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  3. Google: Erste Android N Preview bringt Multi-Window-Modus

Google liefert die erste Vorschauversion von Android N aus. Damit legt der Internetriese in diesem Jahr überraschend früh die Karten auf den Tisch und verrät der Welt einige der wichtigsten Neuerungen des Nachfolgers von Android 6.0 Marshmallow.Bildquelle: Google
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Android N: Googles neueste Android-Version hat noch keinen offiziellen Namen, sieht aber schon jetzt sehr vielversprechend aus.

Die aktuelle Android-Version 6.0 alias Marshmallow hat noch nicht einmal 5 Prozent Marktanteil erreicht, das stellt Google für viele Branchenbeobachter überraschend bereits die nächste Android-Version vor. Android N hat zwar noch keinen offiziellen Namen, steht aber trotzdem ab sofort als Vorschauversion für Entwickler (und alle anderen Wagemutigen) zum Download bereit. Einzige Voraussetzung zur Installation der Preview ist eines von mehreren ausgewählten Nexus-Geräten.

Deutlich früher als in Jahren zuvor bringt Google diesmal die erste Developer Preview seiner neuesten Android-Ausgabe in Umlauf. Eigentlich diente dazu die regelmäßig im Mai oder Juni eines Jahres stattfindende Entwicklerkonferenz Google I/O. Das hat zwei wichtige Implikationen: Einerseits bringt die im Moment erhältliche erste Android N Vorschauversion verständlicher Weise zahlreiche Bugs und noch lange nicht alle geplanten Neuerungen mit, andererseits haben Entwickler 2016 jedoch mehr Zeit denn je sich mit dem Betriebssystem auseinanderzusetzen, eigene Apps anzupassen oder gar neue zu entwickeln und Google vor allem hilfreiches Feedback zu geben.

Einhergehend mit der Veröffentlichung der ersten Android N Developer Preview hat sich Google außerdem einen recht ambitionierten Zeitplan für den weiteren Entwicklungsverlauf gesteckt. Das Unternehmen will ab jetzt monatlich bis Juli 2016 eine neue Preview-Fassung bereitstellen, um dann Ende des Sommers die fertige Version an seine Hardware-Partner verteilen zu können. Somit sollen die Geräte-Hersteller ebenfalls früher als bisher mit ihren spezifischen Anpassungen am Mobil-OS beginnen können.

Was ist neu?

Zunächst einmal wird allen Android-Kennern sofort auffallen, dass das grundsätzliche Oberflächen-Design von Android N genauso belassen wurde wie es von Android 6.0 Marshmallow her bekannt ist. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, hat Googles Material-Design doch erst wenige Jahre auf dem Buckel. Eine der wohl wichtigsten Neuerungen von Android N hat allerdings trotzdem etwas mit dem Interface zu tun. Google spendiert seinem Betriebssystem nämlich endlich einen ausgereiften Multitasking-Modus. So können sich zwei Apps nebeneinander auf dem Bildschirm anzeigen und nutzen lassen, wie es in vergleichbarer Form bereits seit längerem auf einigen von Herstellern selbst entsprechend modifizierten Android-Geräten, Windows 8/10 Tablets oder seit 2015 auch auf Apples iPads möglich ist. Von dem neuen Splitscreen-Feature dürften auch im Android-Lager hauptsächlich Tablets wie Googles eigenes Pixel C profitieren, aber die Verwendung von zwei Apps parallel ist auch auf einem Smartphone und sogar einem Fernseher (Android TV) gestattet.

Ein weiterer sehr wichtiger Bereich, den sich Google in Android N vorgeknöpft hat, ist die Benachrichtigungszentrale. Alle Benachrichtigungen einer App können nun gebündelt dargestellt werden, was den Benachrichtigungsbereich übersichtlicher machen soll. Zudem kann auf eingehende Benachrichtigung nun umfassender als bisher direkt reagiert werden.

Ebenfalls gearbeitet hat Google an dem Energiesparmodus Doze, der mit Marshmallow eingeführt worden ist und Geräten zu längeren Standby-Zeiten verhilft. In Android N funktioniert Doze nicht mehr nur dann, wenn ein Gerät eine gewisse Zeit lang nicht benutzt wurde, sondern aktiviert sich häufig bereits, wenn das Display ausgeschaltet ist. Somit soll Doze in Android N noch positivere Auswirkungen auf die Akkulaufzeit haben. Drüber hinaus unterstützt die neue Android-Version Java 8.

Rätselraten um den Namen

Android N hat wie eingangs erwähnt noch keinen offiziellen Namen und auch keine Versionsnummer. Denkbar wären beispielsweise Android 6.1 oder 7.0. Zudem ist die aktuelle Preview eine an vielen Stellen noch unfertige Version, weshalb sie nicht einwandfrei läuft und Google auch ausdrücklich davon abrät, sie auf Produktivgeräten einzusetzen.

Was die Liste der mit der Android N Entwicklerversion kompatiblen Geräte betrifft, ist zu sagen, dass diese recht kurz ausfällt. Laut Googles Angaben werden die Smartphones Nexus 6, Nexus 5X und Nexus 6P, die Tablets Nexus 9 und Pixel C sowie die Set-Top-Box Nexus Player unterstützt.

Android Beta Programm

Eine sehr bedeutende und für viele sicherlich höchst willkommene Neuerung, die Google zusammen mit Android N einführt, ist schließlich das offizielle Android Beta Programm, das wohl am besten mit Apples iOS/OS X Beta Programm oder Microsofts Windows Insider Programm zu vergleichen ist. Entwickler und jegliche interessierten Nutzer, die eine Android N Developer Preview testen wollen, haben dadurch eine neue, völlig unkomplizierte Option, dies zu tun.

Nach wie vor stellt Google zwar passende Factory Images der gerade aktuellsten Developer Preview für alle unterstützten Geräte zum Download bereit, die manuell vom Nutzer installiert werden müssen, viel einfacher ist es aber ab sofort, sich auf der neu eingerichteten Webseite des Android Beta Programmsanzumelden und ein geeignetes Gerät dort für den Empfang von Vorschauversionen zu registrieren. Ist dieser Schritt vollzogen, können die Android N Previews einfach als Over the Air (OTA) Update auf dem registrierten Smartphone, Tablet oder der Android TV Box heruntergeladen und installiert werden. Google verspricht zudem regelmäßige Beta-Aktualisierungen auf diesem Weg und sogar das OTA-Update auf die finale Android N Version soll möglich sein, sobald diese später in diesem Jahr verfügbar ist.

Wer eines seiner Geräte für das Beta-Programm angemeldet hat, aber mit einer Android N Developer Preview Schwierigkeiten bekommt, der soll laut Google auch wieder ganz einfach zu Android 6.0 Marshmallow zurückkehren können. Es reicht aus, das entsprechende Gerät auf der Webseite des Beta Programms abzumelden, und nach kurzer Zeit wird via OTA-Update die gerade aktuellste stabile Android-Version eingespielt. Nutzer sollten allerdings beachten, dass bei diesem letzten Schritt alle Daten auf dem Gerät gelöscht werden. Unter Umständen ist also das Erstellen eines vollständigen Backups ratsam.

Quelle: Google #1, Google #2

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