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Intel: Kommende CPUs bieten Spectre-Schutz auf Hardware-Ebene (Bild 1 von 1)Bildquelle: Intel
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Spectre und Meltdown: Die gravierenden CPU-Schwachstellen, die Anfang dieses Jahres publik wurden, werden Intel noch eine ganze Weile verfolgen und führen unter anderem zu neuen Schutzmaßnahmen.

Intel hat heute weitreichende hardware-basierte Schutzmaßnahmen gegen die CPU-Schwachstelle Spectre, welche erstmal im vergangenen Jahr entdeckt worden war, angekündigt. Laut Intel-CEO Brian Krzanich wurden dazu vom Chipgiganten Teile der Architektur kommender Prozessoren so modifiziert, dass diese ab Werk einen speziellen Schutz gegen die Spectre-Varianten mitbringen werden. Gegen die zweite publik gewordene CPU-Schwachstelle mit dem Spitznamen Meltdown wird allerdings weiterhin ausschließlich software-basiert vorgegangen werden.

Die ersten Intel-CPUs, die inklusive des Hardware-Schutzes gegen Spectre auf den Markt kommen werden, sind laut offizieller Angaben die nächste Xeon-Generation - Codename Cascade Lake - sowie Core-Prozessoren der 8. Generation, deren Marktstart in der zweiten Jahreshälfte 2018 geplant ist. Für alle anderen bislang erschienen Intel-Prozessoren werden Nutzer hingegen auf die inzwischen bekannten Firmware-Updates vertrauen müssen, um sich nachhaltig gegen die Spectre-Varianten zu schützen. Diese Patches können sich allerdings negativ auf die CPU-Performance auswirken, wie Untersuchen von Intel und Microsoft gezeigt haben. Für die kommenden Chips erwartet Intel hingegen keinerlei solcher Einbußen. Krzanich spricht ganz konkret von „dem Ziel, nicht nur die beste Leistung, sondern auch die beste Sicherheitsleistung zu bieten.“

Im Zuge der heutigen Ankündigung verrät Intel außerdem, dass mittlerweile Firmware-Updates mit passenden Gegenmaßnahmen gegen Spectre und Meltdown für 100 Prozent der Intel-Chips, die in den letzten fünf Jahren auf den Markt gebracht wurden, zur Verfügung stehen. Diese Updates müssen nun von PC- und Mainboard-Herstellern für Kunden bereitgestellt werden, aber auch Microsoft versorgt über seinen Windows Update Katalog Kunden beziehungsweise Administratoren mit diesen Fixes.

Die Spectre und Meltdown Schwachstellen haben Intel in den vergangenen Monaten reichlich Ärger eingebracht. Zum einen gab es viel negative Publicity für den Chipriesen, da das Unternehmen leider sehr lange brauchte, um überhaupt adäquat auf ein derart großes Sicherheitsproblem zu reagieren, von dem es selbst im Juni 2017 von Googles Project Zero Team in Kenntnis gesetzt worden war. Zum anderen entpuppten sich die ersten Software-Fixes, die Intel im Januar 2018 bereitgestellt hatte, schnell als fehlerbehaftet, da sie unter anderem zu sporadischen Neustarts bei PCs führen konnten. Das Problem sorgte natürlich ebenfalls für Unmut und/oder Verunsicherung unter Nutzern, wurde aber inzwischen mit überarbeiteten Versionen der Firmware-Updates aus der Welt geschafft.

Spectre und Meltdown werden aber vermutlich auch juristische Konsequenzen für Intel haben. Das Unternehmen sieht sich auf Basis der Sicherheitsproblematik inzwischen mit mindestens 32 Klagen konfrontiert, wie beispielsweise die US-Publikation The Verge informierte.

Quelle: Intel, The Verge