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Google Chrome könnte bald nativen Ad-Blocker bieten (Bild 1 von 1)Bildquelle: Google
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Better Ads: Google könnte mit der Entscheidung, in Chrome einen Ad-Blocker zu implementieren, das Ende von all zu aufdringlicher Internet-Werbung einläuten.

Trotz der eigenen Abhängigkeit von Werbung als Einnahmequelle arbeitet Google offenbar daran, einen Werbeblocker (Ad-Blocker) in Chrome zu integrieren. Das soll sowohl für die Desktop- als auch die Mobil-Variante des Browsers gelten und dürfte verschiedene Plattformen (Android, iOS, macOS und Windows), auf denen das Programm genutzt werden kann, umfassen.

Das neue Feature könnte laut einem aktuellen Bericht des Wall Street Journal standardmäßig in einem der kommenden Versions-Updates von Chrome aktiviert sein. Allerdings soll der Ad-Blocker von Google nicht so aggressiv arbeiten wie viele der inzwischen erhältlichen Browsererweitungen mit ähnlichem Ziel. Im Gegensatz zu diesen Drittanbieterlösungen würde Chrome automatisch nur jene Werbeeinblendungen auf Webseiten herausfiltern, die gegen Standards vorstoßen, auf die sich vor kurzem die sogenannte "Coalition for Better Ads" (zu der unter anderem auch Google gehört) verständigen konnte.Zu den demnach als „schlechte Werbung" eingestuften Ads gehören beispielsweise Pop-ups, automatisch startende Videos mit Ton sowie Werbeeinblendungen, die vom Betrachter nicht übersprungen werden können und erst nach Ablauf eines Countdowns enden.

Den vorliegenden Angaben nach ist bislang noch keine endgültige Entscheidung seitens Google in der Angelegenheit gefallen und somit auch in Sachen Umsetzung nichts in Stein gemeißelt. Der Internetgigant soll es allerdings ernsthaft in Betracht ziehen, mit einem Ad-Blocker in Chrome sämtliche besonders aufdringliche Werbung automatisch zu blockieren. Mit Blick auf die mittlerweile von Chrome weltweit erreichte Verbreitung wären somit so gut wie alle Webseiten-Betreiber angehalten, deutlich vorsichtiger bei der Wahl ihrer Sponsoren vorzugehen.

Die Frage, die sich an dieser Stelle aufdrängt, ist freilich, warum ausgerechnet Google einen solchen Schritt abwägt. Die Antwort darauf ist aber offenbar überraschend einfach. Laut dem Wall Street Journal möchte der Internetriese damit schlicht der rapide zunehmenden Verbreitung von Ad-Blockern Dritter entgegenwirken, von denen viele so arbeiten, dass sämtliche Werbung auf einer Webseite herausgefiltert wird. Dies wiederum schädigt natürlich Googles Geschäft und auch dem anderer Unternehmen und Webseiten-Betreiber deutlich mehr, als wenn nur einige bestimmte Werbeanzeigen geblockt würden.

Übrigens: Dem deutschen Entwicklerteam Eyeo, das den bekannten Werbeblocker Adblock Plus auf den Markt gebracht hat, zahlen viele Unternehmen, darunter auch Google, seit geraumer Zeit gutes Geld dafür, in deren „Acceptable Ads“ Programm aufgenommen zu werden. Die Filter von Adblock Plus lassen nämlich bestimmte Werbung der zahlenden Mitglieder dieses Programms einfach durch.

Quelle: Wall Street Journal

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