iPhone 6 Plus ein Reparaturprogramm ins Leben gerufen. Diese Maßnahme kommt als Reaktion des Unternehmens auf über Monate hinweg anhaltende Kritik aus Nutzerkreisen, der nach ein gravierendes Hardware-Problem bei dem Apple-Smartphone aus dem Jahr 2014 zu einer Fehlfunktion des Touchscreens führen kann. Im Netz wurde diese Problematik unter dem Namen „Touch Desease“ bekannt. Es gibt allerdings einen Haken an dem Entgegenkommen von Apple für alle Betroffenen weltweit: Die Kalifornier verlangen eine je nach Land oder Region festgesetzte Summe für die Reparatur eines iPhone 6 Plus mit nicht mehr funktionierendem Touchscreen. Hierzulande sind es exakt 167,10 Euro.

Aus Kundensicht ist es sicherlich irritieren und gegebenenfalls auch sehr ärgerlich, dass Apple die Reparatur nicht kostenlos durchführen will und sich zunächst lange geweigert hat, die Touchscreen-Ausfälle beim iPhone 6 Plus überhaupt als weitreichendes Problem anzuerkennen. So ganz tut das Unternehmen letzteres im Übrigen offenbar noch immer nicht. Darauf deutet sowohl die veranschlagte Reparaturgebühr an sich als auch die Beschreibung auf der Webseite des Programms hin. Die Kalifornier geben dort an, dass „ein flackerndes Display oder die Probleme mit Multi-Touch“ nur dann auftreten würden, wenn die Geräte „mehrmals auf eine harte Oberfläche fielen und anschließend weiter belastet wurden“.

Wie allerdings US-Publikation Motherboard schon im vergangenen September umfassend dokumentierte, ist ein Ausfall des Touchscreens beim iPhone 6 Plus mit allergrößter Wahrscheinlichkeit gar nicht oder zumindest nicht speziell auf ein energisches Aufschlagen des Geräts auf eine harte Oberfläche zurückzuführen, sondern vielmehr auf ganz bestimmte Design-Entscheidungen Apples. Da insbesondere beim größeren iPhone 6 Plus das Metallchassis recht anfällig dafür ist, sich des Öfteren auch nur ganz minimal zu verbiegen (Stichwort: „Bendgate“), können sich im Inneren des Geräts zwei für die Steuerung des Touchscreens verantwortliche Chips vom Logic Board ablösen. Dies verursacht dann die Ausfälle des Bildschirms und kann auch nicht durch einen „simplen“ Austausch des Displays behoben werden.

Dass Apple nun zumindest auf die Problematik reagiert und Betroffenen ein einigermaßen erschwingliches Reparaturangebot macht, ist immerhin etwas, dürfte jedoch auch in großen Teilen mit der in den USA in diesem Herbst eingereichten Sammelklage von Nutzern zusammenhängen. Die Art und Weise, wie in diesem Fall vorgegangen wird, ist eigentlich untypisch für das Unternehmen. Die Vermutung liegt daher nahe, dass das Gebaren darauf zurückzuführen ist, dass die Kalifornier es niemals offiziell eingestanden haben, wie anfällig das iPhone 6 Plus tatsächlich hinsichtlich leichten Verformungen ist. Bei der iPhone 6s Reihe wurde dann allerdings fast schon stillschweigend eine neuartige Metalllegierung verwendet, die deutlich stabiler ist als die bei der iPhone 6 Reihe verwendete.

Für Besitzer eines iPhone 6 Plus, die ein Gerät mit der beschriebenen Problematik besitzen, ist es außerdem wichtig, zu beachten, dass das Display weder zersprungen noch zerbrochen sein darf, um von Apples Angebot profitieren zu können. Alle jene, die bei Apple oder einem autorisierten Apple Service Provider bereits für eine Servicereparatur im Zusammenhang mit dem Problem gezahlt haben, will das Unternehmen den Differenzbetrag zwischen den ursprünglich gezahlten Reparaturkosten und der festgesetzten Servicegebühr in Höhe von 167,10 Euro zurückerstatten.

Quelle: Apple, Motherboard #1, Motherboard #2

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