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Apple reduziert maximale CPU-Leistung bei iPhones mit älterem Akku (Bild 1 von 1)Bildquelle: notebookinfo.de
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Nicht immer transparent genug: Apple versucht potentiellen Problemen mit älteren iPhones durch Software-Anpassungen vorzubeugen, versagt aber darin, den Kunden diese Maßnahmen zu erklären.

Apple hat auf Berichte reagiert, denen nach viele ältere iPhones nicht mehr dieselben CPU-Spitzenwerte erreichen könnten wie sie es im Neuzustand taten. Unter anderem gegenüber TechCrunch gab das kalifornische Unternehmen jüngst zu verstehen, mit iOS 10.2.1 eine neue Software-Funktion eingeführt zu haben, die bei den Modellen iPhone 6, iPhone 6s und iPhone SE bei bestimmten Bedingungen automatisch den maximalen CPU-Takt reduziert, um dadurch einen nicht mehr voll leistungsfähigen Akku vor zu schneller Degeneration zu schützen oder das Gerät vor dem plötzlichen Abschalten zu bewahren.

Durch die Limitierung des maximalen CPU-Takts senkt Apple bei rechenintensiven Aufgaben zwar die CPU-Performance, verringert jedoch zugleich auch die Leistungsaufnahme der älteren iPhones mit geschwächtem Akku in solchen Situationen. Letzteres beugt den Unternehmensangaben nach größeren Akku-Problemen vor (noch schnelleres Altern, Überhitzung oder sonstige Beschädigung) und dient zudem als Schutz der Geräte vor extremen Temperaturen.

Laut TechCrunch hat Apple das beschriebene Feature inzwischen auch in iOS 11.2 integriert, um das A10 Fusion SoC bei iPhone 7 Modellen, deren Akku eine bestimmte Kapazitätsgrenze unterschreitet, ebenfalls in bestimmten Situationen niedriger zu takten. Wer dieses Verhalten auf seinem Geräts nicht möchte, der hat lediglich die Möglichkeit, den verbauten Akku gegen ein neues Exemplar mit voller Kapazität austauschen zu lassen. Nach diesem Komponentenwechsel erreichen gemäß den vorliegenden Informationen auch ältere iPhones wieder ihre ursprünglichen CPU-Topwerte - sofern nicht irgendein anderes Problem für eine verringerte Performance sorgt. In Deutschland verlangt Apple für einen Akkuwechsel eine Servicepauschale von 89 Euro (plus gegebenenfalls 12,10 Euro Versandkosten).

Apple scheint die besagte iOS-Funktion mit Bedacht einge­führt zu haben und von deren positiver Wirkung für die Sicherheit und das Durchhaltevermögen ältere iPhones überzeugt zu sein. Jedenfalls will das Unternehmen ganz unmissverständlich an der Maßnahme festhalten und das Feature entsprechend in Zukunft auch auf weitere Modelle bringen.

Es gibt jedoch ein großes Problem an der ganzen Geschichte: Viele Nutzer scheinen die von Apple bewusst vorgenommene Drosselung älterer iPhones nicht akzeptieren zu wollen, oder sehen diese gar als Beweis dafür, dass das Unternehmen geheime
Machenschaften betreibt, um Kunden zum regel­mäßigen Kauf eines neuen iPhones zu bewegen. Apple selbst verneint diese Verschwörungstheorie vehement und liefert aus objektiver Sicht zudem plausible Gründe für die reduzierte Leistung älterer Phones mit schwachem Akku.

Einen Vorwurf müssen sich die Kalifornier zweifellos gefallen lassen, nämlich den der mangelnden Transparenz. Es hätte Apple nicht geschadet, Kunden frühzeitig, sprich im vergangenen Herbst, über die Neuerung in iOS zu informieren, und es würde außerdem sehr viel Sinn machen, wenn das Unternehmen in kommenden iOS-Versionen unter Einstellungen deutlich über den aktuellen Akku-Zustand eines Geräts informieren könnte.

Quelle: TechCrunch, Geekbench

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