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ARM Cortex-A76: ARM-Chips könnten 2019 Notebook-Markt aufmischen (Bild 1 von 1)Bildquelle: ARM
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ARM hat eine neue Mobil-Chipsatz-Architektur vorgestellt, die in naher Zukunft bei in Serie produzierten 7-Nanometer-Prozessoren zum Einsatz kommen wird. Besonders interessant macht dieses sogenannte Cortex-A76 CPU-Design, dass ein entsprechender Rechenkern deutlich leistungsfähiger sein soll als alles andere bisher auf Basis der ARM-Architektur Dagewesene. Die Performance der kommenden Mobil-Prozessoren soll mindestens auf dem Niveau von Intels aktuellen Core i5 U-Serie-Prozessoren (15 Watt TDP) liegen.

ARM Cortex-A76 Design
Im direkten Vergleich mit dem ARM Cortex-A75 CPU-Design, das - in leicht abgeänderter Form - etwa von Qualcomm für das derzeit zunehmende Verbreitung findende Snapdragon 845 SoC (System on Chip) verwendet wird, verspricht ARM für die Cortex-A76 Kerne eine Steigerung der maximalen CPU-Taktrate von 2,8 auf 3,0 Gigahertz. Durch zusätzliche Anpassungen an der Cache-Hierarchie, dem Speicher-Subystem sowie anderen Optimierungen soll ein A76-Kern gegenüber dem A75 ein Leistungsplus von 35 Prozent bieten. Wird der ein weiteres Jahr ältere Cortex-A73 CPU-Kern mit 2,45 Gigahertz Taktfrequenz zum Vergleich herangezogen, soll ein Cortex-A76 mit 3 Gigahertz in Geekbench 4.1 gar um rund 80 Prozent schneller rechnen.

Trotz der versprochenen Leistungssteigerung wird ein typischen High-End-SoC mit acht Kernen (4x Cortex-A76 und 4x Cortex A55) laut offiziellen Angaben gerade auch dank der Fertigung im fortschrittlichen 7-Nanometer-Prozess ein Leistungsbudget von nur um die 5 Watt aufweisen.

ARM- gegen x86-Architektur
Angesichts all dieser Werte wird schnell klar worauf es ARM vordergründig mit seinem neuesten High-End-Design abgesehen hat: Nicht länger beschränkt das britische Unternehmen seine Zielsetzung fast ausschließlich auf Smartphones. Nein, ARM sieht die Zeit für den Großangriff auf Intel im Notebook-Sektor gekommen. Wie es von offizieller Seite schon jetzt demonstrativ heißt, werde ein Prozessor mit Cortex-A76-Kernen auch Windows 10 Laptops antreiben. Mit derartigen Geräten ist aber wohl nicht vor Mitte 2019 im Handel zu rechnen, zumal ARMsneu vorgestelltes CPU-Design Teil der sogenannten „2019 Premium Client IP Suite“ ist. Zu diesem Portfolio gehören des Weiteren die Designs für die ARM Mali-G76 GPU und den Videoprozessor ARM Mali-V76.

ARMs Ambitionen sind unmissverständlich, Laptops mit ARM-Prozessor jedoch nichts Neues. In Chromebooks werden diese Art von Chips bereits seit mehreren Jahren eingesetzt. Der Fokus lag und liegt hier allerdings primär auf effizienten Chips mit niedrigem Preispunkt und nicht auf Prozessoren mit Performance auf klassischem PC-Niveau. Im Laufe der ersten sechs Monate dieses Jahres kamen außerdem erstmals Windows 10 Geräte auf Basis des Qualcomm Snapdragon 835 SoC auf den Markt, die es direkt mit Intel-Laptops aufnehmen können sollen. Nun, Mitte 2018, ist aber erst einmal festzuhalten, dass die Verfügbarkeit dieser sogenannten Always Connected PCs weltweit nach wie vor arg limitiert ist, und die bislang erschienen unabhängigen Tests vor allem hinsichtlich Preis-Leistungsverhältnis ein recht ernüchterndes Bild zeichnen.

Für ARM ist das Ziel, Intel im PC-Markt entscheidend angreifen zu können, definitiv noch nicht erreicht. Sofern die jüngsten Versprechen des Unternehmens aber nicht überzogen sind, werden ARM-basierte Windows 10 Geräte spätestens im nächsten Jahr direkt mit Intel-basierten PCs konkurrieren können. Andere Vorzüge der Always Connected PCs wie lange Akkulaufzeit, sehr flache Gehäusekonstruktion und integrierte LTE-Konnektivität, die schon heute zweifellos bestehen, könnten dann ein äußerst überzeugendes Gesamtpaket ergeben.

Quelle: ARM #1, #2