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AMD CarrizoBildquelle: AMD
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Carrizo: AMD 6th Gen Processor für Notebooks zwischen 400 und 700 US-Dollar

"63 Millionen - wissen Sie was diese Zahl bedeutet?", fragte Kevin Lensing (Sr. Director, AMD Client Products Computing and Graphics Business Group) die versammelten Journalisten bei der Vorstellung von AMDs Carrizo Chips. "Das ist die Anzahl von verkauften Mainstream Notebooks für das Jahr 2015. Ganze 38 Prozent aller Notebooks liegen preislich zwischen 400 und 700 US-Dollar und dieses Segment macht mit 24 Prozent das größte Stück des kompletten PC-Marktes aus". Genau diese Notebooks sollen mit den sparsamen AMD APUs mit Codenamen Carrizo bestückt werden. Der neueste Chip im mobilen Portfolio der Texaner soll vor allem mit seiner stärkeren integrierten Grafikeinheit, ruckelfreier 4K-Videowiedergabe bei verdoppelter Akkulaufzeit sowie Bild- und Videobearbeitung den Funktionsumfang preisgünstiger Notebooks erweitern.

AMD verspricht sich wie in der Vergangenheit den Erfolg vor allem durch einen starken Fokus auf einen bestimmten Preisbereich und ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Nach der mäßigen Marktdurchdringung der Vorgänger-Chips gilt Carrizo als Hoffnungsträger im mobilen Segment, ab Juni bis August dürfen wir preisgünstige Notebooks mit Carrizo als vielseitige digitale Begleiter erwarten. Das Anwendungsgebiet: Email, Internet, Musik, Content Creation, Gaming, Video Streaming, Foto und Video Management und Video Chats. "Da werden wir gewinnen", gibt sich Kevin Lensing zuversichtlich. Bereits jetzt können zwei Acer Aspire E-Serie Notebooks mit AMD FX-8800P vorbestellt werden, die Preise liegen wohl auch aufgrund einer zusätzlichen Radeon R8 M355DX GPU mit 699 und 799 Euro allerdings deutlich über AMDs Projektion.

"Bisher unterrepräsentiert im Mainstream-Segment"

Im Jahr 2011, bei Erscheinen der ersten Fusion APU Llano, hat AMD bereits die Arbeiten an den Excavator CPU Kernen begonnen. "Chip Design ist ein langwieriger Prozess" erklärt der dafür zuständige Architekt Sam Naffziger (AMD Corporate Fellow). Analog zu Intels Marketing-Abteilung (Intel Core der 5. Generation) bewirbt AMD die neue Carrizo APU als 6. Generation AMD A-Serie Prozessor. Nach Llano, Trinity, Kabini, Kaveri und Beema ist Carrizo die letzte und ausgefeilteste Ausbaustufe der Bulldozer Architektur mit vier Excavator CPU Kernen und einer Radeon R7 oder R6 Grafikeinheit auf Basis der Graphics Core Next Architektur mit 8 beziehungsweise 6 Grafikkernen. Mit einer konfigurierbaren Verlustleistung zwischen 12 und 35 Watt kommt Carrizo sowohl in schlanken 11- oder 13-Zoll Notebooks als auch in günstigen 15-bis 17-Zollern unter.

Mehr Premium-Features für Mittelklasse-Notebooks

Bisher nutzten die Notebook-Hersteller die günstigen AMD-Chips in einer insgesamt sehr sparsamen Umgebung. Das heißt, es wurde an allen Ecken und Enden gespart: Beim Display, dem Massenspeicher und dem Arbeitsspeicher. Laut AMD wird sich dieser Umstand jedoch ändern und mehr und mehr Hersteller ergänzen ihre Mittelklasse-Notebooks mit hochwertigeren Komponenten. Auflösungen von 1.920 x 1.080 Pixel sollen Standard werden und vor allem der Arbeitsspeicher soll im Dualchannel Modus verbaut werden. Von der erweiterten Bandbreite profitieren viele Anwendungen sehr deutlich, egal ob 4 oder 8 GB RAM verbaut sind.

