1. Startseite
  2. News
  3. Erster Eindruck & Hands On: Huawei P8 Smartphone ab sofort im Test

Bereits die Verpackung des Huawei P8 erinnert eher an Porsche Design als an ein Schnäppchen.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Fotogalerie (24)
Ab Anfang Mai in Deutschland: Das Huawei P8 startet als Flagship-Device der Chinesen durch. Wir machen den Test.

Gehäuse & Konkurrenzkampf
Größer, schneller, hochwertiger. Auch mit dem P8 schließt sich Huawei dem Weg von Apple, Samsung und HTC an. Mit dem Ascend P7 hat der chinesische Hersteller schon gut vorgelegt und konnte durch ein Gehäuse aus Metall und Glas haptisch sowie optisch überzeugen. Ohne das Design-Rad neu zu erfinden, setzt das Huawei P8 nun auf ein Unibody komplett aus Metall. Kunststoff kommt nur noch bei den Querstreben für die Funkantennen zum Einsatz, ebenso wie eine Glaseinfassung im Bereich der Kamera.

Trotz einer gewissen Einzigartigkeit beim Gehäuse, erkennen wir Parallelen zu anderen Herstellern. Die scharfkantigen Übergänge vom Seitenrand hin zur Rückseite, sowie eben diese, erinnern stark an das Apple iPhone 5s. Der markante Power-Button hingegen hat uns bereits beim Vorgänger P7 an die Xperia Z Serie von Sony denken lassen. Und die Verkleinerung der Display-Ränder bei gleichzeitiger Einbettung eines schwarzen Innenrahmens rund um den Touchscreen kennen wir vom HTC One M9.

Nun könnte man dem Huawei P8 an dieser Stelle eine gewisse Einfallslosigkeit attestieren, doch dafür finden wir zu großen Gefallen an der Kombination der verschiedenen Eigenschaften des Gehäuses. Es liegt gut in der Hand, die Verarbeitung ist gelungen und auch Bauhöhe und Gewicht machen eine gute Figur. Mit 6,4 Millimeter ist das P8 extrem schlank und die 144 Gramm fallen in der Hosentausche kaum auf.

Neuer 4-Farben-Sensor für die Kamera
Neben Sony ist Huawei übrigens der einzige Hersteller, der es schafft seinen Kamera-Sensor komplett im Gehäuse unterzubringen. Bei den Flaggschiffen von Apple, Samsung und HTC steht die Kamera mindestens einen Millimeter aus dem Gehäuse heraus. Und dabei liefert die hier verwendete 13 Megapixel Kamera mit RGBW-Sensor, optischen Bildstabilisator, Autofokus und Dual-LED-Blitz gute bis sehr gute Aufnahmen.

Obwohl man sich bei der Aufmachung der Kamera-Software ebenfalls stark von Apple hat inspirieren lassen, gibt es neben bekannten Funktionen wie HDR, Panorama und Zeitraffer-Aufnahmen ein paar nette Spielereien. Über die Lichtmalerei-Funktion können wir zum Beispiel mit Hilfe einer Taschenlampe oder Wunderkerze Wörter oder Symbole in die Luft schreiben, wie man es von den typischen Silvester-Fotos kennt. Außerdem werden im Super-Nacht-Modus Bilder mit verschiedenen Belichtungsstufen in Serie aufgenommen, um am Ende zu einem bestmöglichen und hellen Bild zusammen gelegt zu werden. Und zu guter letzt bringt der so genannte Regisseur-Modus Freunde und Kollegen zusammen, die ebenfalls ein Huawei P8 besitzen. Mit diesem ist es nämlich möglich die Kameras von bis zu vier Nutzern zu kombinieren und somit eine Szene aus verschiedenen Perspektiven zu drehen.

Vor allem ist die Kamera aber eines: Sehr einfach zu bedienen. Man muss nicht erst in den Einstellungen herumspielen, um ein gutes Foto zu schießen. Und auch die trendigen Selfies gelingen dank der 8 Megapixel Frontkamera vergleichsweise gut. Die von Huawei „Groufie“ getaufte Panorama-Funktion ist hier ebenfalls wieder mit von der Partie.

Prozessor-Leistung mit acht Kernen
Das Huawei P8 setzt auf den neuen HiSilicon Kirin 930 Chip. Er bietet insgesamt acht Rechenkerne und wird somit als Octa-Core-Prozessor bezeichnet. Vier davon arbeiten mit 2,0 GHz, vier weitere mit 1,5 GHz. Um grafische Belange kümmert sich die ARM Mali T628 Grafikeinheit, die im SoC integriert ist. Rein subjektiv ist die Leistung vollkommen ausreichend für Spiele und ein schnelles Handling mit dem P8. Programme werden schnell gestartet und im ersten Test konnten wir keine Ruckler, Aufhänger oder Probleme bei der Bedienung von Google Android 5.0 Lollipop und der darüber liegenden Huawei Emotion UI 3.1 (EMUI) feststellen.

Doch was sagen die Benchmarks? Wir haben die bekannte Software Quadrant, AnTuTu, Geekbench 3 und 3D Mark herangezogen. Hier die ersten Ergebnisse:


Verglichen mit den aktuellen Android-Smartphones HTC One M9 (Snapdragon 810) und Samsung Galaxy S6 (Exynos 7420 Octa) ist der Unterschied deutlich erkennbar. Im Quadrant erreichen die beiden teureren Konkurrenten doppelt so viele Punkte. Der weitaus umfangreichere AnTuTu Test liegt nah an der Leistung des One M9, allerdings fehlen weitere 20 Prozent um in den Bereich des Galaxy S6 vorzustoßen. Die reine Prozessor-Leistung ist im Geekbench 3 auf dem gleichen Niveau wie die des Snapdragon 810. Samsungs Exynos 7240 kann hier allerdings circa 50 Prozent mehr Performance bieten. Zu guter letzt wird im 3DMark deutlich, das die Konkurrenz von HTC und Samsung im Gaming-Bereich deutlich mehr zu bieten hat. Sie erreichen mehr als die doppelte Punktzahl.

