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BlackBerry will keine Smartphones mehr entwickeln und fertigen (Bild 1 von 1)Bildquelle: BlackBerry
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DTEK50: BlackBerry will sich verstärkt darauf konzentrieren, Smartphones von Drittherstellern zu lizenzieren und mit eigener Software zu ergänzen.

BlackBerry hat angekündigt, künftig darauf zu verzichten, eigene Hardware - allem voran natürlich Smartphones - zu entwickeln und zu produzieren. Stattdessen will sich das kanadische Traditionsunternehmen, das über den Kurs der vergangenen Jahr immer mehr finanziell unter Druck geraten ist, auf Software- und Sicherheitslösungen fokussieren. Diese Entscheidung bedeutet allerdings nicht, dass es keine neuen BlackBerry-Geräte mehr geben wird, denn das Unternehmen wird deren Fertigung an Dritthersteller auslagern. Ein erstes Beispiel für dieses Vorgehen existiert bereits heute in Form des BlackBerry DTEK50, welches eine Kopie des Alcatel Idol 4 ist.

Auch wenn die heutige Nachricht von BlackBerry nun vielleicht den ein oder anderen überraschen mag, kommt die Entscheidung der Kanadier wirklich nicht unerwartet. Das letzte Smartphone, das auch tatsächlich von BlackBerry selbst entwickelt und hergestellt wurde, war das Priv, welches als erstes Android-Gerät des Unternehmens bereits im November 2015 auf den Markt kam. Die Verkaufszahlen von BlackBerry-Smartphones sind davon abgesehen schon seit Jahren im Sturzflug. Laut den Erhebungen der Marktforscher von Gartner etwa konnten die Kanadier im zweiten Quartal 2016 nur noch einen Anteil von 0,1 Prozent des Smartphone-Marktes für sich beanspruchen.

Diese aktuellen Absatzzahlen sind allerdings auch Beleg für einen Prozess, den BlackBerry schon vor mehreren Jahren selbst initiierte. Die Rede ist von einem sukzessiven Rückzug aus dem klassischen Endverbrauchermarkt und dem damit einhergehenden zunehmenden Fokus auf Unternehmen und Regierungsstellen. So erklären sich auch die jüngsten Software-Initiativen von BlackBerry. Das Unternehmen hat im Rahmen der Bekanntgabe aktueller Quartalszahlen beispielsweise die Software BlackBerry Hub+ vorgestellt, bei der es sich um eine Sammlung von Android-Apps für den Produktiveinsatz handelt. Außerdem will der BlackBerry CEO John Chen den Umsatz mit Software und Services bis Ende des laufenden Fiskaljahres um 30 Prozent steigern. Das aktuelle Quartalsergebnis des Unternehmens sieht jedoch erst einmal recht düster aus. In seinem zu Ende gegangenen zweiten Geschäftsquartal musste BlackBerry einen Nettoverlust von 372 Millionen US-Dollar verbuchen.

Quelle: Recode, BlackBerry (PDF)

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