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HTC Desire 530 Einschätzung - Überteuerter Plastikbomber mit Android Marshmallow

Das HTC Desire 530 ist ein günstiges Mittelklasse-Smartphone, das aus seiner Plastik-Optik keinen Hehl macht. Mit dem neuesten Android 6.0 Marshmallow ausgestattet, bietet es die neuesten Software-Kniffe und eine verbesserte Energieeffizienz. Angesichts des Preises fällt die Hardware-Ausstattung allerdings mehr als mau aus.

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HTC Desire 530 Grau

Erhältlich ist das HTC Desire 530 auf dem deutschen Markt in weißer und grauer Farbe. Im Gegensatz zu vielen Smartphones, welche den Plastik-Look durch eine metallische Optik zu übertünchen versuchen, geht HTC mit dem HTC Desire 530 einen anderen Weg. Es steht zum Plastik und soll damit wahrscheinlich überwiegend eine jüngere Käufergruppe ansprechen, die mehr auf ein hippes Design als auf hochwertige Materialien setzen. Mit seiner Tiefe von nur 8,3 Millimetern ist das HTC Desire 530 ziemlich schlank. Das 5-Zoll-Display macht das HTC Desire 530 zu einem durchschnittlich großen Smartphone, das ein Gewicht von 140 Gramm auf die Waage bringt. Wie bei vielen seiner Smartphones verwendet HTC auch beim HTC Desire 530 ein Super-LCD-Panel, dessen Auflösung 1.280 x 720 Bildpunkte beträgt. Ohne dem Full-HD-Standard zu genügen, reicht die Auflösung doch für eine scharfe und genaue Darstellung. Die Helligkeit ist für die meisten Situationen ausreichend, lediglich bei direktem Sonneneinfall kann die Ablesbarkeit erschwert sein.

Nach einem Blick auf die Hardware-Spezifikationen macht sich schnell Ernüchterung breit. Obwohl das HTC Desire 530 deutlich über 200 Euro kostet, wird es von einem Qualcomm Snapdragon 210 angetrieben. Dieser Chip wird bereits seit 3 Jahren in Smartphones eingesetzt und so verwundert es nicht, dass der verwendete ARM Cortex-A7 Quad-Core-Prozessor weder in Benchmarks noch im Alltag wirklich überzeugen kann. Im Alltag jedenfalls muss man sich auf gelegentliche Hänger, Ruckler und Aussetzer gefasst machen. In modernen Spielen bekommt man es dann mit Frame-Drops, Rucklern und einer insgesamt relativ niedrigen Grafikqualität zu tun, da der eingesetzte Grafikchip nicht mit den Anforderungen moderner Spiele mithalten kann. Der Arbeitsspeicher hat eine Kapazität von 1,5 GB, was für die meisten Anwendungen problemlos reicht. Lediglich beim Multitasking kann es hin und wieder vorkommen, dass das Betriebssystem im Hintergrund laufende Apps beenden muss, um Ressourcen freizuschaufeln. Der Akku mit seinen 2.200 mAh sollte für einen ganzen Tag reichen, wobei die effektive Nutzungsdauer auch von der Nutzungsart abhängt.

Bei der Kamera liegen Licht und Schatten eng beisammen. Der Sensor löst mit acht Megapixeln auf, was für ein Smartphone dieser Preisklasse in guter Wert ist. Zusätzlich ist die Kamera erwartungsgemäß mit Autofokus und LED-Blitz ausgerüstet. Die Fotos des HTC Desire 530 sind recht detailreich für ein günstiges Smartphone, auf der anderen Seite wirken die Farben relativ ausgewaschen. Der HDR-Modus ist zudem nichts für Schnappschuss-Freunde. So hängt sich das Smartphone bei der Verarbeitung eines HDR-Bildes mehrere Sekunden lang auf, so dass es einige Zeit dauert, bis ein neues Bild aufgenommen werden kann. Ein Makel, der sicher der langsamen Hardware geschuldet ist, von der das HTC Desire 530 angetrieben wird.

Der Speicherplatz des Budget-Smartphones beträgt 16 Gigabyte, kann aber nachträglich mittels MicroSD-Karte um bis zu zwei Terabyte erweitert werden. Damit steht selbst für größte Musiksammlungen genügend Platz zur Verfügung. Natürlich unterstützt das HTC Desire 530 auch LTE und kann mit bis zu 150 Mbit/s Daten aus dem Internet saugen. Weiterhin wird Bluetooth 4.1 und WLAN an Drahtlosstandards unterstützt. Navigation ist nach den Standards GLONASS und GPS möglich. Besonders in Sachen Softwareist das HTC Desire 530 topaktuell ausgestattet und arbeitet bereits mit dem neuen Google Android 6.0 Betriebssystem.

Angesichts des vergleichbar hohen Preises fällt es schwer, eine Kaufempfehlung für das HTC Desire 530 auszusprechen. Der größte Vorteil liegt sicherlich im aktuellen Betriebssystem, das bisher von wenigen Smartphones unterstützt wird, in absehbarer Zeit jedoch auf den meisten Geräten laufen wird. Die Hardware ist insgesamt enttäuschend, Smartphones mit einer vergleichbaren Konfiguration sind häufig schon für 150 Euro und weniger zu haben. Das Lenovo S856 beispielsweise bietet ebenfalls ein HD-ready-Display, LTE und eine 8-Megapixel-Knipse, dabei sogar einen schnelleren Prozessor und kostet lediglich 75 Euro. Sofern Android 6.0 also keinen ausschlaggebenden Kaufgrund liefert, macht man keinen Fehler, vor dem Kauf noch ein bisschen zu vergleichen.

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