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AMD hat seine neue Grafikchip-Architektur Polaris offiziell vorgestellt. Pünktlich zum Auftakt der CES 2016 Woche nennt der US-Chiphersteller erstmals Details zu seiner kommenden GPU-Generation.Bildquelle: AMD
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Polarstern leuchtet effizient: AMDs neue Grafikchips mit Polaris-Architektur kommen Mitte 2016.

Die Katze ist aus dem Sack: AMDs nächste Grafikchip-Architektur, die bislang nur unter dem Codenamen „Arctic Islands“ durchs Netz schwirrte, trägt offiziell den Namen „Polaris“. Pünktlich zur in dieser Woche beginnenden CES (Consumer Electronics Show) 2016 hat die Radeon Technology Group des US-Chipherstellers erste Vertreter der brandneuen GPU-Generation für Mitte 2016 angekündigt, wie Arstechnica informiert.

AMDs kommende Polaris-Grafikchips werden laut Herstellerangaben alle im fortschrittlichen FinFET-(FF)-Herstellungsverfahren produziert werden. Eine der beiden GPUs genauer im 14 nm LPP (Low Power Plus) Prozess bei Globalfoundries, eine zweite vermutlich im 16 nm FF+ Prozess bei TSMC. Schon allein dieser große technologische Sprung bei der Art der Herstellung - bislang musste die GPU-Produktion mit dem 28-Nanometer-Prozess vorlieb nehmen - bringt klare Vorteile für die Leistung pro Watt der neuen Chips mit. Dank weiterer Optimierungen in diesem Bereich verspricht AMD gar herausragende Energieeffizienz.

Jenseits von Fertigungsprozessen setzen alle Polaris-GPUs auf der mittlerweile vierten Generation der im Jahr 2011 eingeführten Graphics Core Next (GCN) Architektur auf. AMD hat bei GCN 4.0 eigenen Angaben nach beispielsweise die Schader-Einheiten verbessert, der Scheduler zur besseren Auslastung der Rechenkerne überarbeitet und einen Kompressionsalgorithmus für den Videospeicher hinzugefügt.

Des Weiteren werden Polaris-Grafikchips mit HDMI 2.0a und DisplayPort 1.3 kompatibel sein, um auch mit HDR-Monitoren zusammenarbeiten zu können und entsprechende Inhalte korrekt darzustellen. HDR oder „High Dynamic Range“ kennen die meisten vermutlich aus den Bereichen Fotografie oder Videospiele, wo die Technik für besonders hohen Helligkeits- und Kontrastumfang sorgen soll. In diesem Jahr sollen nun auch erste Filme und Serien mit HDR im Massenmarkt ankommen. Außerdem können AMDs neue GPUs auch Videos mit H.265-Codec in 4K-Auflösung (4.096 x 2.160 Pixel) in Hardware decodieren und encodieren.

Bezüglich der reinen Leistungsfähigkeit und exakten technischen Details von einzelnen Polaris-GPU-Modellen hält sich AMD vorerst noch sehr bedeckt. Gegenüber der Fachpresse zeigte das Unternehmen aber immerhin einen lauffähigen, nicht näher spezifizierten Polaris-Grafikchip im direkten Vergleich mit einer Nvidia GeForce GTX 950, also einer aktuellen Mittelklasse-Desktop-Grafiklösung. Bei der Gegenüberstellung ging es jedoch nicht um die Performance - beide GPUs stellten Star Wars Battlefront in mittleren Details und 1080p-Auflösung mit 60 Bilder pro Sekunde dar -, sondern die Energieeffizienz. So zog der PC mit der noch unbenannten AMD-Lösung nur 86 Watt aus der Steckdose, was gegenüber den rund 140 Watt, die sich der PC mit der aktuell als sparsam geltenden Maxwell-2.0-GPU von Nvidia genehmigte, eine deutliche Steigerung darstellt.

Wie aussagekräftig dieser in einem ganz vorsichtig von AMD vorbereiteten Testszenario und mit Vorserien-Hardware durchgeführte Vergleich im Alltagseinsatz der finalen Polaris-Grafikchips dann tatsächlich war, muss die Zukunft zeigen. Erste Grafikkarten mit AMDs brandneuen 14-Nanometer-GPUs sollen im Sommer 2016 im Handel erhältlich sein. Notebooks mit den mobilen Polaris-Ablegern werden dann hoffentlich auch nicht lange auf sich warten lassen.

Quelle: Arstechnica

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