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  3. Das 17,3 Zoll Gaming Notebook Roundup - die Leistungsklassen der Nvidia Geforce GTX 700M Familie

LAN-Partie, welcher 17,3 Zoll Gamer darf es sein?Bildquelle: notebookinfo | rk
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LAN-Partie: Welcher 17,3 Zoll Gamer darf es sein?

Irgendwann wird jeder Computer einmal alt und will ersetzt werden, trotz der hohen Dichte an PCs in deutschen Haushalten gibt es auch hin und wieder einen kompletten Neukauf. In der Unterhaltungselektronik herrscht ein universaler Drang hin zu mehr Mobilität, so dass für viele potentielle PC-Käufer ein Desktop-Replacement Notebook am Ende der Überlegungen steht. Trotz stattlicher Bildschirmdiagonalen von 17,3 Zoll erhalten diese Geräte eine gewisse Mobilität, kommen als Gesamtpaket aus Hardware, Bildschirm und Eingabegeräten und in Sachen Leistung muss sich ein modernes Gaming-Notebook nicht vor den Desktop-Rechnern verstecken.

Für Büroarbeiten, Internet, Emails und Chats reicht in der Regel ein preisgünstiges Einsteigergerät, sobald es aber um Spiele geht, muss man sich jedes Quäntchen mehr Bildqualität teuer erkaufen. Dementsprechend breit gefächert ist auch das Angebot an Gaming-Notebooks und mobilen Grafikchips. Um die Entscheidung beim Kauf ein wenig zu erleichtern, haben wir uns sechs typische Vertreter aus der 17,3 Zoll Klasse gestaffelt nach Preis und Leistung herausgegriffen. Etwa1.000 Euro sollte man beim Kauf für eine vernünftige Konfiguration mindestens einplanen. Gespielt werden kann auch mit weitaus weniger Einsatz. Die günstigeren Notebooks ordnen sich allerdings unter dem Oberbegriff „Multimedia“ ein. Bei unserem Roundup geht es um „richtige“ Gamer mit ordentlich Power. Dazu gehört ein moderner Intel Core i7 Quadcore Prozessor, ein FullHD Display, eine dicke Festplatte und die wohl wichtigste Komponente: Eine potente Grafikkarte. Bei letzterer begegnen wir leider einer sehr einseitigen Marktsituation.

Fast nur noch Nvidia Geforce Grafikkarten
Mit AMD und Nvidia finden wir zwar zwei große Player, bei Notebooks über 800 Euro kommt man aber an Nvidia als Grafikchiphersteller nur schwer vorbei. Die Gaming-Serie Nvidia Geforce GTX umfasst dabei vier Chips: Nvidia Geforce GTX 760M, GTX 765M, GTX 770M, GTX 780M. Diese Staffelung findet sich auch in unserem Roundup in dieser Reihenfolge wieder. Jedes Notebook wurde bei uns durch den Testparkour geschickt, neben der Spieletauglichkeit in aktuellen Titeln wie Batman Arkham Origins, Metro Last Light und Tomb Raider begutachteten wir auch Gehäuse, Display, Eingabegeräte und Sound. In unserem Roundup widmen wir uns kurz jedem Notebook mit Stärken und Schwächen, im Anhang daran werden wir die Leistung in Benchmarks verdeutlichen.


Acer Aspire V3-772G-747a8G1TMakk - Einstieg in die Gaming Welt

Derzeit ist das Acer Aspire V3-772G-747a8G1TMakk das günstigste 17-Zoll Gaming Notebook mit einer Geforce GTX 760M Grafikkarte. Das Komplettpaket für 909,- Euro sieht mit einem Intel Core i7-4702MQ Prozessor, 8 GB, 1000 GB Festplatte, FullHD-Display und DVD-Brenner auch sehr rund aus.

