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  3. Ausprobiert: mSATA SSD nachrüsten und Windows 8 von der Festplatte umziehen lassen

Das aufgeschraubte Acer Aspire V5-573G mit dem mSATA SlotBildquelle: notebookinfo.de | rk
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Aufgeschraubt: Mit einer mSATA SSD als Bootplatte wird das Acer Aspire V5-573G noch schneller

Nicht nur in unserem Test hat das Acer Aspire V5-573G super abgeschnitten, Preis-Leistungsmäßig kann man dem flachen 15-Zoller nichts vormachen. Eine lange Ausdauer dank Intel Core i5-4200U Stromsparprozessor, Spieletauglichkeit dank Nvidia Geforce GT 750M Multimediagrafikkarte und Office-Ambitionen mit dem matten FullHD Display machen die Vorzüge des Geräts aus. Für das fehlende interne optische Laufwerk kann man sich günstige USB-DVD-Brenner als externe Lösung dazukaufen. Bleibt die etwas behäbige Festplatte, dieser Nachteil verwehrt dem Acer Aspire V5-573G das Ultrabook Label von Intel.

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Um das schon tolle Gesamtpaket zu perfektionieren, können Käufer eine mSATA SSD nachrüsten - ein freier Steckplatz dafür ist vorhanden und wird auch angesprochen. Die wichtigste Frage nach der Garantie beantwortet Acer positiv: Wenn man beim Umbau vorsichtig vorgeht und ein eventueller Garantiefall nicht auf die Nachrüstung zurückzuführen ist, bleibt die volle Herstellergarantie erhalten. Deswegen dient uns der Preis-Leistungs-Anführer auch als Exempel für den Umbau. Nicht alle Notebookhersteller gestatten derartige Eingriffe ohne Garantieverlust. Welche Hersteller wie mit Garantieansprüchen umgehen, klären wir in einem folgenden Artikel. Vor dem Umbau sollte man den Netzstecker abziehen und eventuelle elektrische Ladung an einem Heizkörper loswerden.

Welche SSD soll es sein?
Ganz wichtig ist das mSATA Format, die Abkürzung steht für mini-SATA und beschreibt Bauform und Interface der SSD. Eine solche mSATA Steckkarte ist in sehr vielen Ultrabooks zu finden. Mit der aktuellen Generation mit Intel Haswell Prozessoren hält auch vermehrt ein neuer Formfaktor namens NGFF oder M2 Einzug in die Notebooks. Diese etwas kleineren Steckkarten arbeiten mit dem PCI-Express Interface und erreichen dadurch höhere Übertragungsgeschwindigkeiten. Der Standard ist allerdings so neu, dass sich ein Nachkauf für Konsumenten sehr schwierig gestaltet. Für das Acer Aspire V5-573G aus unserem Beispiel und sehr viele andere Ultrabooks sollte es also eine mSATA SSD sein. Wir hatten leider nur eine ältere Samsung SSD hier mit SATA 3 GB/s Interface, beim Neukauf sollte auf die SATA 3 Schnittstelle mit 6 GB/s geachtet werden. Richtig günstig, gemessen am Preis pro GB Speicherplatz - Verhältnis, werden die SSDs ab 120 GB Kapazität. Wir empfehlen die folgenden drei mSATA SSDs mit sehr guten Geschwindigkeiten und einem guten Preis-Leistungsverhältnis:

ADATA SX300 mSATA SSD 256 GB

Mushkin Atlas Deluxe SSD 240 GB

Kingston SSDNow mS200 SSD 120 GB

Neben der SSD muss noch eine zusätzliche Schraube mit M2,5x3 Gewinde besorgt werden und eine externe Festplatte mit 100 GB oder mindestens ein 16 GB USB Stick wären sehr handlich. Diese dienen einer Sicherung der Windows Wiederherstellungspartition oder aber für ein Image der kompletten Platte. Das Microsoft Windows 8 Betriebssystem wird nicht mehr auf einer separaten DVD ausgeliefert, sondern in mehreren Partitionen auf dem Systemlaufwerk versteckt. Dort findet sich die Software für eine Wiederherstellung oder Neuinstallation und eben auch ein Quelllaufwerk mit einer Installation im Werkszustand. Diese belegt rund 15,5 GB - viel Platz für die selten genutzte Wiederherstellungspartition. Diese lassen wir jedoch am besten mit umziehen, nach einer Auslagerung auf die externe Festplatte mittels Acer Recovery Management Programm findet die Windows Wiederherstellung nämlich nicht mehr die Systempartition.

