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  3. Apple: Tim Cook verteidigt Quartalsergebnis, verspricht neue Innovationen

Apple-CEO Tim Cook ist nicht bekannt dafür, häufig Interviews zu geben - schon gar nicht vor Millionenpublikum im US-Fernsehen. Gestern ließ sich Cook allerdings aus aktuellem Anlass doch darauf ein.Bildquelle: Apple
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Beruhigende Worte für die Börse: Apple-Chef Tim Cook gestern im Gespräch mit CNBC-Moderator Jim Cramer.

Nach dem Absturz der Apple-Aktie aufgrund der zuletzt erstmals im Jahresvergleich rückläufigen iPhone-Verkaufszahlen und den daran gekoppelten Erträgen hat sich der CEO des Weltkonzerns, Tim Cook, gestern im US-Fernsehen einigen Fragen von CNBC-Moderator Jim Cramer gestellt. Das Interview sollte in erster Linie dazu dienen, die aktuelle Entwicklung in Apples Geschäftsfeldern korrekt einzuordnen und die Börse zu beschwichtigen. Gelungen ist das Cook nur teilweise, allerdings machte er auch eine interessante Anmerkung zur kommenden iPhone-Generation sowie zur Apple Watch.

In dem Gespräch mit Cramer versuchte Cook zu allererst mehrfach deutlich zu machen, dass die aktuell um sich greifende sehr negative Haltung gegenüber Apple bei Analysten eine gewaltige Überreaktion sei. Absolut betrachtet, sei Apple mit einem Umsatz von über 50 Milliarden und einem Gewinn von rund 10 Milliarden US-Dollar im letzte Quartal weiterhin das erfolgreichste und profitabelste Unternehmen der Welt. Davon abgesehen sieht Cook sein Unternehmen zu einem gewissen Grad auch als Opfer des eigenen Erfolges vom Vorjahr. Weil die Nachfrage nach dem da brandneuen iPhone 6 im ersten Halbjahr 2015 so extrem hoch war, konnten die in diesem Zeitraum erzielten Zahlen jetzt mit dem iPhone 6s fast unmöglich getoppt werden.

Nichtsdestotrotz kann aber natürlich auch Cook den im Moment brisanten Stand der Dinge nicht ignorieren. Die Apple-Aktie fiel mittlerweile an neun Tagen in Folge, was es seit rund 18 Jahren nicht mehr gegeben hat. Schuld daran ist neben dem eingangs erwähnten ersten Umsatzrückgang seit 2003 auch die Unsicherheit gegenüber den Zukunftsaussichten des Konzerns in China. Viele Marktbeobachter sehen eine Sättigung der westlichen Smartphone-Märkte, was Apples iPhone-Geschäft in gewisser Weise abhängig macht vom Wachstum in China sowie Schwellen- und Entwicklungsmärkten. Eben dort scheint die Nachfrage nach den hochpreisigen iPhones aber zu stagnieren oder gar nicht erst so recht in Fahrt zu kommen.

Der Apple-CEO stellte dieser Betrachtungsweise im Interview entgegen, dass es in jedem Land eine Kundenschicht gebe, die nur die besten Produkte wollten. Apple könne eben diese Leute ansprechen. Außerdem sei keinesfalls so, dass die Nachfrage nach dem iPhone in China stagniere. Vielmehr werde die Mittelschicht dort in fünf Jahren auf rund 500 Millionen Menschen anwachsen, was wiederum die Absatzchancen für Apple erhöhe. Cook merkte weiter an, dass zuletzt 40 Prozent der iPhone-Käufer in China von einem Android-Smartphones umgestiegen sind. Apple sei also nicht unbedingt auf starkes Wachstum des gesamten Smartphone-Marktes angewiesen, um selbst zu wachsen.

Speziell für Apple-Kunden in den USA und anderen westlichen Märkten hatte Cook dann schlussendlich auch noch die ein oder andere Aussage parat, die die Vorfreude auf kommende Produkte anheizen sollte. Der CEO sprach von „großartigen neuen Innovation in der Pipeline“ und „neuen iPhones, die mit Features aufwarten, die aktuelle iPhone-Nutzer zu einem Upgrade bewegen werden“. Natürlich ging Cook nicht so weit, irgendwelche Details des vermeintlichen iPhone 7, das später in diesem Jahr erwartet wird, auszuplaudern, aber er versprach dem Moderator Cramer, er werde auf jeden Fall „das Neue haben wollen“. Es wird mit Dingen aufwarten, „von denen Du überhaupt nicht gewusst hast, dass Du sie wolltest, und ohne die Du gar nicht mehr sein magst“.

Ähnlich unverzichtbar wie das iPhone sieht Cook im Übrigen auch die Apple Watch. Jedenfalls in Zukunft. Den Anmerkungen des Apple-Chefs nach wird die Smartwatch - vergleichbar mit der Entwicklung des iPhones – im Laufe der Zeit stetig besser werden, um schließlich der wichtigste alltägliche Begleiter für Millionen von Menschen zu sein. Angesichts der negativen Schlagzeilen, die über die aktuelle Ausführung der Apple Watch in den vergangenen Monaten von großen Teilen der Technikpresse geschrieben wurden, sicherlich eine gewagte Prognose von Cook.

Quelle: Venture Beat, CNBC

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