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Bericht: Apple produziert eigene MicroLED-Displays (Bild 1 von 1)Bildquelle: Apple
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Neues im Fokus: Apple verwendet für die Apple Watch seit wenigen Jahren und erst seit kurzem beim iPhone X ein OLED-Panel, könnte aber mittelfristig auf eigene MicroLED-Panel setzen.

Apple arbeitet in einer geheimen Fertigungsanlage in Kalifornien, USA an eigenen Displays mit MicroLED-Technologie. Das geht aus einem neuen Bloomberg-Bericht von Mark Gurman hervor. Eine kleine Zahl der neuartigen Panels soll dort zu Testzwecken bereits produziert werden, was Apple zum ersten Mal in seiner Firmenhistorie auch zu einem Display-Hersteller machen würde.

Die Produktion der MicroLED-Bildschirme ist für Apple laut dem Artikel weit mehr als nur ein Experiment. Das Unternehmen soll bis zum jetzigen Zeitpunkt bereits eine beträchtliche Summe in das Projekt investiert haben, und es ist offenbar geplant, im Laufe der kommenden Jahre mehrere der eigenen Produkt mit der neuen Display-Technologie auszustatten - beginnend mit der Apple Watch.

Gerüchte um eine Apple Watch mit MicroLED-Bildschirm sind nicht neu. Seit Apples Übernahme des Startups LuxVue im Jahr 2014 tauchten immer mal wieder entsprechende Meldungen auf, ohne aber wirklich konkrete Infos preiszugeben oder so ins Detail zu gehen wie der neue Bloomberg-Bericht. Die Display-Produktionsstätte von Apple soll diesem nach 15 Minuten Autofahrzeit vom neuen Apple Park in Cupertino entfernt liegen und derzeit für rund 300 Ingenieure den Arbeitsplatz darstellen. Hauptverantwortlich für das geheime Projekt mit dem Codenamen T159 ist laut Gurman der Apple-Veteran Lynn Youngs, der in der Vergangenheit an der Entwicklung von Touchscreens für das erste iPhone und iPad mitwirkte, und nun der Sparte, die für iPhone und Apple Watch Displays zuständig ist, übersteht.

Trotz großer finanzieller Investitionen vom Konzern und nachhaltiger Bemühungen seitens der Ingenieure ist den vorliegenden Informationen nach jedoch nicht in unmittelbarer Zukunft mit dem ersten marktreifen Apple-Produkt mit MicroLED-Display zu rechnen. Entsprechende Panels böten zwar klare Vorteile gegenüber Panels mit LCD- oder OLED-Technologie, seien allerdings deutlich schwieriger zu produzieren. Dieser Umstand hatte laut Bloomberg vor rund einem Jahr dazu geführt, dass Apple das Projekt beinahe aufgegeben hätte. Inzwischen sei aber eine Apple Watch mit MicroLED-Display „in ein paar Jahren“ realistisch. Das Werk in Kalifornien soll aktuell bereits in der Lage sein, ein funktionsfähiges MicroLED-Display in einer Größe zu fertigen, die für die Apple Watch passend ist.

Die entscheidenden Vorteile, die die MicroLED- gegenüber der OLED-Technologie hat, fußen direkt auf dem Werkstoff, der für die Herstellung der Leuchtdioden des Panels genutzt wird. Daraus resultieren unter anderem ein deutlich höherer Helligkeitswert und Wirkungsgrad. Darüber hinaus sollen MicroLED- im Vergleich zu OLED-Displays höheren Kontrast, einen geringeren Energieverbrauch und schnellere Reaktionszeiten bieten. Insbesondere der niedrigere Strombedarf der Panels erscheint für Mobilgeräte und Wearables, die Apple in großer Menge Jahr für Jahr produziert, wie gemacht.

Interessanterweise beschreibt der Bloomberg-Artikel Apples Bemühungen im Bereich der Display-Fertigung nur als einen weiteren Schritt hin zur vollständigen Kontrolle über all die wichtigsten Komponenten seiner Produktreihen. Ein weiteres beziehungsweise aktuell wohl unbestritten das beste Beispiel für diese Initiative ist, dass das Unternehmen mittlerweile seit Jahren sehr erfolgreich Chips wie zum Beispiel den A10 Fusion oder den A11 Bionic für die eigenen Mobilgeräte designt.

Ob oder wie sich die Produktion eigener MicroLED-Panels langfristig auf Apples Geschäftsbeziehungen zu Display-Herstellern wie Samsung, Japan Display oder LG auswirken wird, bleibt abzuwarten. Es erscheint gegenwärtig zumindest nicht sehr wahrscheinlich, dass Apple in dem erwähnten Werk in Kalifornien Displays für die Apple Watch in millionenfacher Ausführung herstellen wird, und auch der Bloomberg-Artikel führt entsprechendes an. Gurman vermutet, der Konzern werde die eigenen MicroLED-Panels so lange wie nur möglich komplett unter Verschluss halten, um sie dann zu einem geeigneten Zeitpunkt doch von einem Auftragsfertiger in Asien in Serien produzieren zu lassen.

In Anbetracht der Spekulationen rund um Apples Display-Ambitionen und künftige Apple Watch- sowie iPhone-Generationen ist abschließend noch anzumerken, dass Gegenwart und unmittelbare Zukunft der OLED-Technologie gehören. Die Apple Watch wird seit der Markteinführung mit einem entsprechenden Display bestückt und mit dem iPhone X brachten die Kalifornier erst im vergangenen November ihr allererstes iPhone-Modell mit OLED-Panel auf den Markt. Die Gerüchteküche rechnet nun beispielsweise fest mit einem direkten Nachfolger für dieses Smartphone sowie einem größeren Schwestermodell mit 6,5 Zoll OLED-Display für dieses Jahr.

Quelle: Bloomberg

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