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  3. Alan Wake (PC) im Notebook-Gamecheck [Update]

Eigentlich wollte der berühmte Schriftsteller Alan Wake nur Urlaub machen. Mal raus aus der Stadt, die Schreibblockade und Schlafstörungen loswerden und ein paar ruhige Tage im beschaulichen Örtchen Bright Falls verbringen.

Doch die Albträume werden schlimmer, die Grenzen zwischen Realität und der Fiktion seiner Horror-Bestseller verschwimmen und auf einmal findet sich der Protagonist allein im Wald, bewaffnet mit einer Taschenlampe und einem Revolver, verfolgt von Schattenwesen. Immer wieder tauchen Manuskriptseiten auf, welche seine eigene, gruselige Geschichte vorwegnehmen. Seine Frau Alice wurde entführt und nun setzt Alan alles daran der Geschichte, die er selbst schreibt, ein gutes Ende zu geben.

Alan Wake lebt von der angsteinflößenden Atmosphäre, der geschmeidig erzählten Geschichte und vor allem von dem Wechselspiel aus Licht und Schatten. Bevor man die schattenhaften Gegner mit konventionellen Waffen bekämpfen kann, muss man sie mit Licht schwächen. Das finnische Entwicklerstudio schafft es mit der düsteren Stimmung, dass man sich geradezu nach den spärlich gesäten Lichtquellen im Spiel sehnt, sich über jede Packung Akkus für die Taschenlampe freut und aufatmet, sobald der Tagesanbruch eine Nacht voller alptraumhafter Schrecken beendet. Das Spiel ist nichts für schwache Nerven.

Gegenüber der Konsolenversion hat Remedy Alan Wake höher aufgelöste Texturen und eine ganze Reihe Bildverbesserungen verpasst. Die meisten regelbaren Detail-Einstellungen betreffen, der tiefen Verankerung in der Storyline geschuldet, die Licht- und Schatteneffekte. Alan Wake bietet neben einer sehr guten Kantenglättung auch eine tolle Umgebungsverdeckung (SSOA), weichgezeichnete Schatten, volumetrisches Licht und dessen Brechung in der Luft (Godray). Wie viel Performance die Detailstufen dieser Einstellungen fordern, haben wir auf folgenden Systemen testen können:

Intel Ivy Bridge Notebooks
MSI GT70-i789BLW7H


Durch die Austauschbarkeit der Komponenten konnten wir alle Vierkern Intel Ivy Bridge Prozessoren sowohl mit der Nvidia Geforce GTX 670M als auch mit der Nvidia Geforce GTX 675M testen.

Intel Sandy Bridge / AMD Notebooks
MSI GT783H


Aufgrund der vergleichsweise wenigen, getesteten Geräte werden wir diesen Gamecheck zu einem späteren Zeitpunkt aktualisieren. Somit wird in wenigen Wochen eine noch bessere Vergleichbarkeit zu sehen sein.

Testszenario & Benchmark-Ergebnisse
Als Testszenario wählten wir eine 30-Sekunden-Sequenz am Anfang des Spiels. Dabei orientierten wir uns am Benchmark der Kollegen von PC Games Hardware, um eine bessere Vergleichbarkeit mit Desktop-Systemen zu gewährleisten. Alan Wake läuft von seinem Auto zu einer eingestürzten Holzbrücke und durchquert dabei Nebelschwaden und Lichtkegel. Im Hintergrund sind Berge, Bäume, Wasser und der Lichtkegel eines Leuchtturms zu sehen. Die Bildraten bleiben dabei relativ konstant, nur der im Spielverlauf seltene Einsatz der effektreichen Leuchtpistole drückt die Durchschnittswerte. Ein flüssiges Spielerlebnis ist ab 40 Bildern pro Sekunde in unserer Benchmarksequenz gegeben. Bei einem niedrigeren Durchschnittswert rutscht die Bildrate in intensiven Gefechten und durch die Berechnung von sehr vielen Lichtquellen häufiger unter die 25 FPS Grenze.

