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  3. Apple iPhone 6s im Teardown: Dual-Core-CPU, 2GB RAM und kleinerer Akku bestätigt

Apple iPhone 6s und iPhone 6s PlusBildquelle: Apple
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iPhone 6s und 6s Plus: Da Apple nicht alle technische Details der Smartphones verrät, müssen Spezialisten für Aufklärung sorgen.

Apples neue iPhone-Modelle, das iPhone 6s und das iPhone 6s Plus, sind seit vergangenem Freitag auf einigen Märkten erhältlich, darunter Deutschland und die USA. Da der kalifornische Hersteller traditionell einige durchaus relevante technische Details seiner Smartphones nicht offiziell preisgibt, ist jetzt also wieder die Zeit für die Spezialisten von iFixit und Chipworks gekommen, um derlei Geheimnisse zu lüften. Beide Teams nehmen dazu die Apple-Geräte so weit wie nur möglich auseinander, iFixit konzentriert sich allerdings mehr darauf, zu bewerten, wie einfach oder kompliziert sie zu reparieren sind, während Chipworks den Hauptfokus darauf legt, herauszufinden, welche Eigenschaften der Apple A-Serie Prozessor im Inneren aufweist.

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Endlich 2 Gigabyte RAM

Sehen wir uns als erstes die wichtigsten Erkenntnisse an, zu denen iFixit beim sogenannten „teardown“ des iPhone 6s und des iPhone6s Plus gekommen ist. Die Reparaturexperten können zunächst einmal aufklären, dass beide neuen iPhone-Modelle tatsächlich über 2 Gigabyte RAM verfügen. Das wurde im Vorfeld der offiziellen Vorstellung zwar bereits mehrfach berichtet, die endgültige Bestätigung ist deshalb aber nicht weniger relevant. Apple verbaut erstmals einen so großen Arbeitsspeicher in seiner iPhone-Familie, was beispielsweise dazu führt, dass mehr Browser-Tabs oder Apps gleichzeitig aktiv im Speicher gehalten werden können. Das wiederrum vermindert die Zeit, die für das Umschalten zwischen Apps oder das Laden von Tabs aufgewendet werden muss, erheblich. Wichtig ist außerdem die Art der RAM-Bausteine. Es handelt sich laut iFixit um Module nach dem neuen Standard LPDDR4 und nicht länger nach LPDDR3 wie noch beim iPhone 6 und 6 Plus. LPDDR4-Speicher kann schneller angebunden werden als LPDDR3-Speicher und läuft mit niedrigerer Spannung.

Abgesehen von den Informationen zum Arbeitsspeicher kann iFixit den im Vergleich zu iPhone 6 und 6 Plus etwas kleineren Akku bei iPhone 6s und iPhone 6s Plus bestätigten. Beim iPhone 6s beträgt die Akku-Kapazität beispielsweise nur noch 1715 mAh anstelle von 1810 mAh. Grund für die Verkleinerung des Energiespeichers ist höchstwahrscheinlich, dass das neue 3D Touch Display zusammen mit dem neuen Vibrationsmotor namens „Taptic Engine“ mehr Platz benötigt als das Display bei früheren Modellen, Apple die diesjährigen iPhones aber nicht bedeutend dicker machen wollte als die vom letzten Jahr. Glücklicherweise scheint die Akkulaufzeit jedoch sowohl bei iPhone 6s als auch iPhone 6s Plus nicht unter dem Niveau ihres jeweiligen Vorgängers zu liegen. Das dürfte der höheren Energieeffizienz des A9 Prozessor geschuldet sein.

Sehr schneller Prozessor

Um mehr über diesen neuen Apple A9 Prozessor zu erfahren, braucht es die Ergebnisse der Untersuchungen von Chipworks. Das Wichtigste darunter ist vermutlich, dass Apple beim A9 weiterhin auf ein Dual-Core-Design setzt, wobei wie gehabt zwei große, leistungsstarke und 64-Bit-fähige CPU-Kerne zum Einsatz kommen. Neu sind unter anderem der fortschrittlichere Fertigungsprozessor im 14- oder 16-Nanometer-Verfahren, eine rund 400 Megahertz höhere Taktfrequenz (1,8 Gigahertz laut Geekbench) sowie der vergrößerte Cache. Chipworks spricht von 8 Megabyte L3-Cache und 3 Megabyte L2-Cache.

Zusammen mit den Architekturverbesserungen, die Apple dem A9 spendiert hat, führen diese Änderungen dazu, dass das neue SoC im iPhone 6s und 6s Plus beim Geekbench CPU-Test (Single Core) rund 60 Prozent schneller ist als der ein Jahr alte A8 Chip und fast doppelt so schnell wie die leistungsfähigsten Prozessoren von Qualcomm oder Samsung. Beim Multi-Core-Test von Geekbench sieht die Sache etwas anders aus. Hier liegt der A9 knapp hinter Snapdragon 810 und Exynos 7420 zurück, allerdings muss dabei bedacht werden, dass die Chips von Qualcomm und Samsung mit insgesamt acht CPU-Kernen ins Rennen gehen, die im Alltagseinsatz von vielen Apps gar nicht so ausgenutzt werden, wie es bei einem Benchmark der Fall ist.

Schließlich kommen wir noch zur Grafikeinheit des Apple A9. Bei dieser handelt es sich laut Chipworks nun um ein Design mit sechs Cluster-Einheiten im Vergleich zu den vier Clustern der PowerVR GX6450 GPU im A8. Bei ersten Benchmark-Tests resultiert das in einer rund doppelt so hohen Grafik-Performance des A9 im Vergleich zum A8.

Unabhängig von der reinen Leistungsfähigkeit der Chips im Inneren bescheinigt iFixit den neuen iPhones außerdem auch gute Noten in Sachen Reparierbarkeit. Sowohl beim iPhone 6s als auch beim iPhone 6s Plus sollen sich beispielsweise das Display und der Akku relativ einfach auswechseln lassen. Punktabzug bekamen die Geräte wegen der speziellen proprietären Schrauben, die Apple verwendet, sowie der Verkabelung des Touch ID-Sensors, die fest mit dem Logicboard verbunden ist.

Quelle: iFixit #1, iFixit #2, Chipworks

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