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  3. Erster Eindruck: Huawei Ascend P7 im Hands-On

Huawei Ascend P7 Hands On / Event ParisBildquelle: notebookinfo.de | st
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Keynote: Richard Yu - CEO der Huawei Consumer BG - stellt das neue Ascend P7 Flaggschiff-Smartphone in Paris vor.

Knapp 419 Euro soll das Huawei Ascend P7 kosten, erste Shops listen das Smartphone sogar schon ab 370 Euro. Damit ist es zum Start rund 200 Euro günstiger als das Samsung Galaxy S5, das HTC One M8 und das Sony Xperia Z2. Die Design-Sprache erinnert stark an den Vorgänger Ascend P6 und bekräftigt somit den Kurs des chinesischen Unternehmens, dass man auf das richtige Pferd gesetzt hat. Wieder einmal heißt es: Extrem schlank (6,5 mm), hochwertige Materialien und eine gute Verarbeitung. Die Front und Rückseite bestehen aus Gorilla Glass 3, während die Seitenränder von einer gebürsteten Aluminium-Leiste eingefasst werden. Sucht man den Optik-Vergleich zu anderen Smartphones, erinnert das Huawei Ascend P7 sowohl an die Sony Xperia Z Serie, als auch an das erfolgreiche Apple iPhone 4 und iPhone 4s. Schön anzusehen ist vor allem die metallische Struktur, die sich hinter der Glasrückseite verbirgt und beim Auftreffen von Licht für einen kleinen „Wow“-Effekt sorgt. In fast allen Belangen vermittelt das Huawei Ascend P7 also eine Wertigkeit, die wir sonst nur im Preisbereich von über 500 Euro erwartet hätten.

Doch wo ist nun der Haken? Warum ist das Ascend P7 als Flaggschiff deutlich günstiger als die Smartphones von Apple, Samsung, HTC und Sony? Sparen konnte man vor allem beim Prozessor, der von Huawei selbst hergestellt wird. Auf Basis des ARM Cortex A9 wird der HiSilivon Kirin 910T verbaut, der auf vier Rechenkernen (Quad-Core) eine Taktrate von 1,8 GHz bietet. Dazu gibt es die Mali 450 Grafikeinheit und 2 GB Arbeitsspeicher. Das Gespann liegt in Etwa auf dem Niveau des Qualcomm Snapdragon 600, der in vielen Smartphones aus dem Jahr 2013 zum Einsatz kam. Das reicht locker aus für Webseiten, Spiele und sämtliche Apps aus dem Google Play Store. Die Entwicklung und Leistungssteigerung bei den HiSilicon Chips ist gut zu erkennen und mit dem Kirin 920 steht bereits ein neuer Octa-Core-Prozessor von Huawei in den Startlöchern.

Bei der Ausstattung gibt es kaum etwas zu meckern. LTE mit 150 MBit/s ist mit von der Partie, WLAN mit n-Standard und Bluetooth 4.0 ebenfalls. NFC sorgt für das schnelle Koppeln von Zubehör und für die Kurzdistanzübertragung und auch die Speichererweiterung per MicroSD-Karte ist möglich. Im asiatischen Raum kann der Schacht für die SD-Karte sogar als einer für eine zweite SIM-Karte genutzt werden. Das Dual-SIM-Feature soll allerdings nicht nach Deutschland kommen. Zu verdanken ist das den Mobilfunkanbietern hierzulande, die einer Dual-SIM-Nutzung nicht aufgeschlossen genug gegenüber stehen. Was wir uns auch gewünscht hätten, wäre eine 5,0 GHz Verbindung via WLAN-ac Standard.

Schön aufgefahren hat man auch beim 5 Zoll Display des Huawei Ascend P7. IPS-Technik für eine gute Blickwinkelstabilität und eine zeitgemäße FullHD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel. Zudem ist der Bildschirm hell und kontraststark, sodass Farben gut wiedergegeben werden und auch bei Sonneneinstrahlung Inhalte gut abgelesen werden können. Unsere Candela-Messungen werden wir in der nächsten Woche durchführen, in der dann auch unser ausführlicher Testbericht erscheinen wird. Huawei hat sich dazu entschlossen auf virtuelle On-Screen-Buttons zu setzen, die das Android Betriebssystem steuern. Am unteren Seitenrand wäre allerdings genug Platz gewesen, um auf kapazitive Touch-Buttons im Bildschirmrahmen zu setzen.

