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Samsung SSD 840 EVO mSATASBildquelle: notebookinfo | rk
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Samsung SSD 840 EVO: Bis zu 1 TB passen auf die mSATA Steckkarte

Üblicherweise besitzen unsere Redakteure fast jedes Jahr ein neues Notebook, manchmal sogar mehr. Das alte wird verkauft und ein aktuelles muss her. Bisher klappte das ohne Probleme doch nun sind wir mit einem Markt konfrontiert, der das Vorhaben erschwert. Braucht es wirklich einen Intel Prozessor der Haswell Generation? Was ist mit Touch und einer Auflösung jenseits von FullHD auf einer 13,3 Zoll Bildschirmdiagonale?Kurz und knapp: Unser 2012er Samsung Serie 9 900X3C Arbeitsgerät bietet mit einem ultrahellen Bildschirm in 1.600 x 900 Pixel, immer noch mehr als 5 Stunden Akkulaufzeit und Intel Core i5-3317U Prozessor noch genug Argumente gegen den Wechsel… wäre da nicht die knappe 128 GB SSD.

Im Umkehrschluss müssen wir an den aktuellen Ultrabooks ein wenig meckern. Das vielversprechende Sony Vaio Pro 13 dreht den Lüfter gern mal auf, bei dem Lenovo Yoga 2 Pro, ASUS Zenbook Infinity UX301, Dell XPS 13, Acer Aspire S7 oder dem Samsung ATIV Book 9 Plus müssen wir uns vom matten Display verabschieden. Viel Geld kosten alle und ganz ohne Macken kommen die wenigsten. Von daher nutzen wir einfach das Erscheinen einer neuen Samsung SSD 840 EVOmSATA Serie und rüsten das „alte“ Notebook auf.

Windows 8.1 Migration von MBR zu GPT sowie BIOS zu UEFI

Vorerst braucht es einen leicht komplizierten Klonvorgang. Mittels Acronis True Image 2014 (es gibt eine kostenlose Testversion für 30 Tage) wurde ein Abbild vom Systemlaufwerk C: mit Windows 8.1 Betriebssystem auf eine externe Platte gespielt. Um das Partitionssystem von Master Boot Record (MBR) ohne Datenverlust auf GUID Partition Table (GPT) umzustellen und bei der Gelegenheit von BIOS auf das UEFI Bootsystem zu wechseln, erstellen wir das Image ohne Master Boot Record Track. Danach lesen wir mittels Tool unseren Windows 8 Lizenzschlüssel aus, erstellen mittels „Abbruchtrick“ und den beiden Windows Setup Tools (für Windows 8 und 8.1) einen USB Stick als Windows 8.1 Installationsmedium. Nun kann die mSata gewechselt werden und wir installieren Windows 8.1 mit generischem Lizenzschlüssel im UEFI Modus auf der frischen Samsung SSD 840 EVO mSATA. Mittels zweitem USB Stick, der von Acronis True Image mit bootbarer Software bestückt wurde (Rescue Media Builder) spielen wir unser altes Laufwerk C: über das noch frische. Voila, wir finden alle Daten, Programme und Einstellungen auf derneuen SSD mit neuem Partitionssystem. Wir müssen diese Umwege gehen, da es in einem Ultrabook nur einen mSata Slot gibt und wir das Partitionssystem gleich mit geändert haben. Für rund 20 Euro finden sich jedoch auch externe Gehäuse mit mSATA Steckplatz und USB 3.0 Anbindung. Damit kann man rein theoretisch auch sein bestehendes System mit Hilfe von Samsungs Data Migration Software auf die neue Steckkarte klonen. Ob das auch in der Praxis so funktioniert, klären wir noch und berichten dieser Stelle.