Die drei vorgestellten Chips AMD A8-8600P (1,6 - 3 GHz, 6 GPU Kerne bei 720 MHz), A10-8700P (1,8 -3,2 GHz, 6 GPU Kerne bei 800 Mhz) und FX-8800P (2,1 - 3,4 GHz, 8 GPU Kerne bei 800 MHz) werden immer noch im 28 Nanometer Verfahren gerfertigt, verbrauchen durch Verbesserungen beim Chipdesign jedoch signifikant weniger Energie als der Kaveri Vorgänger. Nach dem Zusammenschluss mit Grafikspezialist ATI im Jahr 2006 sind die Design-Center der beiden Unternehmen zusammengewachsen und AMD hat begonnen, den Erfahrungsschatz der GPU-Architekten in die Mikroarchitektur der Prozessoren einfließen zu lassen. So werden Funktionsmodule des Prozessors nicht mehr von Hand angeordnet, sondern durch einen Algorithmus platziert. Das bringt 23 Prozent Platzeinsparung und bei bis zu 20 Watt Leistungsaufnahme (TDP) auch deutliche Steigerungen bei der Energieeffizienz. Die CPU Einheiten sind für Notebook-Designs mit einem 15 Watt TDP optimiert. Die Platzeinsparung investiert AMD in die Integration eines HEVC/H.265 Videoprozessors, dem Chipsatz (FCH) und einem ARM-Security Chip.

AMDs Carrizo Chips sind die ersten APUs mit voller Unterstützung der HSA 1.0 Plattform. Entsprechend programmierte Software wie der vorgeführte Videoplayer nutzt dadurch die CPU und GPU Ressourcen effektiver, ein flüssig gezeigtes, brilliantes 4K Beispielvideo fordert rund 10 Prozent APU Last und hat Zugriff auf Compute Cores (4x CPU, 8x GPU). Der zu 50 Prozent ausgelastete Intel Core i5-5200U erreicht keine flüssige Darstellung des gleichen Videos in AMDs Testsetup.

HEVC/H.265 als Zukunft für 4K-Streaming

Videowiedergabe über die integrierte Grafikeinheit sei bisher wenig effizient gewesen, erklärt AMD. Für das Abspielen von FullHD-Videos hat eine Kaveri APU 5 Watt gebraucht, mit Carrizo senkt sich dieser auf nur mehr 2 Watt. Der Unified Video Decoder (UVD) von Carrizo besitzt die 4fache Rechenpower seines Vorgängers und schaltet sich und den gemeinsamen Speicher so nach einem Viertel der bisher aufgewendeten Zeit bis zum nächsten Bild einfach ab, um Strom zu sparen. Die CPU-Einheiten und die Grafikkerne verwenden nun getrennte Spannungswandler, welche räumlich gesehen an die Außenbahnen des Chips gewandert sind. So können alle Einheiten des System of a Chips ohne Umrechnungsverluste nach ihren Bedürfnissen mit Energie versorgt werden. Sämtlich Maßnahmen führen zu einer wesentlich längeren Akkulaufzeit bei Notebooks. Im direkten Vergleich mit einer Kaveri APU komme Carrizo statt auf 3,3 Stunden auf 8,3 Stunden H.264 Video Playback mit einer 50 Wh Batterie. Der neuere H.265 Codec wird direkt in Windows 10 implementiert, davon profitieren nicht nur der Windows Media Player, sondern auch Skype Video Calls oder das Streaming einer Xbox zum PC. Der Amazon Prime Instant Video Dienst nutzt beispielsweise HEVC für hochauflösenden Content.

Für Windows 10 zugeschnitten

Windows 10 wird als Betriebssystem nicht nur wegen dem 4K-Streaming über HEVC von Bedeutung sein, sondern auch mit den Grafikschnittstellen DirectX 12 und OpenCL für schnelleres Computing sorgen. AMD ist eine Partnerschaft mit Adobe eingegangen und rechnet drastische Performance-Gewinne dank OpenCL in den Anwendungen Photoshop CC (17x) und Premiere CC (6,5X) vor. Der AMD Security Prozessor wird die Laufwerksverschlüsselung schneller abhandeln und sicheres Booten ermöglichen.

Einen großen Geschwindigkeitsschub erwartet der Chiphersteller auch von der Unterstützung für DirectX 12. Durch geringere Prozessorbelastung und die starke integrierte Radeon Grafik sollen die Frameraten bei Online Games mit AMD Carrizo APU die FPS von Intel Core i7 Prozessoren der Broadwell U-Serie nahezu verdoppeln. Über die Multi-Adapter-Rendering Funktion kann die Rechenkraft der integrierten Radeon Grafik zudem besser im Zusammenspiel mit einer dedizierten Grafiklösung genutzt werden. Bis dato mussten die beiden Grafikchips in einem Dualgraphics Verbund sehr ähnliche Leistung vorweisen. Die beiden eingangs erwähnten, bereits vorbestellbaren Acer Aspire Notebooks passen in dieses Profil mit FullHD, Dual Graphics und Dualchannel RAM. Im Laufe des Juni und August werden auch andere Hersteller ihre Designs vorstellen.

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