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Bericht: Google will groß in den Gaming-Markt einsteigen (Bild 1 von 1)Bildquelle: Google
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Game-Streaming: Google könnte schon bald als Konkurrent zu Sony, Microsoft und Nintendo den Videospielemarkt betreten, soll dabei aber nicht auf leistungsstarke lokale Hardware, sondern Cloud-Gaming setzen.

Google bereitet einem aktuellen Bericht von Kotaku tatsächlich einen großangelegten Einstieg in den Spielemarkt vor. Teil der Initiative könnte sowohl eine eigene Videospielkonsole als auch ein Spiele-Streaming-Dienst sein. Außerdem soll der Internetriese darauf hinarbeiten, ein eigenes Portfolio an Entwicklerstudios aufzubauen.

Erstmals über entsprechende Pläne von Google berichtet hatte die Webseite The Information bereits im vergangenen Februar. Abgesehen von dem Codenamen „Yeti“, den die Gaming-Initiative bei Google intern bekommen haben soll, waren damals aber kaum Einzelheiten verfügbar. Kotaku bestätigt nun unter anderem einerseits die Aussage von The Information, dass der zentrale Fokus des Projekts auf dem Spiele-Streaming liegen soll und konkretisiert dies andererseits auch mit einem Beispiel: Aktuelle Premiumtitel wie The Witcher 3 sollen dank der Streaming-Technologie einfach in einem Tab des Browsers Chrome wiedergeben werden könne. Das klingt nicht nur ganz ähnlich wie Nvidias bereits bekannter Streaming-Service GeForce Now, sondern soll im Prinzip auch wie dieser funktionieren: Rechenzentren mit einer Vielzahl von leistungsstarken PCs rendern High-End-Spiele und streamen diesen Inhalt in möglichst hoher Qualität (abhängig von der Internetverbindung eines Nutzers) auf Endgeräte wie etwa kompakte Set-Top-Boxen für das Wohnzimmer oder leistungsschwache respektive für Spiele eigentlich ungeeignete PCs.

Streaming-Hardware und -Service alleine reichen aber höchstwahrscheinlich nicht aus, um als neuer Player groß in den Gaming-Markt einzusteigen und vor allem um direkt mit Sony, Nintendo und Microsoft zu konkurrieren. Aus diesem Grund soll Google seit längerem darauf konzentriert sein, Personal für die Spieleproduktion und das notwendige Drumherum zu rekrutieren. Laut dem Kotaku-Artikel war das Unternehmen zur vergangenen E3 im Juni hinter verschlossenen Türen bemüht, das Interesse für Yeti in Industriekreisen ankurbeln und eventuell die ein oder andere Entwicklerstudioübernahme einzufädeln.

Abgesehen von solchen potentiellen zukünftigen Deals hat Google offenbar schon jetzt namhafte Talente aus der Gaming-Branche anlocken können. So arbeitet inzwischen Phil Harrison für den Konzern, der sich in der Vergangenheit sowohl in Microsofts als auch Sonys Spielesparte als leitender Manager Anerkennung verschaffen konnte. Zudem soll Google erfahrenes Personal von Spiele-Publishern wie Sony PlayStation und EA angeworben haben.

Googles jüngste Ambitionen in der Spielebranche kommen freilich nicht vollkommen aus dem Nichts. Mit YouTube besitzt das Unternehme eine gerade für Gamer sehr relevante Videoplattform, über den hauseigenen Play Store werden seit langem Android-Spiele vertrieben und vor einigen Jahren wollte sich der Internetgigant zudem die Streaming-Plattform Twitch einverleiben, wurde damals jedoch von Amazon ausgestochen.

Nichtsdestotrotz ist zu bedenken, dass Google schon fast berüchtigt dafür ist, seine Fühler stets in diverse Richtungen auszustrecken und mit allem möglichen zu experimentieren. Dies muss aber nicht zwangsläufig heißen, dass aus einem Experiment ein marktreifes oder gar ein erfolgreiches Produkt wird. Offizielle Informationen oder auch nur Hinweise gibt es jedenfalls bislang nicht zu dem Projekt Yeti. Somit ist bis auf Weiteres unklar, ob beziehungsweise wann und in welcher Form die Gaming-Initiative der Öffentlichkeit präsentiert werden wird. Immerhin passen die jüngsten Gerüche aber zu aktuellen Trends der Gaming-Branche. Nvidias GeForce Now und Sonys ähnlicher Streaming-Dienst PlayStation Now stellen zweifellos nur den Start eines gerade entstehenden Marktsegments dar. Microsoft hat zur E3 2018 offiziell angekündigt, in den nächsten Jahren ebenfalls einen eigenen Spiele-Streamig-Dienst unter dem Xbox-Label aufbauen zu wollen.

Quelle: Kotaku, The Information