Alles aus einem Guss

Samsung ist im Grunde der einzige Hersteller, der komplett im eigenen Haus produzieren kann. Das gilt nicht nur für Displays, Notebooks, PCs oder Kühlschränke. Die TLC-NAND Flash Speicherzellen für die SSDs fertigen die Südkoreaner selber im 19 Nanometer Verfahren, als Controller dient ein Samsung MEX mit drei ARM Cortex R4 Kernen und 400 MHz Takt und die Firmware stammt natürlich auch von Samsung. So ist das Unternehmen in der Lage, eine beeindruckende Kapazität von 1 TB für rund 600 Euro, weniger als 60 Cent pro GB, anzubieten. Die 250 GB Version sollte es schon sein, laut Datenblatt verfügt diese gegenüber den 256 MB DRAM Cache der 120 GB SSD somit über die doppelte Menge, die sequentielle Schreibrate liegt höher und die IOPS (Input Output Operations per Second) betragen 66.000 statt 35.000. Ab 500 GB gibt es gar 90.000 IOPS beim aussagekräftigen 4KB Random Write Benchmark und die 1 TB SSD hat einen saftigen Cache von 1GB. Die mSATA Version der SSD 840 EVO gleicht der 2,5 Zoll Variante in Bezug auf die Hardware und Features. Für eine Überprüfung der Geschwindigkeiten und generelle Einstellungen rund um die neue SSD bietet Samsung die Magician Software.

Samsung Magician, komfortabel und übersichtlich

Mit der kostenfreien Samsung Magician Software liefert das Unternehmen ein prima Begleitwerkzeug. Das Disk Management erlaubt Benchmarks, die Optimierung der Performance und Firmware Updates. Die aktuelle Version EXT41B6Q war auf unserem Testgerät schon vorinstalliert. Im Menü Punkt System Management kann das Zusammenspiel mit dem Betriebssystem geregelt werden, Voreinstellungen für maximale Leistung, Kapazität, Zuverlässigkeit aber auch individuelle Optionen sind hier wählbar. „Over Provisioning“ zweigt mit der empfohlenen Einstellung von 10 Prozent rund 24 GB des SSD Speichers ab, um diesen als eine Art Arbeitsspeicher für den Controller zu nutzen. Das erlaubt dem Laufwerk eine bessere Organisation und schnellere Performance. Unter Zuhilfenahme eines USB-Sticks können Daten mit dem Befehl Secure Erase von der SSD gelöscht werden. Löschen bedeutet in diesem Fall unwiederbringlich. Den militärischen Sicherheitsgrad dieser Aktion können wir nicht beurteilen, es muss aber gesagt werden, dass man mit freier und leicht zu findender Software auch Daten eines frisch unter Windows formatierten USB Sticks wiederherstellen kann. Secure Erase funktioniert da schon auf einer tieferen Ebene.

Zu guter Letzt kann man mit dem Rapid Mode die SSD noch weiter beschleunigen, das ist eine Art Verwaltung wie sie auch bei Hybridfestplatten zum Einsatz kommt und häufig genutzte Dateien schneller verfügbar macht. Die SSD kann im Rapid Mode zusätzlich den nochmals schnelleren Hauptspeicher nutzen und die Geschwindigkeit deutlich steigern auf Werte, bei denen die SATA 6GB/s Schnittstelle an ihre Grenzen stößt. Ohne Rapid Mone ermitteln wir zwischen 400 und 540 MB/s bei der sequentiellen Leserate und um die 500 MB/s beim Schreiben. Mit dem Rapid Mode werden diese Werte fast verdoppelt. Auf den flotten Bootvorgang wirkt sich das aber nicht aus.

Unter Data Security stehen drei Sicherheitsmodi zur Verfügung: Class 0, TCG Opal und Encrypted Drive. Gerade Unternehmen werden die zentralisierte Verwaltung mit OPAL 2.0 begrüßen, die Verschlüsselungen über ein BIOS Passwort (Class 0) oder Microsofts Bitlocker (eDrive) werden in Zeiten des NSA Skandals und der Massenüberwachung auch für technische Laien sehr einfach gestaltet.

Fazit
Wow! Samsung hat mit der SSD 840 EVO mSATA nicht nur eine hervorragende, schnelle Speicherlösung für Ultrabooks im Angebot, sondern transportiert eine bisher unerreichte Vielfalt an Features zu den Endkunden. Egal ob man eher auf das Preis-Leistungsverhältnis, die Geschwindigkeit, das SSD-Management oder die Sicherheitsfunktionen aus ist: Mit der Samsung SSD 840 EVO mSATA hat das Unternehmen aus Südkorea eine umfassende Lösung parat. Kompliziert im Sinne des Verbrauchers sind nur der Umbau und die Migration der Daten. Ist das einmal bewältigt, laufen die SSD und das System wie geschmiert. Für so viel Komfort gibt es von uns eine klare Kaufempfehlung.

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