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Google Android O: Erste Details zum neuen Update (Bild 1 von 1)Bildquelle: Google
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Kein Innehalten: Obwohl der Verteilungsgrad des im Herbst 2016 erschienenen Android 7.0 Nougat im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegt, muss Google mit Android O neue Akzente setzen.

Vor etwas mehr als einem Jahr überraschte Google mit einer ungewöhnlich früh im Jahr angesetzten Veröffentlichung der ersten Developer Preview von Android N, dem Betriebssystem also, das schlussendlich als Android 7.0 Nougat erschien. In dieser Woche nun hat der Internetriese die nächste Android-Hauptversion, die derzeit schlicht und einfach als „Android O“ bezeichnet wird, angekündigt, einige deren Neuerungen verraten und auch eine erste Vorschau-Build speziell für Entwickler bereitgestellt.

Wie Google es selbst beschreibt, befindet sich Android O derzeit noch ein gutes Stück weit entfernt von der Fertigstellung. Somit spricht das Unternehmen noch nicht über alle geplanten neuen Features sowie Verbesserungen und stellt die erste Developer Preview des OS-Updates auch nicht über das öffentliche Android Beta Programm zum Download bereit. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es noch mehr zu Android O auf der Entwicklerkonferenz Google I/O zu erfahren geben, die Google in diesem Jahr von 17. bis 19. Mai abhalten wird.

Trotz des noch nicht allzu ausgereiften Entwicklungsstandes der ersten Developer Preview von Android O beinhaltet diese durchaus eine beachtliche Zahl neuer Features, die Google auf seinem Android Developer Blog näher beleuchtet hat.

Die wichtigsten derzeit bekannten Neuerungen von Android O

Zusammenarbeit mit Partnern: Einige Hardware- und Chip-Hersteller wurden von Google bei der Entwicklung von Android O frühzeitiger und intensiver denn je in den Arbeitsprozess mit einbezogen. Beispielsweise Sony konnte dabei helfen, dem Betriebssystem Unterstützung für den LDAC-Codec für hochwertige Übertragung von Audiosignalen über Bluetooth hinzuzufügen und diverse Verbesserungen und Fehlerkorrekturen zu implementieren.

AAudio API für Pro Audio: Mit AAudio führt Google eine neue Entwicklerschnittstelle ein, die speziell für Apps designt wurde, welche eine qualitativ hochwertige Audio-Ausgabe mit niedriger Latenz benötigen.

Verbesserungen für WebView: Apps, die WebView unterstützen, sprich Webseiten darstellen können, sollen durch eine neue API sowie das Aufrufen von Web-Inhalten in einem isolierten Prozess stabiler und sicherer laufen.

Konnektivität: Neben den erwähnten Audio-Verbesserungen bei Bluetooth-Verbindungen fügt Google Android O auch ein neues WLAN-Feature namens „Wi-Fi Aware“ hinzu. Es soll Geräte mit der richtigen Hardware dazu befähigen, untereinander über WLAN ganz ohne Internet Access Point zu kommunizieren.

Runtime-Optimierungen: Mit Android O unterstützt Google neue APIs der Programmiersprache Java 8 und führt Optimierungen der Android-Runtime ein, die das OS schneller denn je machen sollen.

Benachrichtigungskanäle: Google tüftelt weiter am Benachrichtigungssystem von Android. In Android O können Benachrichtigungen nach App-Typ geordnet in Kategorien zusammengefasst werden. Dies soll den Vorteil mit sich bringen, dass Nutzer es einfacher haben, festzulegen, in welcher Form sie von unterschiedlichen Apps mit Benachrichtigungen konfrontiert werden wollen. Beispielsweise lässt sich ein ganz bestimmter Benachrichtigungskanal stummschalten, wodurch nicht für jede einzelne App darin das Benachrichtigungsverhalten ausgewählt werden muss.

Des Weiteren bekommt die Benachrichtigungsanzeige von Android O einige frische visuelle Akzente spendiert und Benachrichtigungen werden gruppiert dargestellt, was dazu führen soll, dass Nutzen bei einem Blick auf das Display ihres Geräts schneller erkennen können, was gerade wichtig für sie ist.