Mit 312 Candela pro Quadratmeter zeigt das Display des günstigsten Gamers gleichzeitig die höchste Leuchtkraft, knapp vor dem ASUS ROG. Der Rest des Testfelds bewegt sich mit 230 bis 260 Candela deutlich unter der 300er Marke. Acer fokussiert auf die Kernkomponenten CPU und Grafik, für eine SSD hat es in dieser Konfiguration noch nicht gereicht. Auch das Chassis ist sehr schlich geraten, wir finden weder Metall noch eine Tastaturbeleuchtung. Günstiger als mit dem Acer Aspire V3-772G kann man in das Gaming Segment allerdings nicht einsteigen und wir konnten keine gravierenden Schwächen ausmachen. Wie fix die Kombination Intel Core i7-4702MQ und Nvidia Geforce GTX 760M ist, zeigt unser Benchmarkvergleich im Anhang an die Einzelvorstellungen.


MSI GE70-i765M287 - Mit 2,7 Kilogramm besonders portabel

Für knapp 1.200 Euro verbaut das MSI GE70-i765M287 die nächststärkere Nvidia Geforce GTX 765M Grafikkarte und einen leicht höher getakteten Intel Core i7-4700MQ Quadcore Prozessor. Dessen maximale Leistungsaufnahme liegt mit 47 Watt um 10 Watt höher als die des Intel Core i7-4702MQ im Acer V4-772G. Dementsprechend lauter ist die Kühlung des MSI GE70, die Leistungssteigerung beträgt zwischen 14 und 16 Prozent. Für den Aufpreis gibt es ansonsten noch einen Innenraum mit Metallverkleidung und eine Hintergrundbeleuchtung für die Tastatur. Mit 2,7 Kilo Gewicht zählt das MSI GE70 zu den leichteren Desktop-Replacements und gestaltet die Mitnahme auf Lan-Parties damit etwas komfortabler. Der Akku hält im Schnitt nur eine Stunde und 41 Minuten – eine Steckdose sollte also immer in Reichweite sein.


ASUS G750JX-T4052H - Leise, stylisch und leistungsstark im Mittelfeld

Im Gegensatz zum MSI GE70 setzt das ASUS G750JX nicht auf ein knalliges Chassis, sondern verpackt die nächste Leistungsklasse in Form der Nvidia Geforce GTX 770M Grafik- und Intel Core i7-4700HQ Prozessor-Kombination in einem schlichten aber sehr stimmigen und eleganten Gehäuse. Die gehobene Preisklasse wird mit Softtouch- und Aluminium-Elementen, Hintergrundbeleuchtung für die Tastatur, Metall und einer umfassenderen Ausstattung bestehend aus WLAN ac-Modul, Thunderbolt sowie einem Blu-ray Laufwerk deutlich. Der Betrieb ist mit 41 Dezibel (A) selbst unter voller Auslastung sehr leise und der Akku hält mit 3 Stunden und 44 Minuten auch leicht länger als der des Acer und übertrumpft das in dieser Disziplin eher schwache MSI GE70 um das Doppelte obwohl auf die Nvidia Optimus Technologie zur Nutzung der integrierten Grafik verzichtet wurde.

Leistungsmäßig erarbeitet sich die Nvidia Geforce GTX770M mit dem Intel Core i7-4700HQ (H-Serie CPUs sind fest verlötet) einen Vorsprung von 45 Prozent. Den deutlicheren Vorsprung erhält man mit dem ASUS G750JX im Unigine Valley Extreme HD Benchmark, welchen wir hier generell für die Ermittlung der Leistung in Prozent heranziehen.


Razer Blade Pro - Nur als US-Import erhältlich

Nur als USA-Import für rund 2.350 Euro mit Einfuhrgebühren und Versand empfiehlt sich das Razer Blade Pro als Gaming-Begleiter für absolute Individualisten. So ein Gerät sieht man so schnell kein zweites Mal auf den Lan-Parties und der flache Vollaluminium-Gamer zieht mit seiner Switchblade UI die Blicke auf sich. Die Leistung ordnet sich aufgrund identischer Hardware (Intel Core i7-4700HQ, Nvidia Geforce GTX 765M) neben dem MSI GE70 ein, eine SSD verhilft dem Razer Blade Pro jedoch zu einem kleinen Vorsprung. Das Razer Blade Pro wird in unserem Round Upaufgrund der geringsten Bauhöhe auch am wärmsten.


