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  3. AMD separiert CPU und GPU Sparte und formt Radeon Technologies Group

AMD Radeon LogoBildquelle: AMD
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Radeon Technology Group: AMD stellt seine einst unter dem Namen ATI bekannte GPU-Division wieder ganz auf eigene Beine.

Es war bislang kein gutes Jahr für den US-amerikanischen Chipspezialisten AMD. Das Unternehmen hatte einige schwierige Personalentscheidungen in der Führungsriege zu treffen, musste Stellenstreichungen vornehmen und hat kontinuierlich mit schwächelnden Absätzen in allen Bereichen zu kämpfen. Zuletzt machte dann auch noch ein Bericht die Runde, wonach die Marktanteile der in den letzten Jahren eigentlich immer als AMD-Prunkstück geltenden Radeon-GPUs weiter drastisch eingebrochen sind. Alles zusammengenommen ist es also langsam aber sicher für AMD an der Zeit gewesen, etwas strukturell zu verändern, und genau das hat das Unternehmen jüngst getan: Ab sofort werden die CPU- und GPU-Sparte als getrennte Geschäftsbereiche geführt.

Radeon Technology Group

In Folge der Entscheidung, die Bereiche GPU- und CPU-Entwicklung voneinander zu trennen, formt AMD für sämtliche GPU-Belange eine brandneue Division namens "Radeon Technology Group". Dieses wird von dem Industrieveteranen Raja Koduri geleitet werden und soll künftig Marktanteile durch einen intensiven Fokus auf neueste Technologien zurückgewinnen. Aus AMDs Sicht macht diese Entscheidung natürlich perfekten Sinn. Das Unternehmen verspricht sich von dem Schritt, sowohl in das problematische CPU- als auch das zuletzt angeschlagene GPU-Geschäft wieder frischen Wind zu bringen. Beide Bereiche sollen in Zukunft besser eigene Stärken zu Geltung bringen und neue Projekte zielstrebiger umsetzen können.

Mit Blick auf die neue Radeon Technology Group bedeutet das konkret: Im Wettbewerb mit dem ewigen Rivalen Nvidia aufholen und deren Dominanz des aktuellen Grafikkartenmarktes aufweichen. Jüngsten Zahlen von Jon Peddie Research nach kamen im 2. Quartal 2015 nur noch rund 18 Prozent der GPUs auf dem Markt von AMD. Als Impulsgeber für die Aufholjagd sieht der US-Chiphersteller die Entwicklung von Lösungen für Virtual- und Augmented Reality, aber konkrete Projekte für diesen Sektor wurden bislang nicht angekündigt. Falls sich die neuen Technologien am Markt durchsetzen und AMD es schafft, kontinuierlich überzeugenden Produkte vorzustellen, besteht Chance, dass die Strategie aufgeht. Nicht zuletzt, da Virtual Reality immense Anforderungen an die Grafik-Hardware stellt, von denen selbst aktuelle High-End-GPUs relativ schnell in die Knie gezwungen werden können.

Steiniger Weg

Ob die neue Ausrichtung und die strategischen Planungen von AMD allerdings tatsächlich den gewünschten Erfolg bringen können, muss erst die Zukunft zeigen. Sicher ist derzeit nur, dass es für das renommierte Unternehmen nicht leicht werden wird. Mit Nvidia im GPU- und Intel im CPU-Geschäft hat es AMD mit zwei fast schon übermächtigen Gegenspielern zu tun. Die Produktvorstellungen der nächsten 12 bis 24 Monate dürften daher für das weitere Bestehen des Chipspezialisten entscheidend sein.

Die aktuellen Grafikkarten-Line-up von AMD ist nur im Desktop-Segment wirklich konkurrenzfähig. Dort stellte das Unternehmen erst im Juni 2015 neue Grafikkarten mit HBM-Speichertechnik und Fiji-Grafikchips vor. Nachteil dieser Radeon R9 Modelle ist allerdings ihr relativ hoher Preis. Im Notebook-Sektor begnügte sich das Unternehmen hingegen zuletzt mit kontinuierlichem Recycling seit Jahren bekannter Grafikchips. Das ist zum einen nicht genug, um mobile PC-Spieler zum Überlauf aus dem Nvidia-Lager zu bewegen, zum anderen führte es dazu, dass Nvidia dank Marketing-Kraft und technologischen Vorteilen die eigenen GPUs in fast jedem Notebook mit dedizierter Grafikeinheit unterbringen konnte.

Quelle: AMD, Jon Peddie Research

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