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Einschätzung Sony Xperia Z5 Premium - Teures Premium-Phablet

Mit dem Sony Xperia Z5 Premium erweitert Sony die Z5-Reihe um ein großes und schweres 5,5-Zoll-Phablet, das als absolutes Spitzenmodell vor allem gut betuchte Käufer finden will, die sich schon lange ein Phablet im Hosentaschenformat wünschen. Das extrem schlanke Design hat jedoch auch Schattenseiten: So ist der Akku nicht sonderlich groß und die Laufzeit fällt entsprechend eher mäßig aus.

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Sony Xperia Z5 Premium Chrom

Einen leichten Stand hat das Sony Xperia Z5 Premium nicht: Mit einem Straßenpreis von um die 700 Euro muss es sich mit der Creme de la Creme im Android-Segment messen, etwa dem Samsung Galaxy S6 Edge, dem Google Nexus 6P oder dem LG G4. Dabei sind die meisten dieser Modelle zudem erheblich günstiger, so dass die Frage im Raum steht, welches Alleinstellungsmerkmal denn nun eigentlich den recht happigen Aufpreis rechtfertigt? Doch der Reihe nach: Das Sony Xperia Z5 Premium ist ein 180 Gramm schweres Phablet, das über ein UHD-Display verfügt. Die Auflösung entspricht 3.840 x 2.160 Bildpunkten. Damit liegt die Pixeldichte mit 801 ppi fast doppelt so hoch, wie beim „gewöhnlichen“ Sony Xperia Z5 mit Full-HD-Display. In der Praxis ist der Unterschied jedoch kaum auszumachen. Man benötigt schon eine Lupe, um im direkten Vergleich zwischen UHD und Full-HD Unterschiede erkennen zu können. Auf der anderen Seite bedeuten mehr Pixel zum einen höhere Leistungsanforderungen, zum anderen auch höheren Stromverbrauch. Dazu kommt dann noch der Sony-typische Blaustich des Bildschirms, der diesen als Alleinstellungsmerkmal eigentlich ausschließt.

Beim Design gibt sich Sony keine Blöße: Nur 7,8 Millimeter dünn und mit dem typischen, kantigen Sony-Design ausgestattet, das man bereits vom Z1 kennt, wirkt das Sony Xperia Z5 Premium schlicht und elegant. Das Display wird von Gorilla Glass geschützt, der Akku ist fest verbaut, so dass das Gehäuse wie aus einem Guss wirkt. Auf der Rückseite findet sich die eher schlicht integrierte Kamera, die mit ihren 23 Megapixeln und Phasenvergleich-AF zumindest auf dem Papier hervorragende Bilder verspricht. Als Ladeanschluss wird ein MHL-fähiger USB-2.0-Port eingesetzt. Das zukunftsträchtige USB3 Typ C, das spätestens in zwei Jahren in der Mehrzahl der Smartphones zu finden sein wird, und dies aus gutem Grund, ist im Sony Xperia Z5 Premium nicht zu finden. Dafür sorgt ein schnell und zuverlässig arbeitender Fingerabdrucksensor für unkomplizierte und gleichzeitig sichere Entsperrung des Phablets. Das Gehäuse ist gegen Wasser und Staub gefeit und übersteht damit selbst heftige Regengüsse oder einen kurzen Ausflug in die Badewanne unbeschadet-

Im Inneren setzt Sony auf das gleiche Pferd wie bei den anderen Z5-Modellen: Ein Qualcomm Snapdragon 810 mit insgesamt acht Kernen soll für eine hervorragende Leistung sorgen. Doch Vorsicht: Der Chip ist als Hitzkopf bekannt. In der Praxis tritt jedoch kein hitzebedingtes Herunterfahren auf, und die Performance ist insgesamt hervorragend. So ist das Sony Xperia Z5 Premium jederzeit flott und reaktionsfreudig und selbst komplexe 3D-Spiele laufen ruckelfrei auf dem Phablet, das sich jedoch beim Zocken merklich erhitzt. Sony verspricht mit dem eingebauten 3.430-mAh-akku eine Laufzeit von zwei Tagen im STAMINA-Modus. In der Praxis erreicht das Smartphone diese Laufzeit nur, wenn man es weitgehend in der Ecke liegen lässt, denn die Hardware und das Display weisen einen sehr hohen Stromverbrauch auf, demgegenüber die Akku-Kapazität nicht sonderlich groß ausfällt. Auf allabendliches Aufladen sollte man sich also besser einstellen.

Die Kamera wurde von den beiden anderen Z5-Modellen übernommen und bietet neben einer hohen Auflösung auch ein sehr lichtstarkes Objektiv. Bei Tageslicht macht das Smartphone gute Fotos mit einem hohen Detailgrad und einem zuverlässig arbeitenden Weißabgleich. Der winzige 1/2.3‘‘-Sensor ist aber spätestens bei Dämmerung sichtlich überfordert und produziert ein sehr starkes Rauschen, was der sehr hohen Auflösung geschuldet ist. Je Mehr Pixel sich nämlich auf den winzigen Sensor zwängen, desto weniger Licht bekommt jeder einzelne Pixel und desto stärker muss das Smartphone hinterher nachbelichten, was eben zu starkem Rauschen führt.

So bleibt am Ende ein extrem teures Smartphone mit extrem schneller Hardware, das im Vergleich zu anderen Highend-Smartphones nicht wirklich einen Mehrwert bieten kann. Das Display löst hoch auf, aber hat einen Blaustich, die Kamera macht bei anderen Herstellern bessere Bilder, etwa bei LG oder Samsung, und auch die Laufzeit kann nicht wirklich überzeugen. Zukunftstaugliche Extras wie etwa USB Typ C fehlen dem Sony Xperia Z5 Premium ebenfalls. Große Schnitzer leistet sich das Sony Xperia Z5 Premium zwar nicht, doch die Konkurrenz in diesem Preissegment ist knallhart und so ist das Smartphone vor allem für Fans des Sony-Designs und von Phablets interessant.

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