Alienware 17 - Individuell konfigurierbar mit satter Leistung

Wieder etwas tiefer in die Tasche greift das Dell Alienware 17 mit knapp 2344,- Euro (vernachlässigt man die Importkosten des Razer Blade Pro). Dafür verbaut der stylische Gamer, welcher sich in der Verarbeitung mit dem Razer Blade Pro und dem ASUS G750JX auf einem höheren Level als die anderen 17,3 Zoller bewegt auch die stärkste mobile Grafikkarte: Die Nvidia Geforce GTX 780M setzt noch einmal satte 60 Prozent Grafikleistung oben drauf, auch wenn unser Unigine Valley Benchmark die Geforce GTX 770M irrtümlicherweise vorn sieht. Auch Prozessor und Arbeitsspeicher wurde in unserer Konfiguration auf einen Intel Core i7-4800MQ mit 16 GB RAM aufgestockt – in den meisten Fällen fährt man jedoch mit dem Basismodell schon sehr gut. Dell erlaubt die individuelle Zusammenstellung der Komponenten im hauseigenen Onlineshop – für rund 2000,- Euro kann man auch den kleineren Intel Core i7-Quadcore wählen und verzichtet gleichzeitig auf Blu-ray und 64 GB SSD Cache.


Schenker XMG P723 - Unvernünftig teuer und unvorstellbar flott

Das Schenker XMG P723 bietet sogar die Möglichkeit, zwei Nvidia Geforce GTX 780M Grafikkarten im SLI-Verbund zu betreiben. Wir haben das lächerlich leistungsfähige Notebook für 5.610 Euro als maximal mögliche Konfiguration in unsere Übersicht aufgenommen, nur um zu zeigen, was geht, wenn Geld keine Rolle spielt. Mit Intel Core i7-4930MX Prozessor, zwei Nvidia Geforce GTX 780M Grafikkarten im SLI-Betrieb, 32 GB RAM und vier 512 GB SSDs markiert das Gerät die Leistungsspitze im mobilen Gaming. Einen wirklichen Mehrwert bietet in unseren Augen nur der Verbund aus den zwei Grafikchips. Weder der Prozessor, noch die vier SSDs im RAID 0 liefern tatsächlich spürbare Leistungszuwächse in Spielen. Das SSD Raid überfordert sogar den Controller mit seiner Geschwindigkeit – sinnvoller als 4 SSDs im Verbund wären zwei separate SSD Raid 0 Systeme.

Im Unigine Valley Extreme HD Benchmark toppt das Schenker XMG P723 die einzelne Nvidia Geforce GTX 780M mit dem SLI System um 120 Prozent. Wie die Leistung abseits des synthetischen Benchmarks in tatsächlichen Spielesituationen aussieht, klären wir mit den Ingame-Benchmarks von Batman: Arkham Origins, Metro Last Light und Tomb Raider. Wir nutzen jeweils die maximal mögliche Grafikeinstellung (bis auf Kantenglättung) und den aktuellen Geforce R331 Treiber. Benchmarks wie der Unigine Valley haben das Problem, dass sie Spiele nur simulieren. Das hilft in den meisten Fällen jedoch bei der Vergleichbarkeit der Leistungsfähigkeit von unseren mobilen Grafikchips. Alle Systeme wurden einmal mit dem Basic und einmal mit dem Extreme HD Profil betraut:

"Echte" Spielumgebung - Wie schlägt sich die Hardware bei Batman: Arkham Origins, Metro:Last Light und Tomb Raider?

Mit Nvidia PhysX Partikel-Effekten, Tessellation und HBAO+ Umgebungsverdeckung sieht Batman: Arkham Origins trotz betagter Unreal 3 Engine noch sehr gut aus. Das Spiel, dessen Story zeitlich vor die beiden bereits erschienenen Batman Titel gelegt wurde, besitzt einen internen Benchmark, welchen wir auf unsere Testsysteme losgelassen haben. Die Hardwareanforderungen haben sich seit dem Vorgänger Batman: Arkham City allerdings ein wenig gemildert. Beeindruckend und unerwartet: Schon das Einstiegssystem in unserem Round Up bewältigt fast die maximalen Grafikdetails. Wir wählen keine Kantenglättung und ansonsten die Maximaleinstellung für alle Details in der FullHD-Auflösung.

