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  3. Akkulaufzeit: Opera sieht eigenen Browser vor Microsoft Edge

Es hat nicht lange gedauert bis einer der vermeintlich geschlagenen Browser-Anbieter auf Microsoft Anpreisung des eigenen Edge-Browsers reagierte. Bildquelle: Opera
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Browser Wars 2.0 : Opera sieht den eigenen Browser bei eigenen Tests in Sachen Energieeffizienz vor Microsoft Edge.

Das hat nicht lange gedauert. Nachdem Microsoft zuletzt vollmundig die Vorteile seines Browsers Edge gegenüber Alternativen auf dem Markt hinsichtlich der Auswirkungen auf die Notebook-Akkulaufzeit anpries, hat sich nun einer der vermeintlich geschlagenen Konkurrenten zu Wort gemeldet. Wie der Browser-Anbieter Opera in einem Blog-Beitrag mitteilt, habe Microsoft die exakten Parameter seiner Browser-Tests nicht dargelegt, was es unmöglich mache, diese zu replizieren. In einem daher von Opera selbst durchgeführten und für jedermann nachvollziehbaren Test erreichte aber ein Notebook mit einer aktuellen Entwicklerversion des Opera-Browsers eine längere Akkulaufzeit als mit Microsoft Edge.

Grundsätzlich ist zu der Thematik natürlich erst einmal zu sagen, dass beide Browser-Anbieter wenig überraschend ihr eigenes Produkt in Front sehen. Dennoch ist die Kritik von Opera insofern gerechtfertigt, als dass Microsoft tatsächlich einige Fragen bezüglich Art und Umfang seiner in Eigenregie durchgeführten Browser-Test offen ließ. Opera fordert daher vom US-Softwareriesen, die Testmethodik im Detail offenzulegen, um den Konkurrenten die Chance zu geben, diese exakt nachzustellen.

Für Opera könnten die von Microsoft propagierten Edge-Vorteile zudem weitreichende Implikationen haben. Es geht gewissermaßen um den guten Ruf. Erst im vergangenen Monat kündigte das Unternehmen einen neuen Energiesparmodus für den Opera-Browser an, der Kunden, die nach Wegen und Möglichkeiten suchen, die Akkulaufzeit ihres Notebooks bestmöglich zu verlängern, locken sollte. Microsoft untergräbt mit seinen eigenen Versprechungen dieses werbewirksame Feature nun gewissermaßen. Dies wollte Opera aber nicht einfach auf sich sitzen lassen.


Jetzt aber ein Blick auf ein paar konkrete Zahlen. Laut Opera wurde der eigene Browser-Test so durchgeführt, dass dabei diverse populäre Webseiten kontinuierlich aufgerufen wurden bis der Akku des Test-Notebooks (Lenovo Yoga 500) entleert war. Antreten durfte dabei die Entwicklerversion 39.0.2248.0 des Opera-Browsers mit aktiviertem Werbeblocker und Energiesparmodus gegen Microsoft Edge und Google Chrome. Ergebnis: Das verwendete Notebook erreichte beim Test mit Opera-Browser eine 22 Prozent längere Akkulaufzeit als mit Microsoft Edge. Im Vergleich zu Google Chrome belief sich der Vorsprung auf 35 Prozent.

Ein Microsoft-Entwickler des Edge-Teams kritisierte den Opera-Test allerdings mittlerweile scharf auf Twitter. Hauptsächlich nahm er dabei Anstoß an der Tatsache, dass beim verwendeten Opera-Browser ein Werbeblocker aktiviert war. Diese Maßnahme verfälsche das Ergebnis, da ein Browser mit Werbeblocker schlicht und einfach weniger Inhalt zu verarbeiten habe.

Zwischenzeitliches Fazit zum kleinen Streits zwischen Opera und Microsoft: Es erscheint nur logisch, dass beide Browser unter unterschiedliche Anwendungsszenarien unterschiedliche Testergebnisse liefern. Womöglich ist es sogar so, dass unter bestimmten Voraussetzungen mal der eine und mal der andere Browser besser abschneidet. Eine Eigenschaft von Edge kann aber Opera unter keinen Umständen wegmachen: Microsoft hat das Privileg, den Browser speziell auf Windows 10 anpassen und eventuell spezielle Optimierungen vornehmen zu können. Was hingegen Googles Chrome angeht, stellt sich die Faktenlage eindeutig dar. In allen aktuellen Test zeigt sich der Browser als großer Energieverschwender. Nutzer, die also auf lange Akkulaufzeiten wert legen, sollten den Browser möglichst meiden - zumindest so lange bis Google entschieden reagiert.

Quelle: Opera Blog

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