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Apple entwickelt eigene GPU-Lösung für iPhones und iPads (Bild 1 von 1)Bildquelle: notebookinfo.de
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iPhone-GPU: Apple verwendet in seinen A-Serie-Chips seit Jahren exklusiv die PowerVR-Designs von Imagination. Spätestens 2018 soll nun Schluss damit sein.

Apple entwickelt offenbar neben seinen bekannten ARM-basierten CPU-Kernen auch erstmals Grafikprozessoren in Eigenregie. Wie einem offiziellen Statement von Imagination Technologies zu entnehmen ist, wird der kalifornische iPhone- und iPad-Hersteller in weniger als zwei Jahren keinerlei Technologie mehr von der britischen GPU-Design-Firma lizensieren.

Imagination Technologies hat sich durch das Design der PowerVR-Grafikprozessoren einen Namen gemacht. Exakt auf diese GPUs vertraut Apple seit Jahren als wichtigen Bestandteil seiner eigenen A-Serie-Chips, die unter anderem iPhones und iPads antreiben. Gemäß den aktuell von Imagination gemachten Angaben haben sich die Kalifornier aber dafür entschieden, die Geschäftsbeziehung zu Imagination Technologies nur noch für maximal 24 Monate fortzusetzen. Apple arbeite intern an einer eigenen Grafiklösung, um seine Produktpipeline noch besser kontrollieren zu können, so die Briten.

Leider ist im Augenblick noch völlig unklar, welche exakten Beweggründe Apple für diese Entscheidung hat, und vor allem, wie es dadurch um die Zukunft von Imagination Technologies bestimmt ist. Für die Briten sieht die Sache jedenfalls nicht gut aus. Rund die Hälfte aller Umsätze, die Imagination jährlich generieren kann, sind auf das Abkommen mit Apple zurückzuführen. Der iPhone- und iPad-Hersteller hält derzeit außerdem einen Aktienanteil von 8 Prozent an dem britischen Unternehmen. Im vergangenen Jahr hatte die Financial Times darüber berichtet, Apple habe Interesse daran, Imagination Technologies vollständig zu übernehmen. Zum damaligen Zeitpunkt wurde daraus allerdings nichts.

Sofern das heutige Statement von Imagination keine relevanten Details auslässt, erscheint es wahrscheinlich, dass bereits die im Herbst 2018 erscheinenden iPhone-Modelle mit einer SoC-Lösung ausgestattet sein werden, die neben CPU- auch von Apple selbst entwickelte GPU-Kerne enthält. Bis es jedoch soweit ist, stehen womöglich noch erbitterte Verhandlungen zwischen Imagination und Apple bevor. Die Briten äußern große Bedenken, dass Apple eine eigene GPU-Technologie entwickeln könnte, die keine Imagination-Patente verletzen würde. Zugleich enthalten die Aussagen von Imagination aber auch klare Hinweise auf bestehende Einigungsmöglichkeiten.

Unabhängig vom Ausgang der Gespräche mit Apple muss der britische GPU-Spezialist schon jetzt kräftig für den drohenden Verlust der Geschäftsbeziehungen zu den Kaliforniern bluten. Der Aktienwert von Imagination Technologies sank heute bereits um fast 70 Prozent.

Quelle: Imagination Technologies, The Verge

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