Der neueste Teil des Tunnelshooters Metro: Last Light konfrontiert nicht nur die Spieler mit dem Horror nach einem Atomkrieg. Auch die Grafikchips stöhnen unter der Belastung von Tessellation, Deferred-Shading mit Screen Space Ambient Occlusion (Umgebungsverdeckung), hochauflösenden Texturen und natürlich aufwendigenNvidia PhysX Effekten. Die von uns gewählte, beinahe ultimative Gafikeinstellung dient nur der Vergleichbarkeit der Nvidia Karten und bereitet selbst Desktop High End Grafikkarten mit hinzugeschaltener SSAA Kantenglättung Probleme. Wir verzichten deswegen auf diesen Performancefresser und geben uns mit FXAA zufrieden.

Ebenso optisch beeindruckend wie Metro: Last Light und Batman: Arkham Origins das aktuelle Lara Croft Abenteuer Tomb Raider. Der Titel nutzt gleichfalls DirectX 11, Tesselation und nicht zuletzt die Haarsimulation TressFX von Nvidia Konkurrent AMD für eine tolle Darstellung. Wir wählten FXAA Kantenglättung und ansonsten alle Stellregler am Anschlag. Die Nvidia Geforce GTX 765M erzwingen niedriegere Details, ab der Nvidia Geforce GTX 770M ist der Titel aber in höchsten Einstellungen, FullHD und mit FXAA Kantenglättung spielbar.

Fazit
Wir haben die durchschnittlichen Frameraten aus sämtlichen Spielen und dem Unigine Valley Benchmark addiert, um die Abstufungen der Leistungsklassen in der Nvidia Geforce GTX 700M Familie zu erhalten. Im Falle der Nvidia GTX 765M, welche zweimal vorkommt, nutzen wir den jeweils höheren Wert zugunsten der Karte:

Sehr schön skaliert Tomb Raider, von Geforce GTX 760M zu 765M sind es knapp 19 Prozent Mehrleistung. Bis zur GTX 770M wiederum 35 Prozent, von dort zur GTX 780M satte 49 Prozent und mit zwei Karten im SLI wird die Performance einer Einzelkarte mit 213 Prozent mehr als verdoppelt. Ähnliche Abstände erhalten wir in Metro: Last Light: 18 Prozent (GTX 760 vs. GTX 765M) durch die höheren Taktraten, 26 Prozent (GTX 765M vs. GTX 770M) dank mehr Speicher mit breiterer Anbindung sowie Shader Units, 41 Prozent (GTX 770M vs. GTX 780M) dank nochmals mehr Shadern, Taktrate, Speicherbandbreite von 256 bit und 5 GB Videospeicher und nur 56 Prozent Zuwachs mit einer zweiten Karte. Nicht alle Spiele honorieren ein SLI-Setup mit doppelter Framerate. Die geringsten Steigerungen zeigt Batman: Arkham Origins, welches auch schon auf dem Acer Aspire V3-772G mit fast voller Grafikpracht flüssig spielbar ist. Die Steigerungen betragen hier: 18 Prozent - 21 Prozent - 48 Prozent - 20 Prozent (SLI).

Mit dieser Verteilung kann man sich in den meisten modernen Spielen, sofern ein Benchmark für eine bestimmte Karte in sehr hoher bis maximaler Detailstufe existiert, die Leistung der jeweiligen Nvidia Geforce GTX 700M Grafik ausrechnen. Wir hoffen, der Vergleich dient als Entscheidungshilfe für den Kauf eines Gaming Notebooks. Wer mit den vielen Einstellmöglichkeiten bezüglich der Grafikdetails überfordert ist, kann das auch ganz einfach der Geforce Experience Software überlassen. Diese erkennt die installierten Spiele und konfiguriert den Detailgrad automatisch. schon mit der Einsteiger-Grafik in diesem Vergleich, der GTX 760M sind so alle aktuellen Spieletitel problemlos flüssig darstellbar. Auch in niedriger Detailstufe sehen die Games schon eine tolle Optik. Mit einer Nvidia Geforce GTX 770M müssen sehr wenige Kompromisse eingegangen werden, die Ultra Einstellungen vieler Toptitel sind lauffähig. Wer eine Nvidia Geforce GTX 780M besitzt, kann auch die Kantenglättungsoptionen hinzuschalten - 4xMSAA würden wir aber auch dort meiden und erst mit einem SLI System nutzen.

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