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Android-Updates: Einige Smartphone-Hersteller täuschen Nutzer (Bild 1 von 1)Bildquelle: Google
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Sicherer, aber nicht lückenlos: Sogar bei Googles eigenen Pixel-Smartphones machten die Experten den einen oder anderen fehlenden Sicherheitspatch aus.

Es dürfte für die meisten technikinteressierten Verbraucher kein Geheimnis sein, dass die Hersteller von Android-Smartphones einen Großteil ihrer Geräte - wenn überhaupt - nur sehr langsam mit den aktuellsten Updates vorsorgen. Wie Googles zuletzt im Februar aktualisierte Verteilungsstatistik der unterschiedlichen aktiv genutzten Android-Versionen offenbart, haben nur 1,1 Prozent aller Android-Nutzer Zugang zur derzeit aktuellsten Android-Ausgabe (8.x Oreo). Gemäß einem Bericht von Wired legt nun aber eine Untersuchung des Unternehmens Security Research Labs (SRL) überzeugend nahe, dass die Probleme im Zusammenhang mit Android-Updates noch viel gravierender zu sein scheinen als bislang angenommen - insbesondere aus Sicherheitsaspekten.

Über den Zeitraum von zwei Jahren haben Mitarbeiter von SRL laut Wired-Artikel die Firmware von insgesamt 1200 Android-Geräten unterschiedlicher Hersteller analysiert und dabei kontinuierlich überprüft, ob bei Software-Updates tatsächlich auch die angegebenen Sicherheitspatches mit installiert wurden. Das ernüchternde Ergebnis: Auf vielen Android-Smartphones erhalte der Nutzer die Information, auf dem aktuellsten Sicherheitsstand zu sein, während in Wirklichkeit jedoch mehrere Patches einfach ausgelassen wurden.

Den vorliegenden Informationen nach handelte es sich bei den von SRL aufgedeckten Problemen in Bezug auf die Sicherheit von Android-Smarpthones nicht etwa nur um einige Ausnahmefälle, sondern vielmehr hätten praktisch alle der überprüften Geräte, worunter sich Modelle von Herstellern wie Google, Samsung, Sony, HTC, Motorola, ZTE und TCL befanden, Sicherheitspatches im Laufe des vergangenen Jahres verpasst. Sogar auf Flaggschiffen von Google und Samsung sei der ein oder andere Patch nicht wie angegeben korrekt installiert worden.

Es braucht keine Experteneinschätzung, um zu wissen, dass die Erkenntnisse von SRL ein äußerst schlechtes Licht auf den Markt für Android-Smartphones werfen. Anwender werden durch die fehlenden Patches nicht nur einem erhöhten Sicherheitsrisiko ausgesetzt, sie wägen sich zudem auch noch in falscher Sicherheit, da sie davon ausgehen, ihrem Gerät den bestmöglichen Software-Schutz bereits spendiert zu haben.

Wichtig zu beachten ist allerdings auch, dass sich die Hersteller der von SRL untersuchten Geräte teils deutlich voneinander unterscheiden, wenn es um die Bereitstellung solcher Sicherheitspatches geht. Im Durchschnitt betrachtet, sei auf Smartphones von Google, Samsung und Sony nur der ein oder andere Patch nicht angekommen, während sich die Situation bei Geräten von beispielsweise Herstellern wie TLC und ZTE sehr viel schlechter darstellte.

Um Nutzern zuhause eine Möglichkeit zur Hand zu geben, zu überprüfen, welche Sicherheitspatches auf ihrem Gerät installiert sind und welche fehlen, hat SRL im Play Store ein Tool namens „SnoopSnitch“ veröffentlicht. Google hat sich darüber hinaus ebenfalls gegenüber Wired zu dem Thema geäußert und versprochen, eine Untersuchung aller von SRL beanstandeter Fälle einzuleiten, sowie Hersteller dazu zu bewegen, wenn nötig weitere Patches für ihre Geräte bereitzustellen.

Quelle: Wired, Security Research Labs

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