Wie vorgehen? Am besten klonen.
Die Notebookhersteller und Microsoft haben zwar eine sehr handliche Installation geschaffen, die Recovery Tools sind jedoch nicht für einen Datenumzug geschaffen. Alles wäre sehr einfach, könnte man in der Windows Installation oder Wiederherstellung Quell- und Zielpartition frei wählen. Nur leider hat bisher kein Softwareingenieur darüber sinniert und wir müssen mittels Drittsoftware umziehen. Im Falle des Acer Aspire V5-573G gibt es mehrere Möglichkeiten um ans Ziel zu kommen. Als Student bekommt man Microsoft Windows 8 über ein Dream Spark Premium Programm der Hochschule mitunter kostenlos, vielleicht haben Sie auch schon eine Lizenz und ein Installationsmedium. Dann kaufen Sie einfach die SSD zusätzlich zum vergünstigten Notebook ohne Betriebssystem, bauen die Steckkarte ein neben der Festplatte und wählen diese als Installations- und Bootlaufwerk.

Haben Sie keinen Zugang zur Lizenz, dann klonen Sie am besten die bestehende Platte und zwar mit sämtlichen Partitionen. Die Windows Recovery sucht immer nach dem Laufwerk C: auf dem gleichen Datenträger und lässt sich daher nicht so leicht auslagern. Es empfiehlt sich eine größere SSD ab 120 GB, dort passen Betriebssystem samt Recovery Partition bequem neben ein paar Programminstallationen und die herkömmliche HDD kann weiterhin für Daten genutzt werden.

Klonen mit Macrium Reflect
Sie haben nun ihr Acer Aspire V5-573Gnebst mSATA SSD vom Postboten bekommen. Nach dem ersten hochfahren wird Windows 8 eingerichtet, mit dem Acer Recovery Management Programm sollten Sie direkt danach die Wiederherstellungspartition auf einem USB Stick mit mindestens 16 GB sichern. Eine solche Recovery ist zwar nicht nötig, im Fall der Fälle ist man aber ein wenig besser vorbereitet. Während der Sicherung können Sie sich das Klonprogramm Macrium Reflect herunterladen, die 30 Tage Testversion ist kostenlos. Als zusätzliche Sicherheit sollte damit ein komplettes Festplatten Image auf eine externe Festplatte gezogen werden, auch das ist aber kein Muss. Dann brauchen wir auch schon die SSD: 17 Schrauben sind zu lösen und die Bodenplatte muss vorsichtig abgehebelt werden. Den Steckplatz für die Karte haben wir für Sie im Bild markiert - die M2,5 Schraube hält die SSD in Position. Warten Sie mit den den Schrauben für die Bodenplatte, bis das System wieder läuft. Nach dem Neustart gelangt man mittels F2-Taste ins BIOS. Unter dem Menupunkt "Boot" sollte die SSD als HDD1 gelistet sein.

Das Klonen an sich ist sehr einfach dank Macrium Reflect. Mittels "Clone this Disk" werden alle Partitionen der Festplatte ausgewählt. Wenn die SSD keine 500 GB Speicherplatz bereithält, muss man das Laufwerk C:, welches von Werk aus mit 450 GB zu groß ist und automatisch bis zur Kapazitätsgrenze der SSD gekürzt wird, um weitere 15,6 GB zurechtstutzen. Dafür schiebt man einfach den Rand der Partition nach links. In die frei gewordene Lücke kann nun die Recovery Partition von der Festplatte per Drag N Drop kopiert werden. Im Nachgang schiebt man bei dieser das Ende der Partition bis an den Rand. Der Schieberegler funktioniert leider nicht so fein, dass die genaue Größe ausgewählt werden kann und so vergrößert man die Recovery um ein paar MB. Dann kann der Klonvorgang mit "Finish" gestartet werden. Nachfertigstellung und Neustart steuern Sie das BIOS mittels F2 an und setzen die SSD mit F6 im "Boot"-Menu an den zweiten Platz. Beim nächsten Start schon braucht es nur noch 8 Sekunden bis zu Passworteingabe anstelle der 14 Sekunden mit der originalen Festplatte. Diese wird im Anschluss als Laufwerk D: erkannt. Um auch auf der Festplatte keinen Platz zu verschenken, sollten die Partitionen des Datenträger 0 in der Windows Datenträgerverwaltung (Systemsteuerung -> System und Sicherheit -> Verwaltung -> Computerverwaltung -> Datenträgerverwaltung) gelöscht werden. Auf dem freigewordenen Speicherplatz errichten Sie einfach ein neues Laufwerk (Volume).

Kostenpflichtig, unkompliziert aber ohne Recovery: Paragon OS to SSD
Wir haben noch eine weitere Möglichkeit für den Umzug probiert, das Programm Paragon Migrate OS to SSD 3.0 kostet 15 Euro und spart ein paar Klicks (damit auch Fehlerquellen). Bei diesem Weg haben wir uns entschieden, die Recovery Partition einfach wegzulassen und den ganzen SSD-Speicher für das Systemlaufwerk C: zu reservieren. Nach Programmstart muss einfach die eingebaute SSD gewählt werden. Ein Häkchen bei "Gesamten Speicherplatz für die Systempartition verwenden" sowie "Neuen EFI Boot-Eintrag für Zieldatenträger erstellen" und schon kann kopiert werden. Diese Möglichkeit empfehlen wir jedoch nur, wenn Sie sich den Umzug mit Macrium Reflect nicht zutrauen.

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