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  3. Google will Passwörter unter Android bald obsolet machen

Google könnte bereits am Ende dieses Jahres damit beginnen, Android-Nutzern den weitgehenden Verzicht auf Passworteingaben zu ermöglichen. Als Ersatz sollen sogenannte Trust Scores dienen.Bildquelle: notebookinfo.de
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Project Abacus: Google greift zur Prüfung der Vertrauenswürdigkeit des aktuellen Nutzers auf Sensordaten des Smartphones zurück.

Wenn es nach Google geht, dann ist die Eingabe von Passwörtern bei der Computernutzung schon bald Geschichte - zumindest wenn auf dem verwendeten Gerät das Android-Betriebssystems läuft. Wie der Internetriese jüngst während seiner Entwickerkonferenz Google I/O 2016 bekannt gab, könnten Passwörter noch in diesem Jahr fast vollständig durch sogenannte "Trust Scores" ersetzt werden. Trust Scores - was sich hierzulande vielleicht am ehesten mit dem Ausdruck "Vertrauenspunkte" übersetzen lässt - sind spezielle Informationen, durch die eine Software die Vertrauenswürdigkeit des gerade aktiven Nutzern eindeutig bestimmen kann. Google arbeitet eigenen Angaben nach bereits mit "mehreren sehr großen" Finanzinstituten zusammen, um in den kommenden Wochen mit der Auslieferung von Software-Werkzeugen zu beginnen, die den Unternehmen dabei helfen sollen, dieses neuartige Sicherheitssystemen zu implementieren und ausgiebig zu testen.

Vorausgesetzt die weiteren Etappen des Testlaufes der Technologie können erfolgreich abgeschlossen werden will Google Android-Entwicklern auf der ganzen Welt schon zum Ende dieses Jahres hin die nötigen Mittel zur Hand geben, um sie ebenfalls für eigene Projekte beziehungsweise Apps zu nutzen.

Trust Scores oder Vertrauenspunkte werden von dem von Google unter dem Codenamen "Project Abacus" entwickelten Sicherheitssystem auf Grundlage von ganz speziellen Nutzerdaten ermittelt. Zu diesen gehören beispielsweise Standortinformationen, Sprach- und Gesichtserkennungsdaten sowie gewisse Texteingabemuster. Mit Smart Lock liefert das Unternehmen schon eine ganze Weile ein Feature zusammen mit Android aus, das nun als Vorbote von dem verstanden werden muss, was schlussendlich mit Project Abacus erreicht werden soll.

Google beabsichtigt unter anderem, unterschiedlichen Apps verschiedene Trust Scores zuzuschreiben. So ist beispielsweise vorstellbar, dass eine Online-Banking-App nach mehr Vertrauenspunkten verlangt als etwa Instagram. Für die ordnungsgemäße Funktionsweise des Systems soll die für die Datenerhebung und Sicherheitschecks verantwortliche Software permanent auf dem Gerät im Hintergrund mitlaufen und muss Zugriff auf sämtliche Gerätesensoren haben, um den Grad der Vertrauenswürdigkeit des Nutzer festzustellen. Sofern die Software dann keine Bedenken anmeldet beziehungsweise der aktuelle Trust Score für eine App ausreichend hoch ist, entfällt die Passworteingabe.

Bevor sich Google jedoch konkreter zu den Einführungsplänen des potentiellen Passwort-Killer-Features äußern will, muss nun erst einmal das Ergebnis des oben erwähnten Testlaufes mit einigen Banken abgewartet werden. Die beim Internetriesen intern durchgeführten Experimente mit dem neuen Sicherheitssystem scheinen aber sehr vielversprechend gewesen zu sein. Jedenfalls gab sich das Unternehmen zur I/O sehr zuversichtlich.

Auf einem ganz anderen Blatt steht allerdings im Hinblick auf die Funktionsweise von Project Abacus das Thema "Schutz persönlicher Daten". Noch bevor die Technologie überhaupt in einem größeren Ausmaß getestet werden konnte, scheint eine Flutwelle der Kritik durch Datenschützer praktisch unvermeidlich.

Quelle: TechCrunch

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