Automatisches Ausfüllen von Login-Details: In Android O implementiert Googles Entwicklerteam systemweite Unterstützung für Apps, die zur Verwaltung von Passwort- beziehungsweise Login-Informationen genutzt werden können. Entwicklern werden entsprechende APIs zur Verfügung gestellt und Nutzer sollen schlussendlich selbst in der Lage sein, einen Passwort-Manager für die systemweite Verwendung zu wählen so wie sie es jetzt von Tastatur-Apps her kennen.

Darstellung von Inhalten mit erweitertem Farbraum: Android-Entwickler werden ihren Apps unter Android O die Möglichkeit hinzufügen können, Fotos mit erweitertem Farbraum anzuzeigen. Voraussetzung, um von diesem Feature tatsächlich profitieren zu können, sind allerdings selbstverständlich Geräte, die über ein entsprechendes Display verfügen. Vom OS sollen jedenfalls unterschiedliche erweiterte Farbprofile unterstützt werden, darunter AdobeRGB, Pro Photo RGB, DCI-P3 und mehr.

Bild-in-Bild-Modus: Android O bringt für Smartphones und Tablets einen Bild-in-Bild-Modus mit, der es Nutzern erlaubt, etwa ein Youtube-Video in einem kleinen Bereich des Displays auch während der Verwendung einer anderen App weiter abzuspielen. Die Größe des Videofensters kann in einem gewissen Rahmen individuell angepasst werden.

Limitierung von App-Hintergrundaktivitäten: Als das vielleicht wichtigste neue Feature von Android O könnte sich etwas erweisen, das Google als „background limits“ bezeichnet. Das Unternehmen meint damit eine umfassende Ausweitung der automatischen Beschränkungen, die für im Hintergrund laufende App-Aktivitäten bereits mit Android 7.0 Nougat eingeführt worden waren. Im Fokus stehen dabei Limits für Netzwerkübertragungen und Anfragen an Hintergrund- sowie Ortungsdienste. Für Entwickler soll es dadurch leichter werden, Apps anzubieten, die nur minimalen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und Akku-Laufzeit eines Geräts nehmen.

Vier Developer Previews bis zur Fertigstellung

Google hat für die Entwicklergemeinde eine Android O Developer Preview Webseite online geschaltet. Dort sind nicht nur alle bislang enthüllten Details zur neuen Android-Version nachzulesen, sondern es findet sich auch ein Zeitplan für die restliche Entwicklungsarbeit. Demnach plant der Internetriese die Veröffentlichung von insgesamt vier Developer Preview Builds, von denen die nun verfügbare erste Ausgabe als Alpha-Version zu sehen ist. Die zweite Developer Preview soll im Mai – also höchstwahrscheinlich zur Google I/O – folgen und dann das Beta-Emblem tragen. Es ist wahrscheinlich, dass dies die erste Android O Version sein wird, die über das Android Beta Programm bezogen werden kann. Mit Developer Preview Nummer drei ist im Juni und mit der vierten und letzten schließlich im Juli zu rechnen.

Sobald Google Android O nach diesem Fahrplan fertiggestellt hat, wird das Unternehmen einen offiziellen Spitznamen für das Betriebssystem verkünden und einige seiner eigenen Pixel- beziehungsweise Nexus-Geräte mit einem passenden Update versorgen. Davon abgesehen wird die neue OS-Version natürlich dann auch für das Android Open-Source Project (AOSP) freigegeben und Hardware-Hersteller können beginnen, ihre eigenen Anpassungen daran vorzunehmen.

Wie eingangs schon einmal erwähnt ist die erste Developer Preview von Android O noch nicht über das öffentliche Android Beta Programm beziehbar. Alle interessierten Wagemutigen und/oder Entwickler müssen sich die Alpha-Version des Betriebssystems also zunächst als Image-Datei herunterladen und dieses danach manuell auf ein unterstütztes Gerät aufspielen. Unternommen werden sollte das jedoch tatsächlich nur von erfahrenen Anwendern mit dem nötigen Know-how. Installiert werden kann die Developer Preview 1 auf den Smartphones Nexus 5X, Nexus 6P, Pixel und Pixel XL, dem Tablet Pixel C sowie der Set-Top-Box Nexus Player.

Quelle: Google

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