„Die können was!“ - Eine Aussagen zu den beiden Kameras, die nicht nur wir auf dem Pariser Huawei-Event in den Mund genommen haben. An der Rückseite sitzt eine 13 Megapixel Kamera mit Autofokus, 28-mm-Weitwinkel, F/2.0-Blende und LED-Blitz. An der Front eine Kamera mit 8 Megapixel. Beide nutzen einen BSI-Sensor und werden von einem separaten Image Signal Prozessor gesteuert. Bei normalem Tageslicht im „intelligenten Modus“ sind die Aufnahmen hervorragend. Vor allem die Generation „Selfie“ wird sich über die hohe Auflösung der Front-Kamera freuen, die nun sogar mit einer Panorama-Funktion ausgestattet ist um Gruppen-Selfies zu ermöglichen - Huawei nennt diesen Trend selbst „Groufie“. Im Low-Light-Bereich hat die Kamera aber immer noch zu kämpfen, auch wenn ein Fortschritt gut zu erkennen ist. In einem solchen Szenario gelten die Kameras der Nokia Lumia Smartphones immer noch als höchste Messlatte. Schön anzusehen ist auch die Kamera-App des Huawei Ascend P7, welche die klassischen Features HDR, Panorama, Best Shot und einige Farbfilter bietet. Im asiatischen Raum ist vor allem der „Verschönern“-Modus beliebt, bei dem Hautkonturen wie Falten ausgemerzt werden, wie uns ein chinesischer Journalist auf dem Event in Paris mitteilte. Einen kleinen Spaß erlaubt sich Huawei auch beim Nachbearbeiten von Fotos. So können wir im Modus „Mit Abitur“ die Belichtung in selbst ausgewählten Bereichen verändern und Fading-Effekte einsetzen. Im großen und ganzen erfüllen die beiden Kameras also gut unsere hohen Anforderungen. Sie sind schnell, liefern sehr gute Aufnahmen und zeigen sich mit einer simplen Handhabung.

Auf der Software-Seite treffen wir auf ein Google Android 4.4.2 KitKat Betriebssystem, das durch die Huawei Emotion UI stark angepasst wurde. Ähnlich wie unter Apple iOS gibt es keinen App Drawer. Alle Programme werden auf den Homescreens verteilt. Das abgerundete Flat-Design findet bei uns in der Redaktion Anklang. Hinzu kommt, dass Huawei mit einer „Designs“-App verschiedene Oberfläche-Formate zur Verfügung stellt, welche Icons, Hintergründe und Widgets umgestaltet lässt. Zum Start stehen neun Themes zur Verfügung. Über eine Online-Plattform in der App können jedoch noch weitere Designs heruntergeladen werden. Somit ist der Faktor der Personalisierung sehr hoch, was uns gefällt. Unnötige Werbe-Apps gab es auf unserem Testgerät des Huawei Ascend P7 nicht. Dafür aber nützliche Features, die von Huawei mitgeliefert werden. Darunter Klassiker wie ein Datei- und Telefon-Manager, aber auch Polaris Office 4.0 und einen System-Optimierer. Letzterer kann auf Knopfdruck alle offenen Apps schließen und den Speicher bereinigen. Sollte das Smartphone also wirklich mal ins Stocken geraten, reicht ein Fingertip und das System ist wieder flott. Natürlich könnt ihr in den Einstellungen genau bestimmen, welche Apps geschlossen werden sollen und in wie weit optimiert werden soll.

Erste Einschätzung / Fazit

Mit dem Ascend P7 ist Huawei ein sehr attraktives Smartphone gelungen, das mit einem hochwertigen Gehäuse, solider Leistung und netten Software-Features punkten kann. Außerdem gefallen uns die Kameras in Sachen Qualität, Schnelligkeit und Einfachheit. Bei der Prozessor-Leistung ist das Maximum natürlich noch weit entfernt, doch dafür spart man über 200 Euro im Vergleich zu anderen Top-Smartphones. Vor allem mit dem 5 Zoll FullHD-Display kann Huawei dieses kleine Manko gut unter den Tisch kehren. Starke Konkurrenz in diesem Preisbereich liefern eigentlich nur Motorola mit dem Moto X und Google bzw. LG mit dem Nexus 5. Letztendlich empfehlen wir unentschlossenen Lesern, die Geräte selbst in die Hand zu nehmen und dem Look & Feel zu vertrauen. Aus Hardware-Sicht kann man bei fast allen genannten Geräten kaum etwas falsch machen.

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