Globale Detail-Einstellungen
Wir nutzten für den Vergleichstest die Standardauflösung von 1.366 x 768 Pixel und die drei Detailstufen-Presets von Alan Wake „Niedrig“, „Mittel“ und „Hoch“ mit folgenden Einstellungen im Einzelnen:

Niedrig: Anti-Aliasing: 2x, FXAA aus, AF: aus, Schatten: niedrig, SSAO: aus, Hintergrund: niedrig, Godray: aus, volumetrisches Licht: niedrig, Sichtweite: aus, LOD: aus

Mittel: Anti-Aliasing: 4x, FXAA aus, AF: 4x, Schatten: mittel, SSAO: niedrig, Hintergrund: hoch, Godray: hoch, volumetrisches Licht: niedrig, Sichtweite: mittel, LOD: mittel

Hoch: Anti-Aliasing: 4x, FXAA aus, AF: 4x, Schatten: mittel, SSAO: niedrig, Hintergrund: hoch, Godray: hoch, volumetrisches Licht: niedrig, Sichtweite: voll, LOD: voll

Vor allem von der Umgebungsverdeckung (SSOA) und den Lichteffekten, wie volumetrisches Licht und Godray, profitiert die Atmosphäre ungemein.

Wie viel Geld muss ich für ein Notebook ausgeben?
Alan Wake sieht auch mit niedrigsten Einstellungen passabel aus. Dafür, die geringste Auflösung von 1.024 x 768 Pixel vorausgesetzt, liefert eine Nvidia Geforce GT 540M geradeso akzeptable Bildraten, die Standardauflösung von 1.366 x 768 Pixel überfordert die Multimedia-Grafikkarte. Als Prozessor empfehlen wir einen Intel Core i5 oder Core i7 der aktuellen Sandy Bridge Generation. Mit einer Nvidia Geforce GT 550M, GT 630M oder GT 555M ist man bezüglich der grundsätzlichen Spielbarkeit auf der sicheren Seite. AMD-Anhänger würden eher auf eine AMD Radeon HD 7690M setzen. Das impliziert, dass die integrierte Intel HD Graphics 3000 oder Einsteigerkarten wie die AMD Radeon HD 6320 nicht ausreichen, um Alan Wake überhaupt flüssig darstellen zu können.

Mittelklasse-Gamingkarten wie die Nvidia Geforce GTX 560M bieten merklich mehr Leistung und schaffen auch mittlere Detaileinstellungen mit durchschnittlich mehr als 40 FPS. Sehr hohe Einstellungen lassen die Bildrate in Gefechten und Actionszenen schon mal einbrechen. Dafür braucht es mindestens eine Geforce GTX 570M, noch stärkere Karten wie die Nvidia Geforce GTX 580M oder die AMD Radeon HD 6990M liefern auch in den höchsten Einstellungen jederzeit spielbare Raten. Bei einer Full HD Auflösung von 1.920 x 1080 Pixel stößt aber selbst ein solches High-End System an seine Grenzen. Mit kontinuierlichen 30 Bildern pro Sekunde ist Alan Wake zwar spielbar, die eingangs erwähnten, imposanten Effekte der Leuchtpistole lassen sich jedoch nicht flüssig darstellen. Für ein flüssiges Spielerlebnis sollten also schon 600 Euro investieren. Wollen Sie ihr Notebook an einen Full HD Fernseher anschließen und Ultra-Settings genießen, landen Sie schnell oberhalb der 2.000 Euro Marke.

Redaktions-Empfehlungen (Stand 22.02.2011)
Das Lenovo IdeaPad Y570 M62GWGE mit Intel Core i5-2430M Prozessor und Nvidia Geforce GT 555M Grafikkarte für rund 600 Euro bewältigt die niedrigsten Detaileinstellungen von Alan Wake. Für etwas mehr Gänsehaut dank mittleren Einstellungen müssen Sie 950 Euro für einen Medion Erazer X6817 mit Core i7-2670QM und Geforce GTX 560M einplanen. Höchste Detaileinstellungen bewältigt der größere Bruder, das Medion Erazer X6819 mit demselben Prozessor aber einer Geforce GTX 570M für rund 1.150 Euro. Für Full-HD-Gaming, sprich die Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel, braucht es eine Geforce GTX 580M. Für das MSI GT685H-i78912BLW7H müssen Enthusiasten mit rund 2.100 Euro schon sehr tief in die Tasche greifen.

Fazit
Die PC-Version von Alan Wake verlangt für die optischen Schmankerl der Licht- und Schattenspiele mindestens eine Mittelklasse Grafikkarte. Gelegenheitsspieler kommen auch auf Notebooks für 600 Euro in den Genuss des Grusel-Thrillers. Wird das Budget auf 950 Euro aufgestockt, profitiert die Athmosphäre von den mittleren Details, hohe Details sind auf Notebooks ab 1.150 Euro anwählbar. Wer 2.100 Euro ausgeben möchte und dafür ein Full HD-Panel und eine Geforce GTX 580M sein eigen nennen kann, spielt auf höchsten Einstellungen in Alan Wake.

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