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  3. Event Kommentar: Acer setzt auf Masse und Klasse. Der richtige Weg?

Acer CEO Jason ChenBildquelle: notebookinfo.de | st
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Neue Wege: Acer CEO Jason Chen erklärt die neue Ausrichtung des IT-Konzerns und mit welchen Produkten man durchstarten will.

In den Köpfen der Deutschen hat sich Acer in den letzten Jahren ein „Billig“-Image aufgebaut, das der Konzern mit gutem Fortschritt versucht wieder abzubauen. Vor allem mit den Ultrabooks Aspire S7 und Aspire S5 haben die Taiwanesen gezeigt, dass hochwertige Materialien und qualitative Präzisionsarbeit auch bei Acer an der Tagesordnung sein können. Hinzu kam im letzten Jahr das Acer Aspire R7, mit dem man gezeigt hat, dass das Unternehmen auch risikofreudig ist und unkonventionellen Designs eine Chance gibt. Vielleicht kein großer Erfolg aus der Verkaufsperspektive, aber ein gutes Statement sich vom Einheitsbrei verabschieden zu wollen. Es folgten ein neuer, jüngerer Internet-Auftritt und die großen Kampagnen rund um das Thema „Touch“.

Fast schon über Nacht konnte sich Acer mit einer neuen, klaren Linie vom altbackenen Traditionsunternehmen in einen deutlich kreativeren Konzern verwandeln. In vielen Bereich versucht sich Acer auch von der „First to the Market“-Strategie zu entfernen, vor allem was die künstlich von Microsoft und Intel beeinflussten Trends angeht. Man hat deutlich länger abgewartet, bis man im mittel- und hochpreisigen Bereich Ultrabooks und Windows 8.1 Tablets an den Mann bringen wollte. In großen Dimensionen eine Nische besetzen zu wollen, muss nämlich nicht immer einen Vorteil mit sich bringen.

Neben dem Ansatz im Premium-Segment keine Schnellschüsse auf den Markt zu bringen, legt Acer in Sachen Tablets und Smartphones einen überlegten Gang zu. Die Marken Acer Liquid und Iconia verbreiten sich im Portfolio wie ein Lauffeuer. Oftmals werden sogar kürzere Produktzyklen als bei Samsung angedacht. Gut sichtbar bei den Android-Tablets der Acer Iconia A1 und Iconia B1 Serie, die nun auch als Iconia Tab 7 und Iconia One 7 geführt werden. Für uns IT-Journalisten oftmals verwirrend, für Otto Normalverbraucher und die Media Markt Kundschaft genau das Richtige. Schließlich greift man doch lieber zum „neuen Acer Tablet“. Die vereinfachte Namengebung unterstützt diese Konzept, genauso wie die extrem niedrigen Preise von unter 250 US-Dollar.

Die neuen Produkte im Detail
Notebooks: Die neuen Acer Aspire E-Series Modelle im Überblick
Tablets: Alles über Acer Aspire Switch 10, Iconia One 7 und Iconia Tab 7

Man trifft bei Acer also auf den überlegten Premium-Markt mit Ultrabooks, High-End-Smartphones und Design-Konzepten sowie auf den schnelllebigen Bereich der günstigen Einsteiger- und Mittelklasse-Handys sowie Low-Budget-Tablets an. Hinzu kommt das Festhalten am Altbewährten. Im Notebook-Bereich sind das klar die Serien Acer Aspire V5 und Aspire V3. Gute Multimedia- und Gaming-Notebooks zu einem mehr als attraktiven Preis und in verschiedenen Konfigurationen, auch ohne Betriebssystem. Damit scheint Acer den Nerv der Deutschen richtig getroffen zu haben.

Auf den ersten Blick wirkt die neue Strategie richtig. Acer bedient mit einem großen Portfolio nahezu alle Käuferschichten und bietet global gesehen ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei genauerer Betrachtung erkennt man allerdings den Druck, den Hersteller wie Samsung, Lenovo und ASUS aufbauen, was zu stark verkürzten Produktzyklen führt. Das sorgt für einen Beigeschmack, bei dem man bereits beim Neukauf ahnt, dass man in ein paar Wochen und Monaten schon wieder ein veraltetes Gerät in den Händen hält. Vor allem aber bei Tablets kann man sich damit trösten, dass Otto Normalverbraucher den Geldbeutel nicht weit aufmachen musste und damit sicher auch gut leben kann.

Unserer Meinung nach entwickelt sich Acer von Jahr zu Jahr weiter und versucht auch im Low-Budget-Segment viele gute und hochwertige Produkte zu platzieren. Das spült zwar weniger Geld in die Taschen von Acer, dafür könnte sich der Marktanteil rasant erhöhen und vor allem die preisbewussten Deutschen wären höchst zufrieden. Wir sind gespannt, welche Entwicklungen die Taiwanesen in nächster Zeit durchmachen und welchen frischen Wind der seit Januar 2014 tätige, neue CEO Jason Chen mitbringt.

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