Unterm Strich kommt es allerdings auf die Leistung in der Praxis an und die dabei sehr wichtige Auslastung des Akkus. Im kommenden, ausführlichen Testbericht werden wir darauf genauer eingehen.

Display & Emotion UI 3.1 Oberfläche
Auf 5,2 Zoll gibt es eine Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte von 423,6 ppi. Mehr Pixel als beim iPhone 6. Schriften werden extrem scharf dargestellt und auch die Farben wirken knackig. In unserer Redaktion konnten wir das Display mit dem Gossen Mavo Monitor unter die Lupe nehmen, der eine Helligkeit von 400 cd/m2 und einen maximalen Kontrast von 1400:1 festgestellt hat. Somit kann das Huawei P8 auch bei Sonneneinstrahlung überzeugen.

Über die letzen Jahre hinweg versucht Huawei die hauseigene Emotion UI erwachsener zu gestalten. Doch auch mit der aktuellen Version 3.1 erkennt man den asiatisch verspielten Touch der Oberfläche. Trotzdem merken wir, dass das Layout durchgestylter aussieht und die Menüs einfacher aufgebaut sind. Wichtig ist, dass sich die Android 5.0 Lollipop Anpassung schnell und flüssig bedienen lässt. Es gibt intelligente Energiespar-Modi, eine Einhandbedienung und über den Telefonbeschleuniger lässt sich der Arbeitsspeicher von angesammelten Datenmengen befreien, um das System aufzuräumen.

In den ersten beiden Tagen mit dem Huawei P8 sind wir auf jeden Fall sehr angetan, was die Software angeht. Wie sich diese im Alltag schlägt, finden wir in den nächsten Wochen heraus.

Ausstattung & Preiserklärung
Neben dem Kirin 930 Octa-Core-Prozessor, dem 5,2 Zoll FullHD-Display, der 13 Megapixel Kamera und dem gut verarbeiteten Aluminium-Gehäuse setzt das Huawei P8 auf aktuelle Funktechnik. Allerdings nicht im erwarteten High-End-Umfang. WLAN gibt es maximal mit dem N-Standard. 4G LTE lediglich mit Cat. 4 Anbindung. Im Vergleich dazu setzt die Konkurrenz bei ihren Flaggschiffen bereits auf das schnellere WLAN-ac und LTE Cat. 6. Immerhin ist mit Bluetooth 4.1 die neueste Variante verwendet wurden. Ebenso sind GPS, NFC und DLNA mit an Bord. Es bleibt allerdings zu erwähnen, dass man mit dem Anschluss-Portfolio des Huawei P8 trotz der Einschränkungen bestens ausgestattet ist. Schließlich gibt es nur sehr wenige Situationen in denen man bei Übertragungen mehr als 300 MBit/s im WLAN und 150 MBit/s via LTE benötigt.

Irgendwie muss sich ja auch der Preisunterschied bemerkbar machen. Denn das Huawei P8 gibt es bereits ab 499 Euro (UVP). Dabei kommen 3 GB Arbeitsspeicher und 16 GB interner Flash-Speiche (per MicroSD erweiterbar) serienmäßig zum Einsatz. Wer noch mehr Speicher benötigt, der kann zur Premium Version greifen, die bereits 64 GB Kapazität bietet. Im deutschen Partner-Bereich von Huawei werden bisher allerdings nur die Farben Titanium Grey und Mystic Champagne beschrieben, welche auf die Standard Version zutreffen. Die 599 Euro teure Premium-Variante kommt hingegen in den Farben Carbon Black und Prestige Gold.

Zum Abschluss setzen wir alle Hoffnung auf den fest verbauten 2.680 mAh Akku des Huawei P8. In Anbetracht der teilweise geringeren Leistung des Kirin 930 Prozessors und der vielen Energiesparmodi erwarten wir eine Akkulaufzeit von 15 Stunden im Alltag. Das Smartphone sollte also auf eine realistische Nutzungsdauer von 1,5 Tagen kommen. Interessant könnten auch die vielen Audio-Funktionen werden, welche die Sprach- und Lautsprecherqualität deutlich verbessern sollen. Doch dazu später mehr im Testbericht.

Erstes Fazit zum Huawei P8: Es ist schlank. Es ist hochwertig. Es ist schnell. Vor allem aber ist es günstiger als die Konkurrenz von Apple, Samsung und HTC. In den ersten Tagen mit dem Huawei P8 haben wir großen Gefallen am neuen Smartphone-Flaggschiff aus China gefunden. Die 13 Megapixel Kamera macht einen guten Eindruck und das Display liefert genug Pixel und Helligkeit für den hochauflösenden Outdoor-Alltag. Es ist also durchaus Potenzial vorhanden, um wichtige Marktanteile in Deutschland für sich gewinnen zu können.

Interessant wird auch die Preisentwicklung in den ersten 2-3 Monaten sein. Denn die wenigen Lücken im Datenblatt, vor allem bei den Funkverbindungen, lassen das 499 Euro Smartphone fast schon teuer aussehen. Wir können die wichtigsten beiden Fragen schon vor dem Test beantworten. Gibt es ein besseres Smartphone als das Huawei P8? Ja. Sind diese günstiger als das P8? Nein.

Kommentare (2)
Mit dem Absenden erklären Sie Ihr Einverständnis mit den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung.